Test Honda CR-V 2.2 i-CTDi

Fahrbericht Honda CR-V 2.2i CTDi ES Fahrbericht Honda CR-V 2.2i CTDi ES

Fahrbericht Honda CR-V 2.2i CTDi ES

— 06.01.2006

CR-V endlich auch mit Diesel

Dieser Motor ist das letzte Puzzlestück, das dem japanischen SUV noch zur Reife gefehlt hat.

Marrakesch. Alle reden von Marrakesch. Und meinen immer weniger die Stadt in Marokko, sondern vielmehr den künftigen Kompakt-SUV von Volkswagen. Aber Marrakesch ist weit weg. 2726 Kilometer hinter Wolfsburg oder frühestens in zwei Jahren beim Händler. Der Honda CR-V, ein echter Konkurrent, ist dagegen zum Greifen nah, mit allem, was Käufer an dieser Fahrzeug-Fraktion so schätzen: hohe Sitzposition, Allradantrieb als Schlecht-Wetter-Versicherung und ein moderner Diesel, der Tankrechnungen ihren Schrecken raubt.

Eine reife Größe ist der CR-V schon seit seiner Premiere 1995: außen ein paar Zentimeter länger als Konkurrenten wie Toyota RAV4 oder Nissan X-Trail, innen ein Riese mit Lümmelweite im Fond und einer endlosen Höhle von Kofferraum (527 Liter). Die Einrichtung läßt vielleicht den letzten Schick vermissen, der den BMW X3 teurer macht, aber an der Funktion von Cockpit und Sitzen ist wenig auszusetzen.

Im Alltag stören nur Details: Der An-/Aus-Knopf des Radios liegt oben fast außer Reichweite, und die Hecktür öffnet unpraktisch nach rechts. Haken wir das Thema 4x4 ab: Der CR-V ist kein Kletterer, kein Zugbulle. Der Hinterradantrieb schaltet mit leichter Verzögerung zu, was die meisten kaum spüren werden, weil sie den

Keine Bange: Ins Ladeabteil geht mehr rein als ein Paar Gummistiefel.

als Kombi-Ersatz auf der Straße fahren. Beim letzten Facelift 2004 hat Honda konsequent Schwächen ausgemerzt: Kopfairbags sind jetzt serienmäßig an Bord, ebenso ESP und wirksame Bremsen. So macht sich im Honda schnell das typische SUV-Gefühl breit; eine sorglose Gelassenheit. Das hohe Sitzen und die komfortable Federung halten die Welt draußen, der tolle Diesel brummelt ganz weit entfernt.

Ach, das ist ein Diesel? Dieser 2,2-Liter, der schon im Accord imponiert, gehört mit zwei Ausgleichswellen (im Motor mitlaufende Schwingungstilger) zu den laufruhigsten Selbstzündern, die es derzeit gibt. Ob im Ansprechverhalten, beim Ampelstart oder auf Reisen (180 km/h Spitze); dieses kleine Meisterstück läßt viele Benziner vergessen.

Nur beim Testverbrauch (8,9 Liter/100 km) stellt der Motor keine Sparrekorde auf. Und die hohe Kasko-Einstufung treibt die Unterhaltskosten nach oben. Trotzdem: Dieser CTDi ist das Puzzlestück, das dem CR-V noch zur Reife gefehlt hat.

Autor: Joachim Staat

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