Fahrbericht Fiat Idea 1.9 Multijet

Fahrbericht Fiat Idea 1.9 Multijet Fahrbericht Fiat Idea 1.9 Multijet

Fahrbericht Fiat Idea 1.9 Multijet

— 22.10.2003

Da klappt alles

Erst Opel, jetzt Fiat: Nach dem Mini-Van Meriva kontern die Italiener mit dem Idea. Und der steckt voller guter Ideen.

Punto-Van con tante possibilità

Juventus muss gewonnen haben. Warum sonst sollte der Besitzer des Tabacchi-Ladens auf dem Corso Vittorio Emanuele II den Autofahrern ein so entzückendes "Bella!" zurufen? Sind doch nicht verrückt, die Italiener ... Oder?

Wenn es um den Nationalsport Calcio, die alte Dame Juve und Fußball-Superstar Alessandro Del Piero geht, drehen sie einfach durch. "Bella macchina!", flötet die langhaarige Poliziotta, die den Berufsverkehr mit Kelle und Trillerpfeife durch die Straßen dirigiert. "Bella macchina?" Ähhm, ja, macchina? Heute Fiat statt Fußball!

Juventus Turin hat spielfrei. Dafür sammelt der Idea bei seiner ersten Ausfahrt Sympathiepunkte. Die Marketingabteilung nennt den kleinen Mini-Van auf Basis des Punto ein Multi Purpose Vehicle. Übersetzen wir das mal mit Vielzweckauto oder -wagen, der voller Ideen steckt.

Basis-Idea für rund 13.000 Euro

Idea, ein Name der runtergeht wie Olivenöl, Barolo und weißer Trüffel. Und nicht nur prima klingt, sondern passt wie Pasta zu Italien. Wohin der Fahrer auch greift, er fasst bestimmt in eine der 27 Ablagen, Schubladen oder Becherhalter. Dieses Gefühl, in einer rollenden Kommode zu sitzen, kennen auch Opel-Meriva-Fahrer. So ist der deutsche Klein-Van nicht nur Vorbild für Fiat, sondern auch einer der schärfsten Konkurrenten.

Die beiden bauchigen Familienautos unterscheidet in erster Linie ihre Größe. Der Idea ist 3,93 Meter lang, der Meriva streckt sich auf immerhin 4,04 Metern. Und das, obwohl beide auf ihren Kleinwagen-Pendants Punto und Corsa aufbauen. Wobei der Meriva allerdings auch etliche Gene des größeren Astra in sich trägt. Italienische Konfektionsgrößen fallen eben immer ein paar Nummern kleiner aus als die deutschen.

Dafür schenkte Fiat seinem Pummel ausladende Hüften wie Mama aus Sizilien (1,70; Meriva: 1,69) und den größeren Überblick (Höhe 1,66; Meriva: 1,62). Der Preis soll italienisch klein ausfallen: "zwischen Punto und Meriva". So wird der Basis-Benziner mit 80 PS und 1,2 Liter Hubraum vermutlich ab 13.000 Euro kosten. Wer lieber dieselt, kann das auch mit dem Idea: Fiat bietet in seinem Van zwei moderne Common-Rail-Diesel (1.3/70 PS, 1.9/100 PS).

Diesel-Direkteinspritzer vom Alfa 147

Während der 1,3-Liter-Multijet bereits erfolgreich im neuen Punto arbeitet, kann der leistungsstärkere 1,9-Liter-Direkteinspritzer aus dem Alfa 147 ab sofort auch im Punto bestellt werden. Der 100-PS-Diesel dreht so geschmeidig wie ein Nudelholz auf Pastateig.

Bereits zwischen 1750 und 3250 Touren stehen 90 Prozent des maximalen Drehmoments zur Verfügung, sodass uunser Idea im dichten Turiner Stadtverkehr schneller startet als die Benziner. Dafür aber mit dem typischen Diesel-Tatter. Spätestens auf der Autostrada gehört der Common Rail zum sanften Hintergrundrauschen, das die Bambini in den Schlaf wiegt.

Eigentlich müsste man den Van dafür "die Idea" nennen. Denn Idea ist ein Mutterschiff. Nicht nur, dass er in seiner Tropfen-Form aussieht wie ein Schwalbennest, der Mini-Van kümmert sich rührend um die Kinder: Im Cockpit sind gleich zwei Spiegel angebracht – einer, um den Straßenverkehr zu beobachten, der andere behält den Nachwuchs im Blick.

Technische Daten im Überblick

Der Beifahrersitz lässt sich zum Tablett umklappen – oder zum mobilen Wickeltisch. Im Idea klappt alles. Auch die Rückenlehnen rasten in Liegestuhlposition ein, die komplette Rückbank fährt nach vorn, nach hinten und lässt sich asymmetrisch geteilt hinter die vorderen Sitze legen. Aus dem Dachhimmel öffnen zwei Luken, um Sonnenbrillen zu verstauen. Statt nur eines Handschuhfachs für den Beifahrer gibt es noch ein zweites für den Fahrer. Der Idea schafft Platz für alle und führt ganz nebenbei die Demokratie im Auto ein.

Immer wieder werden Idea-Fahrer hören: "Fahr nicht so schnell" oder "Papa, du musst jetzt tanken!" Das liegt an den Instrumenten, die für alle Passagiere sichtbar in der Mitte des Cockpits sitzen und auch Kindern ein Mitspracherecht beim Reisen einräumen. Wenn das keine gute Idea ist.

Technische Daten • Reihenvierzylinder • zwei Ventile je Zylinder • Hubraum 1910 cm3 • Leistung 74 kW (100 PS) bei 4000/min • maximales Drehmoment 260 Nm bei 1750/min • Frontantrieb • Fünfgang • Einzelradaufhängung vorn, hinten Verbundlenkerachse • Kofferraumvolumen 320 Liter (1420 bei umgeklappter Rückbank) •Tankinhalt 47 Liter Diesel • Länge/Breite/ Höhe 3930/1698/1660 mm • Reifen 195/60 R 15 T • Spitze 179 km/h.

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