Fahrbericht Honda Accord

Honda Accord Limousine Honda Accord Tourer 2.2i-DTEC

Fahrbericht Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC

— 06.05.2008

Neue Töne im Accord

Mit seiner neuen Mittelklasse spielt Honda groß auf. Intelligente Sicherheits-Technik und moderne Motoren sollen Limousine und Tourer nach vorn bringen.

Unser Herz klopfte stets besonders laut, wenn es um den Honda Accord ging. Weil seines so schön leise schlug. Genauer: Den tollen Diesel des Japaners mochten wir schon immer, denn der zeigte bei seinem Debüt 2003 beeindruckend feine Manieren. Im Juni stellt Honda einen neuen Accord zum Händler, ab September folgt der Tourer. Neben zwei Benzinern (156 und 201 PS) gibt es wieder einen feinen Diesel. Was sich ändert: Honda stimmt den Accord etwas anders an. Die Limousine wird größer (plus sechs Zentimeter), der Kombi kleiner (minus vier), und die Preise werden auf den ersten Blick günstiger. Doch das müssen wir erklären. Die letzte Auflage stand als 30-Jahre-Edition mit 25.800 (Tourer: 27.550) Euro in der Preisliste. Jetzt sind es nur noch 24.800/26.100 Euro – wobei wir natürlich die Ausstattung im Blick haben müssen. Und da ist der Neue zwar nicht komplett, aber doch recht gut bestückt (Serie: Klimaautomatik, CD-MP3-Radio).

Gegen Aufpreis gibt es eine ganze Reihe elektronischer Helferlein

Beim Diesel ist es umgekehrt: Plus 1000 Euro (600 Euro Tourer) für die neue Generation bedeuten eine satte Erhöhung. Gegen Aufpreis baut Honda eine ganze Reihe elektronischer Assistenten ein. Neben dem radargestützten Temporegler ACC auch das CMBS (Collision Mitigation Brake System). Es warnt den Fahrer vor einem möglichen Auffahrunfall, kann sogar selbsttätig eine starke Bremsung einleiten. Der Spurhalteassistent LKAS (Lane Keeping Assist System) erfasst dagegen per Hochgeschwindigkeitskamera Abweichungen von der Fahrbahn. Dabei lenkt der Wagen selbsttätig zurück in die Spur, falls der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. Die Systeme haben wir bereits ausprobiert, sie funktionieren einwandfrei. Am Fahrverhalten gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln. Trotz typisch straffer Grundauslegung wird der Accord nicht unfair hart.

Adaptive Stoßdämpfer schlucken Bodenwellen erstaunlich gut. Nur auf Querfugen reagiert der Accord wie sein Vorgänger etwas ungeschmeidig. Die elektrische Lenkung zählt ebenfalls nicht  zu den  gefühlvollsten, ist aber angenehm direkt übersetzt. Bereits mit wenig Ausschlag wirft sich der Honda in die Kurve.

Beide Benziner laufen angenehm leise, aber speziell der 2.0 geht gefühlt deutlich durchzugsschwächer vorwärts als beispielsweise die aufgeladenen TSI aus dem VW-Konzern. Immerhin helfen dem neuen Accord mit Basismotor nun sechs statt wie bislang fünf Gänge beim Finden der richtigen Drehzahl. Beide Benziner lassen sich auch mit einer Automatik kombinieren. So etwas gibt es für den Diesel erst Anfang 2009. Aber er entschädigt dafür auf andere Weise. Subjektiv ist er noch leiser geworden. Nur untertouriges Fahren beantwortet er mit einem beleidigten Diesel-Brummen. Anders als beispielsweise VW (mit Bluemotion) oder BMW (mit Efficient Dynamics) verzichtet Honda auf ein groß angelegtes CO2-Reduktionsprogramm. Allenfalls eine Schaltanzeige im Zentraldisplay hilft aktiv beim Spritsparen und soll den Durchschnittsverbrauch auf unter sechs Liter senken.

Satte Platzreserven dank zusätzlicher Breite und langem Radstand

Dass der Innenraum ordentlich zugelegt hat, wird auch ohne Messwerte klar. Zusätzliche Breite und der lange Radstand halten satte Platzreserven bereit. Tadellos auch: Die Fahrerposition vor dem weit verstellbaren Lenkrad passt sehr gut, höchstens die Auflageflächen der Vordersitze sind etwas kurz geraten. Überhaupt haben sich die Entwickler besonders viel Mühe mit dem Interieur gegeben, wählten weiche Materialien und fügten alles ordentlich fest zusammen. Das sieht hochwertig aus, fasst sich gut an. Nur die bislang ausgezeichneten Kombi-Eigenschaften fielen der rassigeren Linie zum Opfer. Der Kofferraum schrumpfte um 123 Liter auf 395, das maximale Staumaß um 400 auf 1252 Liter. Statt ebener Ladefläche gibt es nun eine eher halbherzige Lösung mit kleiner Stufe und Mini-Schräge im Boden. Und die elektrische Heckklappe kostet jetzt 400 Euro Aufpreis. In diesem Punkt schlägt der Accord die falschen Töne an.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn

Was für ein Laster mit dem Lifestyle: Um den Tourer hübscher zu machen, hat Honda die guten Kombi-Eigenschaften des Vorgängers gestrichen. Schade, dass beides nicht zusammengeht.
Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC
Motor/Hubraum Vierzylinder, Turbo/2199 cm³
Leistung 110 kW (150 PS)
Drehmoment bei U/min 350 Nm/2000
0–100 km/h 10,0 s
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h
Verbrauch (l/100 km) – CO2 5,9 l Diesel 155 g/km
Kofferraumvolumen 395/1252 l
Länge/Breite/Höhe 4750/1840/1470 mm
PREIS ab 29.975 Euro
PLUS: laufruhiger Motor, saubere Schaltung, innovative Sicherheitsoptionen.
MINUS: unsensible Federung auf Querfugen, kleiner Kofferraum, kurze Sitze.
NOTE: 2-
Konkurrenten: VW Passat Variant 2.0 TDI, 140 PS, ab 28.750 € und Opel Vectra Car. 1.9 CDTI, 150 PS, ab 28.530 €.

Autor: Jan Horn

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