Fahrbericht Hyundai Grandeur 3.3 V6

— 27.05.2005

Der große Unbekannte

Grandeur – nie davon gehört? Der AUTO BILD-Fahrbericht erklärt, warum der große Hyundai unbedingt zu beachten ist.



Blasse Ausstrahlung, aber viel Komfort

Fast jeder Deutsche kennt Mercedes-Benz und Aldi, aber Hyundai, wer ist Hyundai? Achselzucken. Ach ja, der Sponsor der Fußball-WM 2006. Günstige und zuverlässige Autos, aber wie heißen die noch? Die Koreaner bauen trotz aller Qualität zu gesichtslose Modelle, vor allem im Edel-Segment verraten glattgeleckte Nobodys (noch) Unsicherheit im Stil. Ihre größte Limousine, den XG 350, sieht man eigentlich nur auf Händler-Höfen. Im August 2005 kommt als Nachfolger der Grandeur, der im Land der Dienstwagen zunächst chancenlos erscheint. Doch ein objektiver Blick lohnt sich, denn die 4,90 Meter lange Limousine verrät, wie schnell Hyundai lernt und aufholt.

Der Grandeur gestattet sich im Blech tatsächlich einen kecken Hüftschwung und einen Kofferraumdeckel mit einer Prise Jaguar. Drinnen bietet der Fond eine Beinfreiheit, wie sie ausgewachsene Manager in ihren Statusmarken oft schmerzlich vermissen. Frontantrieb, der Motor vorn quer, das schafft Platz.

Das Interieur unterstreicht das Bemühen, bis 2008 die Qualität von Toyota erreichen zu wollen. Alles fest, solide, nicht originell oder neu, aber frei von Peinlichkeit. Keine Spur von Billig-Rolex aus Taiwan, das hier ist moderner Autobau. Die Sitze sind breit und weich, die Klimaanlage regelt in zwei Zonen, gestartet wird ohne Zündschlüssel per "smart key".

Flüsterleiser Sechszylinder

Dem 3,3-Liter-V6 hört man am Säuselstimmchen an, daß er in Korea Lexus jagen soll. Selbst beim bösen Ausdrehen klingt er nie zornig, die Serien-Automatik (mit separater Handschaltgasse) haucht den nächsten Gang rein. Ein typisch dezenter Asiate. Die fünf statt sechs Gänge und "nur" 235 PS (zum Vergleich: der 3,2-Liter von Audi bietet 258 PS) mögen einen halben Schritt hinter aktueller Technik hinken – das Ergebnis überzeugt trotzdem.

Das Fahrwerk für Europa wirkt auf den ersten Testkilometern deutlich straffer als die Korea-Version, die Lenkung bietet mehr Gefühl für die Straße. Okay, der Frontantrieb zerrt bei sportlicher Fahrweise am Lenkrad, doch der Grandeur ist halt lieber Verwöhner statt Verführer. Deshalb kommt er im August auch voll ausgestattet mit sechs Airbags, ESP, aktiven Kopfstützen, Alurädern, Leder, E-Sitzen, vermutlich auch mit Navi-System für rund 35.000 Euro. Anfang 2006 folgt ein 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS. Es gibt technisch immer weniger Anlaß zu deutschem Markendünkel. Hyundai tut viel, um bekannt zu werden. Den Grandeur müssen wir uns nicht merken – Hyundai schon.

Technische Daten Sechszylinder-V-Motor • vier Ventile pro Zylinder • vier obenliegende Nockenwellen • Hubraum 3342 cm³ • Leistung 173 kW (235 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 304 Nm bei 3500/min • Frontantrieb • Fünfstufen-Automatik • Einzelradaufhängung • Kofferraumvolumen 470 l • Länge/Breite/Höhe 4895/1845/1490 mm • Radstand 2780 mm • Reifen 235/ 55 R 17 • Leergewicht 1638 kg • Spitze 237 km/h • 0–100 km/h in 7,7 s • Preis: ca. 35.000 Euro

Autor: J. Staat



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