Fahrbericht Hyundai i10

Hyundai i10 Hyundai i10

Fahrbericht Hyundai i10

— 14.02.2008

Knuffiger Korea-Knirps

Am 7. März 2008 rollt Hyundai den Atos-Nachfolger i10 auf den Markt – in der Basis kostet er weniger als 10.000 Euro. AUTO BILD ist den kleinen Schönling schon gefahren.

Mit einem Golf hätte es spätestens nach 20 Minuten geknallt. Ich aber sitze im neuen Hyundai i10 und fädele dank bescheidener Außenabmessungen von 3,57 Meter Länge und 1,60 Meter Breite fast so rücksichtslos-rasant durch Palermo wie ein Einheimischer. Dabei lächeln die schönen Sizilianerinnen dem gut aussehenden i10 zu, als säße Brad Pitt am Steuer. Vor allem die Umkehr der Proportionen von "hoch und schmal" zu "flacher und breiter" verleiht dem i10 erstaunlich viel Charme – aus dem wackelig wirkenden Schmalhans Atos ist tatsächlich ein ernstzunehmender Kleinwagen geworden. Auch innen haftet dem solide zusammengesteckten i10 nichts Mickriges oder Billiges mehr an. Klar, die Materialien sind einfach, aber sauber verarbeitet und frei von Klapper- und Knistergeräuschen. Wenn schon meckern, dann über das nur höhenverstellbare Lenkrad. Oder das nur für den Diesel lieferbare ESP (550 Euro) und den fehlenden Partikelfilter (offener Nachrüstfilter angedacht).

Platz für drei bis vier heiße Italienerinnen

Hübscher Hintern: Der Kofferraum bietet allerdings nur 225 Liter Platz. Schon ein bisschen dürftig.

Doch zurück zu den schönen Seiten des Autotester-Lebens. Heißt in diesem Fall: heiße Italienerinnen. Der Platz würde für drei bis eventuell vier Anhalterinnen allemal reichen, selbst lange Beine und wallende Haare wären kein Problem. Schwierig wird es erst, wenn die belli donni im Stile einer Heidi Klum auch noch Gepäck dabei haben. Mit 225 Liter Stauraum geht da nicht viel. Also lieber mit Frau Klum allein durchbrennen – das Umlegen der geteilten Rückbank ergibt zwar noch keinen ebenen Laderaum (erst mit optionalem Doppelboden), aber immerhin 910 Liter Platz. Für sizilianischen Stopp-and-go-Verkehr reichen die beiden 1,1-Liter-Motoren locker. Der Benziner hält mit 67 PS jeden Cinquecento locker in Schach und wirkt erst außerorts leicht überfordert. Der Dreizylinder-Diesel beweist mit seinen 75 PS kaum weniger Talent, wenn es in verstopften Innenstädten um lässiges Lückenspringen geht, sein lang übersetzter fünfter Gang macht den Weg bis zur Spitze aber zu einem ebenfalls recht langen.

Unter 10.000 Euro geht's los

Metamorphose: Aus dem wackelig wirkenden Schmalhans Atos ist tatsächlich ein ernstzunehmender Kleinwagen geworden.

Kurz bleibt dagegen der Radstand, der zusammen mit der eher straffen Fahrwerksauslegung für viel Karosseriebewegung auf schlechten Strecken sorgt. Doch das kann in dieser Klasse eigentlich keiner viel besser – schließlich sprechen wir hier nicht von einer S-Klasse. Im Alltag und auf halbwegs gepflegten Straßen bereitet der i10 keinerlei Probleme, bleibt er auch ohne elektronische Straßenwacht berechenbar wie Männer beim Anblick schöner Frauen. Nach zwei Tagen in Palermo hat der i10 jedenfalls keine Beulen, aber viele Sympathien geerntet. Ab 7. März 2008 kann man mit dem in Indien gebauten Koreaner auch in Deutschland auf Spritztour gehen. Den i10 1.1 Classic gibt es ab 9990 Euro, die Style-Ausstattung kostet 1000 Euro mehr. Die Diesel-Variante i10 1.1 CRDi fährt nur als Style für 12.590 Euro vor, im September folgt schließlich ein 1,2-Liter-Benziner mit etwa 80 PS. Und egal welcher Motor: Enge Gassen und Verkehr sizilianischer Art meistert jeder i10 mit Anstand.

Autor: Gerald Czajka

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