Fahrbericht Hyundai i30

Fahrbericht Hyundai i30

— 12.07.2007

Obacht Wolfsburg!

Der i30 ist das wichtigste Modell fr Hyundai seit Jahren. Der erste echte Vertreter in der Golf-Klasse soll neue Mastbe setzen. Kann er das?

Hyundai, das bedeutet fr viele Autofahrer in Deutschland immer noch Neuland, klingt exotisch. Doch die Koreaner lernen stetig und schicken ab 7. September mit dem i30 ein reifes Fahrzeug im fr Europa designten Blechkleid zu den Hndlern. Das soll und muss nicht mehr als Billigheimer fungieren, sondern bei der etablierten Konkurrenz wie VW Golf und Toyota Auris Kunden gewinnen. Das macht Hyundai weiter ber den Preis: 14.990 Euro kostet der 1,4-Liter-Basis-Benziner mit 109 PS, dafr sind bereits ESP, sechs Airbags, ein CD-Radio, Bordcomputer und eine Klimaanlage an Bord. Ein vergleichbar ausgestatteter Golf kostet 20 Prozent oder 3000 Euro mehr.

Wolfsburger Patenschaft

Dass der Wolfsburger bei der Entwicklung Pate stand, ist offensichtlich. Auch wenn sich der Koreaner um ein eigenes Design bemht, gleicht er in den Abmessungen (Lnge 4,25 Meter, Breite 1,76 m, Hhe 1,49 m) fast wie ein Zwilling. Die schmale seitliche Fensterlinie lsst den Fnftrer fast schon sportlich erscheinen, die Heckansicht wirkt verdchtig wie der 1er BMW mit einem Schuss Mercedes A-Klasse. Aber schlecht ist das nicht, eine gewisse Eigenstndigkeit lsst sich dem Korea-Golf nicht absprechen. Die breite C-Sule schrnkt allerdings den Blick nach hinten ein, ein lstiges Massenphnomen im modernen Automobilbau.

Ab 2009 aus Tschechien

Innen hat der i30 im Vergleich zum Konzern-Bruder Kia ceed bessere Materialien erhalten, das sanft geschwungene Cockpit mit aufgeschumten Kunststoffen wirkt auf dem ersten Blick durchaus hochwertig und lsst funktional keine Schwchen erkennen. Whrend Kia eine Fnfjahres-Garantie plus Option (zwei Jahre ) gibt, bleibt Hyundai bei drei Jahren bis 100.000 Kilometern. Vielleicht ndert sich das, wenn der i30 nicht mehr aus Korea, sondern ab 2009 dem neuen Werk in Nosovice (Tschechien) kommt.

Polster endlich lang genug fr Europer

Ein bisschen BMW (1er), ein bisschen A-Klassse: das Heck des i30.

Vorn wie hinten sitzt es sich bequem auf ausreichend groen Polstern, der Fahrer hat vier klassische Rundinstrumente klar im Blick, und auch die Bedienung lsst keine Fragen aufkommen. Das Lenkrad ist ab der Ausstattung "Comfort" in Hhe und Tiefe verstellbar, die Knpfe fr Radio und Klimaanlage sitzen weit oben und sind gut erreichbar. Auch wenn hier der Golf in dieser Klasse immer noch die Mastbe setzt, punktet der I30 mit guter Verarbeitung. Der Kofferraum bietet 340 Liter Volumen, das ist absoluter Klassendurchschnitt. Die Rcksitze lassen sich getrennt umlegen und schaffen, wenn auch die Sitzbank vorgeklappt wird, eine ebene Ladeflche mit bis zu 1250 Litern Ladevolumen. Die kann das Pendant aus Wolfsburg nicht bieten. Dank des langen Radstands von 2,65 Metern haben auch die Fondpassagiere ausreichend Platz, Personen bis 1,80 Meter Gre haben genug Kopffreiheit trotz der optisch flachen Dachlinie.

Die Basis gengt

Drei Benziner mit 1,4-Litern (109 PS), 1,6-Litern (122 PS) und 2,0-Litern Hubraum (143 PS) sowie zwei Common-Rail-Dieselmotoren samt Rupartikelfilter mit 1,6-Liter (115 PS) und 2,0-Liter Hubraum (140 PS) stehen am Jahresende zur Verfgung. Bereits der Basis-Benziner ist eine berlegung wert: Durchaus krftig im Anzug und relativ dezent versieht er seinen Dienst. Bis zur angegebenen Hchstgeschwindigkeit von 187 km/h vergeht zwar einige Zeit, trotzdem wirkt das neu entwickelte Aggregat nicht schwachbrstig. Bei knapp 5000 Touren oder Tempo 160 wird es etwas drhnig.

Ruhiger Selbstznder

Dieselfahren beginnt bei 17.290 Euro fr den schwcheren Selbstznder. Kein Kraftpaket, aber laufruhig und mit vllig ausreichender Top-Speed von 188 km/h. Der Federungskomfort ist ordentlich, aber straff ausgelegt, ohne dem Golf Konkurrenz machen zu knnen. Querfugen bgelt er weniger souvern weg, je grer die Rder, desto hrter rollt er ab. Angenehm sind die elektrohydraulische Lenkung und die exakt gefhrte Schaltung, die je nach Motorisierung fnf oder sechs Gnge bereit hlt.

Kombi und Mini-Van folgen schon bald

Vorerst ist der Koreaner nur als Fnftrer zu haben, wer einen Dreitrer haben mchte, muss zum in die Jahre gekommenen Vorgnger Accent greifen, der dem Hyundai i30 aber in keiner Disziplin das Wasser reichen kann. Insgesamt bietet Hyundai vier Ausstattungslinien, wobei das Top-Paket "Premium" mit Lederausstattung den strksten Motoren vorbehalten bleibt. Es folgen ein Kombi (auf der IAA 2007) und im kommenden Jahr ein Mini-Van. Ebenfalls wahrscheinlich ist der Bau eines Cabriolets. Einen ersten Ausblick lieferte die Studie Kia ex_ceed in Genf (Mrz 2007). Wir sind gespannt, ob die hnlich gut gelingen.

Fazit

Mit dem i30 ist Hyundai endgltig in Deutschland angekommen: er ist ein wirklicher Gegner fr Golf und Co zu einem gnstigen Preis.

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