Fahrbericht Jeep Rescue

Jeep Rescue Jeep Rescue

Fahrbericht Jeep Rescue

— 15.07.2004

Neuer Star im Schwergewicht

Dieses Monster ist keine Alternative zum Hummer, sondern Versuchsträger für künftige Jeep-Modelle. Und was für einer!

Nur schwimmen und fliegen kann er nicht

Als Jeep im Januar 2004 zur Detroit Motorshow den neuen Rescue auf die Bühne fährt, scheint klar: Die Offroad-Marke nimmt die Herausforderung von General Motors an. Jeep stellt einen Konkurrenten des Hummer H2 auf die Räder. Und schon ist die Diskussion entbrannt: Mit diesem Auto heize die Marke den für die Industrie zwar lukrativen, aber umweltpolitisch höchst bedenklichen Markt für Automobil-Giganten unnötig an, meinen die Kritiker.

Andere dagegen jubeln begeistert. Der Rescue demonstriere mit klarem Design und technisch hochwertiger Ausstattung die Kompetenz der Marke. Die Diskussion ist überflüssig. Denn gebaut wird der Wagen in dieser Form nie. Chefdesigner Trevor Creed sieht den Rescue als "überlegenes Forschungs- und Erforschungsfahrzeug", das bei der Feuerwehr ebenso Verwendung finden könnte wie in Naturparks, um in Not geratene Menschen zu bergen.

Nur zwei Dinge kann der Wagen nicht: schwimmen und fliegen. Aber Asphalt und unwegsames Gelände nimmt er gleichermaßen souverän unter seine vier angetriebenen Räder mit je 37 Zoll Gesamt-Durchmesser. Seine Reifen verfügen über Notlaufeigenschaften, ihr Luftdruck lässt sich während der Fahrt regulieren.

Unterbodenkameras zur Navigation

Das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung vorn und hinterer Starrachse stützt sich gegen die Karosserie über eine hydropneumatische Federung ab. Sie erlaubt, den Jeep auf Autobahnen für geringeren Luftwiderstand abzusenken. Im Gelände darf er sich dagegen hoch aufrichten. Und wenn einmal eine Furt zu durchwaten ist oder ein Baustamm im Weg liegt, wird im Kriechgang eine Extraportion Bodenfreiheit abgerufen. Dann sind zusätzliche 102 Höhenmillimeter drin, insgesamt mehr als 3220 Millimeter.

Will der Rescue-Fahrer einmal haargenau zirkeln, etwa auf einer Urwaldbrücke aus Baumstämmen, legt er zunächst die Untersetzung ein. Die aktiviert zwei Unterbodenkameras, die über den TV-Bildschirm in der Mittelkonsole des Fahrers Zielgenauigkeit beweisen. Für optimale Traktion sorgt der permanente Allradantrieb des neuen Grand Cherokee der vierten Generation.

Er verfügt über elektronisch gesteuerte Differenzialsperren. Und wir erkennen, dass der komplette Unterbau des Rescue einschließlich Fahrwerks-Layout auf dem neuen Jeep-Flaggschiff basiert. Für das Konzeptfahrzeug wurde die Plattform allerdings vergrößert.

Ein Ausblick auf künftige Jeep-Modelle

Wer angesichts der interessanten Technik noch kein Kribbeln verspürt, sich hinters Steuer zu schwingen, um sofort Gas zu geben, kann im Stand noch ausgiebig spielen. Beispielsweise mit den Türen. Sie lassen sich aushängen. Vielleicht, um in Miami Beach besser gesehen zu werden? Elektrische Seilwinden an Bug und Heck zählen zum Standard eines Bergungsfahrzeugs.

Der Rescue verfügt darüber hinaus über einen 10-kW-Generator als mobile Stromquelle. Die Orientierung bei Nacht erleichtern Infrarot-Kameras. Und damit vor Ort fleißig dokumentiert werden kann, ist auch ein Videorekorder installiert. Mit Satellitentelefon verbunden, erlaubt er eine Bildübertragung zu jedem Ort der Erde.

Überflüssig zu erwähnen, dass sich die GPS-Navigation auf eine neuartige 3D-Kartografie-Software mit topografischer Darstellung stützt? Die funktionelle Detail-Vielfalt, so Trevor Creed, gebe einen Ausblick auf Ausstattungsoptionen künftiger Jeep-Modelle.

Technische Daten

So wird gemunkelt, dass der nächste Wrangler das Türenkonzept übernimmt. Die dritte Sitzreihe weist auf den für 2006 erwarteten Jeep Commander hin, der über den Grand Cherokee angesiedelt sein wird. Er basiert ebenfalls auf einem vergrößerten Grand-Cherokee-Chassis, wenngleich man ein sozialverträglicheres Format als beim Rescue erwarten darf. Wie in diesem wird eine Sitzanlage für sieben Personen an Bord sein, bei der die dritte Reihe elektrisch aus dem Boden klappt.

Auch wird den Jeep Commander wahlweise zu den V8-Benzinern der gleiche Cummings-Turbodieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung antreiben, der heute den Jeep Rescue schüttelt. Aus 5,9 Liter Hubraum schöpft der Reihensechszylinder 325 PS und 814 Newtonmeter. Allerdings wird das bärenstarke Kraftwerk nicht wie im Rescue mit Sechsgang-Handschaltung debütieren, sondern mit Fünfgang-Automatik.

Technische Daten Sechszylinder-Turbodiesel-Reihenmotor, vorne längs • Common-Rail-Direkteinspritzung, Ladeluftkühler • Hubraum 5900 cm³ • Leistung 239 kW (325 PS) • max. Drehmoment 814 Nm • permanenter Allradantrieb mit Zentraldifferenzial, Achssperren v.u.h. • 6-Gang-Schaltgetriebe mit Geländereduktion • vorne Einzelradaufhängung, hinten Starrachse, Schraubenfedern • Radstand 3124 mm • Preis Einzelstück

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