Fahrbericht Ford F-150 Raptor SVT

Fahrbericht Ford F-150 SVT Raptor

— 03.02.2010

Der Raptor will nur spielen

Es gibt gute Autos und weniger gute. Und es gibt Autos, die uns faszinieren. Diese besonderen Typen verdienen eine persönliche Betrachtung: Tomas Hirschberger über den Ford F-150 Raptor.

Der Mann an sich bleibt zeitlebens ein Kind. Gefangen im Körper eines Erwachsenen. Das treibt ihn mitunter in die Enge. Von ihm wird erwartet, dass er seine Emotionen im Griff hat und vernünftige Entscheidungen trifft. Das Bekenntnis zu einem Ford F-150 Raptor gehört nicht unbedingt dazu. Der Raptor ist eher genau das Gegenteil von vernünftig. Der Raptor ist böse. Ich meine, so richtig böse. Und absolut sinnbefreit. Ein Rennwagen für die Wüste zum Preis eines Basis-Tiguan. Genau das, worauf die Erde am Rande der Klimakatastrophe gewartet hat. Der "weltweit einzige High-Speed-Offroader" kommt aus der Rennabteilung von Ford. Gebaut in Detroit für begaste Landeier, die auch gern mal vor der Zappelbude in der City den Dicken machen.

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Übersetzt heißt Raptor so viel wie Raubsaurier. Und das passt. Denn ökologisch ist dieser Sandkasten-Proll eine Katastrophe, etwa so korrekt wie ein Ölwechsel bei der Bundesgartenschau. Ein massiger Klotz von 5,61 Metern, voll beladen fast über drei Tonnen schwer. Sein 5,4-Liter-V8 (320 PS) schlürft im Zeitraffer ganze Ölfelder trocken. Und für den Sommer ist bereits gefräßiger Nachwuchs avisiert: ein 6,2-Liter-V8 mit 411 PS. Halten wir also fest: Dieses Auto brauchen wir so dringend wie ein Loch in der Kniescheibe. Halten wir noch fester: Dieser hormongeschwängerte Pritschenwagen ist rattenscharf. Das Kind im Manne sagt: Will haben! Jetzt, gleich, sofort!

Wer braucht schon asphaltierte Straßen? Der Raptor jedenfalls nicht!

Wirbelt ordentlich Staub auf und macht so richtig Spaß: der Ford F-150 Raptor SVT.

Wer im Raptor-Sattel die Prärie abreitet, fühlt sich wie ein Rodeo-Star im Drogenrausch. Armdicke Achsen, mächtige Dreiecklenker und U.S.-Army-bewährte Hightech-Dämpfer, deren erlesenes Öl allein ein Vermögen kostet, machen den Raptor zum König der Wüste. Hüpfen, springen, fliegen, driften – diese faszinierende Offroad-Walze pflügt so brutal souverän über Geröllpisten und Sanddünen, als wäre die Erfindung von Asphaltpisten eine fahrlässige Materialverschwendung. In knapp acht Sekunden ist auch auf Schotter die Hunderter-Marke niedergerungen, für das offizielle Pick-up-Limit von 160 schüttelt sich der mächtige V8 nur mal kurz. Wer hat, der hat.

Den Weg zu uns wird die hochbeinige Rennsemmel – wenn überhaupt – nur über Importeure finden. Und das ist auch gut so. In seiner Heimat findet der Raptor den Platz, den er zum Spielen braucht, große Jungs, die ihn verstehen, und Spritpreise, die zu ihm passen. Lassen wir ihn dort.  Technische Daten V8-Benzinmotor • drei Ventile pro Zylinder • Hubraum 5414 cm³ • Leistung 235 kW (320 PS) bei 5000/min • maximales Drehmoment 495 Nm bei 3500/min • Sechsganggetriebe • Hinterradantrieb • Allradantrieb zuschaltbar • L/B/H 5610/2920/1990 mm • Radstand 3380 mm • Leergewicht 2659 kg • US-Preis: 38.995 Dollar (circa 27.130 Euro).

Autor: Tomas Hirschberger

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