Fahrbericht Ford Focus

Fahrbericht Ford Focus Fahrbericht Ford Focus

Fahrbericht Ford Focus

— 23.09.2004

Aus Freude am Fahren

Ford hält Wort: Wer zuletzt kommt, fährt am besten. Meint der Italien-Korrespondent von AUTO BILD nach den ersten Test-Kilometern.

Die Ruhe vor dem Sturm

Der Theaterdonner um die kostenlose Klimaanlage oder den Frühbesteller-Bonus ist verhallt. Golf und Astra stehen in den Schaufenstern der Händler. Der Wolfsburger macht die Pace, Rüsselsheim fährt hinterher. Es ist, wie es immer war.

Doch Vorsicht, es könnte die Ruhe vor dem Sturm sein. Denn jetzt meldet sich die bisher verhaltene Nummer drei: Der Ford Focus will ab dem 13. November 2004 Kunden zu Probefahrten locken. Wir hatten Gelegenheit, den Neu-Kölner zu erleben und waren angenehm beeindruckt.

Schon beim Einsteigen wirkt vor allem der Coupé-ähnliche Dreitürer erwachsener als sein Vorfahr. Mit 4,34 Metern sind die Schräghecks jetzt stattliche 17 Zentimeter länger geworden. Ein Stufenheck folgt 2005. Zweiter Eindruck: wesentlich bessere Material-Qualität des Interieurs auch im Detail. Dritte Erkenntnis (nach dem Anlassen): Hier fährt ein Tiefstapler.

Fahrwerk ist noch besser geworden

Natürlich kann man endgültige Urteile erst nach einem Vergleichstest abgeben. Aber schon die Solo-Tour mit dem Zweiliter-Diesel (100 kW/136 PS) läßt ahnen: Platzhalter Golf und Astra müssen sich künftig einem Dritten erwehren.

Das ohnehin schon gute Fahrwerk des Focus ist noch ein wenig besser geworden. Der vordere Fahrwerksrahmen wurde mitsamt dem Stabilisator verstärkt, die Mc-Pherson-Federbeine bekamen größere Gasdruckdämpfer. An der Hinterachse galt die Feinarbeit vor allem der Stabilisator-Aufhängung. Heißt in der Praxis: Der Focus klebt auf der Straße, hält auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten sicher die Spur. Wozu die (dreifach einstellbare) elektro-hydraulische Servolenkung beiträgt. Leider gibt es sie serienmäßig erst ab den Zweiliter-Motoren.

Der große Dieselmotor zeigt sich von seiner ruhigen Seite – kein Wunder, er kommt vom Dieselprofi Peugeot. Er arbeitet leise, ist gegen Aufpreis natürlich auch mit Rußfilter zu haben. Beeindruckend die bauartbedingte Durchzugkraft schon bei niedrigen Drehzahlen. Da offenbart der Zweiliter-Benziner (107 kW/145 PS) einen anderen Charakter: Er will getreten werden, kommt unter 3000 Umdrehungen nur mühsam in die Gänge.

Die Motoren im Überblick

Während die handgeschalteten Benziner und der kleine Diesel Fünfganggetriebe besitzen, hat der große Diesel ein Sechsgang-Schaltwerk mit schlapper Rückwärtsgang- Sperre: Wer etwas zu heftig den ersten Gang einlegt, dem kann schnell passieren, daß der Start nach hinten losgeht ...

Ausgeglichener die Preise. Wer zuletzt kommt, kann die Konkurrenz kräftig unterbieten. Mit 14.375 Euro (Golf 15.220) soll die Focus-Freude beginnen. Ein Lockvogel-Preis, denn in der Ambiente-Grundausstattung ist noch keine Klimaanlage enthalten. Dafür werden Ausstattungsdetails wie aus der Oberklasse überraschen: Das KeyFree-System öffnet und schließt die Türen, sobald sich der Fahrer nähert oder entfernt. Kurvenlicht gibt es schon mit normalen Halogenlampen, nicht erst bei Xenon-Leuchten. Blue Tooth-Schnittstellen erfassen Handys und Computer. Ganz klar: Mit derlei Extra- Offerten hat Ford mehr als nur Golffahrer im Fokus.

Autor: Domani Giorno

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