Fahrbericht Gumpert Apollo Speed — 27.07.2009

Flughöhe null

700 Pferde scharren im Apollo Speed mit ihren Hufen. Mit der überarbeiteten Straßenrakete will die Automanufaktur Gumpert in höchste Temporegionen vorstoßen. 360 km/h sollen dank neuer Aerodynamik drin sein.

Ein schmuckloser Bau aus roten Klinkern, mitten in einem trostlosen Industriegebiet am Rand der thüringischen Stadt Altenburg. Hier soll einer der schnellsten Sportwagen unserer Zeit entstehen, der Gumpert Apollo Speed, 700 PS, Vmax 360 km/h? Wird er, und zwar in einer 2200 Quadratmeter großen Fabriketage, auf der früher Industrie-Nähmaschinen gefertigt wurden. 2004 übernahm Firmenchef Roland Gumpert die Räume im dritten Stock, die wegen der Hanglage an der Rückseite auf einer Ebene mit der Straße liegen. Seit 2005 wird hier der Apollo gebaut, in kleinster Auflage und von Hand gefertig. Rund 40 Exemplare entstanden seitdem – Zeit für ein kleines Facelift, dachte sich Gumpert und legte nach. Der modifizierte Apollo trägt den Beinamen "Speed" und führt sein Programm im Namen.

Der Apollo Speed rennt Tempo 360

Der Innenraum des Apollo erinnert eher an einen Jet als an ein Auto.

"Die ausgeklügelte Aerodynamik des Apollo ist auf maximalen Anpressdruck bei hohen Geschwindigkeiten optimiert. Darunter leidet natürlich die Endgeschwindigkeit", erklärt Gumpert. Deswegen verzichtet der Speed auf den ausladenden Heckflügel seiner Brüder und kommt ohne eine der drei prägnanten Lufthutzen aus, die sonst das Dach des Apollo zieren. 360 km/h Höchstgeschwindigkeit verspricht Apollo für den Speed – eine ganze Menge Holz und möglich durch ein länger übersetztes Getriebe. Damit sollen Kunden auf Langstrecken schneller ans Ziel kommen – vorausgesetzt, die Besitzer mutmaßlich mehrerer Autos gehen mit ihrem Apollo auf die Langstrecke. Denn weichgespült ist auch die Speed-Version des Apollo nicht. Das merkt man nicht nur an der außergewöhnlichen Optik, die mehr an einen Gruppe-C-Boliden als an ein Straßenauto erinnert. Auch beim Ein- und Aussteigen ist Geschicklichkeit gefragt. Innen erinnert der Apollo eher an einen Jet als an ein Auto. Das Lenkrad lässt sich zum Glück abnehmen, um den Zustieg zu erleichtern. Mit einem heiseren Husten erwacht der modifizierte 4,2-Liter-Audi-Motor zum Leben, 700 Pferde scharren verheißungsvoll mit ihren Hufen und würden gern über den Flugplatz bei Altenberg jagen.

Beim Rückwärtsfahren hilft eine Kamera

Der Unterboden aus Karbon und Alu mündet in den riesigen Heckdiffusor.

Doch bevor es losgeht, muss man erst mal das Anfahren hinbekommen. Bei einer kleinen Rennkupplung nicht die allerleichteste Übung, doch mit etwas mehr Drehzahl und Gefühl setzt sich der Bolide nach dem zweiten Versuch etwas ruppig in Bewegung. Die Schaltung ist sequenziell angelegt, hochgeschaltet wird durch Ziehen, runter durch Drücken des perfekt in Lenkradnähe angebrachten Schaltstocks. Gekuppelt werden muss bei jedem Schaltvorgang. Der jeweils eingelegte Gang wird in einem Display angezeigt, der Rückwärtsgang über eine Taste am Lenkrad angewählt. Bedingt durch die nicht vorhandene Sicht nach hinten ist das Rangieren keine sonderlich leichte Übung, doch die eingebaute Kamera hilft. Nach ein paar gemächlichen Flugplatzrunden sind Motor und Reifen warm, und einer zügigeren Gangart steht nichts mehr im Wege. Seitlich festgehalten von den Sitzschalen, das kleine, oben und unten abgeflachte Lenkrad fest im Griff, kann der Apollo endlich in seine bevorzugte Gangart überwechseln: rasant.

In 9,1 Sekunden auf 200 km/h

Der Grenzbereich des Apollo ist zwar sehr hoch angesiedelt, aber wie bei Supersportlern dieser Güteklasse auch sehr schmal. Wer es übertreibt oder den ersten leichten Übersteueransatz des Wagens ignoriert, kann einen Dreher kaum noch vermeiden. Wie zu erwarten war, bringt der Biturbo-V8 ordentlich Leben in den nur 1200 Kilogramm leichten Apollo. In 3,1 Sekunden soll der Speed die 100 km/h erreichen, nach 9,1 die 200er-Marke – klingt glaubhaft angesichts der Motorleistung. Auch wenn alles optimal zusammenspielen muss, um die Werte tatsächlich zu erreichen. Die Fugen des Flugplatzbelags werden nahezu ungefiltert durchgestempelt. Mit dem Apollo Speed kommen all die Fahrer auf ihre Kosten, die nach einem kompromisslosen, außergewöhnlichen und sehr seltenen Supersportwagen suchen und sich – wie ein Großteil der Apollo-Besitzer – regelmäßig auf Rennstrecken ans sehr hoch liegende Limit heranwagen. Dass auch der Preis in ähnlichen Regionen angesiedelt ist, sollte Interessenten nicht weiter schrecken. Handarbeit hat eben ihren Preis.
TECHNISCHE DATEN
Motor V8, Biturbo
Einbaulage Mitte längs
Hubraum 4163 cm3
kW (PS) bei 1/min 515 (700)/6500
Nm bei 1/min 850/4000
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 6-Gang sequenziell
Radgröße vorn / hinten 10 x 19 / 13 x 19
Reifen vorn / hinten 255/35 R 19 / 345/35 R 19
Leergewicht/Zuladung 1200 kg (trocken)/300 kg
Tankvolumen 120 Liter
EU-Normverbrauch 14,75 l Super Plus
0–100 km/h 3,1 s
Höchstgeschwindigkeit 360 km/h
Preis 402.110 Euro

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Kommentare zum Artikel (11)

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Iche
05.11.2010, 13:59Uhr

der is einfach nur brutal.....

ZiZue!
17.03.2010, 19:12Uhr

ey haha apollo is die geilste kiste shize auf veron !!!

stumax
26.02.2010, 04:32Uhr

Mir gefällt der Apollo Speed.
Aber nach einem Blick in den Geldbeutel fehlen mir noch 402.100 € :( Schade irgendwie.
Meister Gumpert, wenn ich einen 8stelligen Betrag im Lotto gewinne werde ich bei ihnen vorstellig, versprochen.

dbone
31.12.2009, 00:42Uhr

@gmathol
also wenn ich noch einmal veyron höre und supersportwagen weiß ich nicht was passiert. ein veyron wiegt knapp 1,9t leer und das soll supersport sein zudem kann jeder hinterhofschrauber mit 4 turbos zwei ladeluftkühlern und 8 liter hubraum 1000 ps zusammenbasteln. dazu kommt, dass der bugatti wie eine seegurke aussieht und noch über 1 mio € kosten soll. bugstti bleibt ein scheiß vw!!!!!!!!!!!

Kritiker
28.08.2009, 12:06Uhr

Das Auto sieht hammer geil aus :)
Das einzigste was mir nicht gefällt sind die Farben...

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