Fahrbericht: Kia cee'd auf der IAA 2009

Fahrbericht: Kia cee'd auf der IAA 2009

— 04.09.2009

Neu mit Tiger-Nase

Kia hat seinen Golf-Gegner cee'd überarbeitet und ihm eine neue (Tiger)-Nase spendiert. AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger hat den Koreaner bereits vor seinem IAA-Debüt gefahren.

Das ging ja fix. Nach noch nicht einmal drei Jahren hat Kia seinen Korea-Golf cee'd überarbeitet. Und zwar gründlich. Fast kann man schon von der zweiten Generation des cee'd sprechen. Nun fragt man sich, war der alte so schlecht, oder lernen die Koreaner einfach so schnell? Nein, so richtig übel war der cee'd ja nun wirklich nicht. Immerhin wurden europaweit bereits über 230.000 Stück verkauft, in Deutschland immerhin rund 38.000. Die erste Ausfahrt mit dem facegelifteten cee'd, der nun zur IAA in Frankfurt anrollt, offenbart aber auch die bisherigen Schwächen des in Zilina (Slowakei) gebauten Kompaktwagens.

Garantie: sieben Jahre oder bis 150.000 Kilometer

Der Neue von hinten: Die Rückleuchten strahlen jetzt in LED-Technik.

Optisch wirkt der als Fünftürer und Kombi (Sporty Wagon) angebotene cee'd jetzt gefälliger, selbstbewusster, stattlicher. Designchef Peter Schreyer hat vor allem der Front ein sympathisches Lächeln verpasst. Dort sehen wir jetzt das neue Familiengesicht mit markanterem Grill, Kia nennt ihn Tiger-Nose-Grill. Hinten sehen wir zudem neue Rückleuchten im LED-Design. Durch Veränderung von Stoßfänger und Nase wurde die Front um 20 Millimeter verlängert, hinzu kommen fünf Millimeter vom neuen Heckstoßfänger. Insgesamt kommt der Fünftürer nun auf 4,26 Meter, der Kombi auf 4,49 Meter. Auch Innen wurde modernisiert. Neues Vierspeichenlenkrad mit Bedientasten für das Audio-System, drei große Rundinstrumente im "Zylinder-Design", neue Konsole – das sieht schick aus und ist offensichtlich auch qualitativ noch mal besser geworden. Billig wirkt hier nichts. Das neue Selbstbewusstsein der Hyundai-Tochter ist förmlich greifbar und spiegelt sich letztlich ja auch im Garantieversprechen aus: sieben Jahre oder 150.000 Kilometer.

Der neue Diesel überzeugt

Das neue Cockpit glänzt mit Instrumenten im "Zylinder-Design".

Die sollte man am besten mit dem neuen 1,6-Liter-Dieselmotor unter der Haube abspulen. Der neue Selbstzünder aus der "U2"-Baureihe wurde in Rüsselsheim entwickelt und ist wirklich ein starkes Stück Eisen. 115 PS beschleunigen den cee'd ebenso leise wie temperamentvoll. Den Verbrauch geben die Koreaner mit 4,4 Litern an. Wer es gerne noch sparsamer haben möchte, kann den Common-Rail-Diesel auch mit 90 PS und serienmäßigem Start-Stopp-System ISG (Idle Stop&Go) bekommen. Dann sinkt der Durst noch mal um 0,2 Liter. Insgesamt bietet Kia für den cee'd sechs Motoren an, drei Benziner und drei Diesel. Die Benziner kommen mit Fünfgangschaltung, die Diesel haben einen Gang mehr. Eher wie ein Fremdkörper in dem modernen cee'd-Angebot mutet da die Automatik mit nur vier Stufen an, die für zwei Benziner (126 und 143 PS) sowie für den neuen 115 PS-Diesel angeboten wird.

Moderater Aufpreis von 395 Euro

Wer den bisherigen cee'd kennt, und nun den neuen fährt, wird sich vor allem die überarbeitete Fahrwerksabstimmung wundern. Und sich fragen: Warum nicht gleich so? So komfortabel, ausgewogen und leise hätten die ersten cee'd-Kunden ihren Liebling sicher auch gerne gehabt. Jetzt kann man durchaus von einer Abstimmung sprechen, vorher tapste der cee'd eher übermotiviert straff in jede Querfuge hinein. Weniger Fahraktiv ist der Golf-Konkurrent durch die Maßnahmen nicht geworden, zumal auch die Servolenkung nun besser auf den Fahrer hört. All die deutlichen Verbesserungen lässt sich Kia mit einem moderaten Aufpreis von 395 Euro zum Vorgänger vergüten. Das Basismodell bleibt mit 14.430 Euro vom Aufpreis verschont. Noch erwähnenswert: Während man bislang beim cee'd ausschließlich auf Pakete angewiesen war, lassen sich nun viele Sonderausstattungen einzeln bestellen. Da fährt man im Zweifel sogar günstiger als bisher. Besser sowieso.

Autor: Tomas Hirschberger

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