Fahrbericht Hummer H3

Hummer H3 Hummer H3

Fahrbericht Hummer H3

— 15.08.2005

Ein kleiner Großer für dick und dünn

Zuwachs bei Hummer: H3 heißt das Baby mit typischer Macho-Optik. Nur deutlich geschrumpft und damit durchaus europatauglich.

Europatauglich, aber typisch amerikanisch

Wer beim Namen Hummer nur an das riesige Militärfahrzeug denkt, liegt falsch. Für zivile Kunden gibt es schon seit 2002 den großen H2 mit Chevrolet-Tahoe-Technik, und jetzt kommt der kompaktere H3 dazu. Der ist nochmals 43 Zentimeter kürzer als der H2 und liegt mit 4,74 Meter Länge auf dem Niveau eines Mittelklasse-Pkw.

Die technische Basis kommt wiederum von Chevrolet. Genauer: vom Pick-up Colorado. Er spendiert das Fahrwerk mit verkürztem Leiterrahmen und hinterer Blattfeder-Starrachse. Der Antriebsstrang mit Fünfzylinder-Benzinmotor und wahlweise Fünfgangschaltung oder Viergangautomatik kommt ebenfalls vom Colorado. Anders als der Pick-up hat der H3 Scheibenbremsen rundum und permanenten Allradantrieb mit elektronisch geregelter Lamellenkupplung. Diese Lösung wiederum übernimmt der Hummer vom Chevrolet-SUV TrailBlazer.

Die Abmessungen des H3 sind durchaus europatauglich – einschließlich des erstaunlich kleinen Wendekreises (knapp elf Meter). Der Innenraum mit den winzigen Scheiben bietet ausreichend Platz, erreicht aber nicht die Großzügigkeit einer Mercedes M-Klasse oder des VW Touareg. Hinten ist die Sitzfläche viel zu kurz – typisch amerikanisch. Der Laderaum ist durch eine einteilige Hecktür zwar gut zugänglich, nur müssen schwere Gegenstände zunächst über die hohe Ladekante gewuchtet werden. Die Ausstattung ist vollständig. Bei der 49.990 Euro teuren Spitzenversion Executive sind dann auch elektrische Ledersitze und eine hochwertige Hi-Fi-Anlage mit Navigationssystem und CD-Wechsler serienmäßig.

Fahrverhalten und technische Daten

Auf der Straße kann der H3 seine Pick-up-Abstammung nicht verleugnen. Die Federung ist stoßig und die Lenkung wenig exakt. In schnellen Kurven heulen die großen Reifen traurig, wenn der Wagen über alle vier Räder nach außen drängt. Gefahr droht aber keine, jedenfalls nicht beim Automatikmodell. Denn das hat serienmäßig StabiliTrac (so heißt das ESP bei GM; bei Schleudergefahr werden einzelne Räder gezielt abgebremst, das Fahrzeug so stabilisiert) an Bord. Der Fünfzylinder müht sich wacker um angemessene Fahrleistungen. Mit der lang übersetzten Viergangautomatik hat er aber keinen idealen Partner – sie schaltet bei zügiger Fahrweise ruppig.

In seinem Element ist der H3 im Gelände. Mit seinen großen Rädern, der hinteren 100-Prozent-Differentialsperre und der extrem kurz ausgelegten Geländeuntersetzung (4,03:1) klettert er unaufhaltsam. Die kurzen Überhänge bewahren im Verein mit stabilen Schutzplatten Karosserie und Mechanik vor Blessuren bei Grundberührung. Ab Herbst 2005 wird der Hummer H3 über das deutsche GM-Händlernetz verkauft. Dort gibt es dann auch die anderen Hummer-Modelle, die bisher nur über freie Importeure bei uns zu haben waren.

Technische Daten 5-Zylinder-Benziner • 3460 cm³ • 162 kW (220 PS) bei 4000/min • 305 Nm bei 2800/min • Allradantrieb mit hydraulischer Lamellenkupplung • Fünfgangschaltung oder Viergangautomatik • vorn Einzelradaufhängung, Drehstabfedern; hinten Starrachse, Blattfedern • Scheibenbremsen • Reifen 265/75R16 • Länge/Breite/ Höhe 4742/1896/1893 mm • Leergewicht 2132 kg • 0–100 km/h 12,5 s • Höchstgeschwindigkeit 158 km/h • Verbrauch 11,8 l N/100 km • Preis 39.990 Euro

Autor: Thomas Rönnberg

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