Fahrbericht Kia Sorento II

Fahrbericht Kia Sorento II

— 07.09.2009

Der neue Korea-Tiguan

Auf der IAA feiert der neue Kia Sorento sein Debüt, im November 2009 rollt die Neuauflage des Korea-SUV zum Händler - mit neuen Motoren und zu Preisen ab 28.505 Euro. AUTO BILD durfte schon mal Probe fahren.

Beim Namen Sorento werden alte Kia-Fahrensleute sentimental. "Er hat uns bekannt gemacht", schwärmt Benny Oyen, Marketing-Direktor der Koreaner, "mit dem Sorento kam eigentlich erst alles ins Rollen." Das war 2002 und Kia bis dato kaum mehr als ein zweitklassiger Ramschladen, der japanische Zweite-Hand-Technik auftrug. Seitdem hat die Hyundai-Tochter weltweit fast 900.000 Sorentos verkauft, etwa 43.500 davon in Deutschland. Vielleicht liegt es ja an der Sentimentalität zum geliebten Meilenstein-Modell, dass Kia erst heute, sieben Jahre später, eine komplett neue Generation zu den Händlern bringt. Mitte November 2009 fährt der Sorento ganz befreit vor, denn er durfte ordentlich Ballast über Bord werfen. Der schwere Kastenrahmen und die hintere Starrachse waren reif für den Schrottplatz der Geschichte, fortan sucht der Sorento sein Glück mit selbsttragender Karosserie.

Neuer Vierzylinder-Diesel mit knapp 200 PS und 6,5 Liter Verbrauch

Moderner Look, aber auch ein Stück verwechselbarer: Kia-Designchef Peter Schreyer hat den Sorento ordentlich entstaubt.

Das ist nicht nur Stand der SUV-Technik, sondern spart mal eben 215 Kilo ein. Erstmals bietet Kia seinen Hochbeiner auch als Fronttriebler an, das erleichtert ihn um weitere 60 Kilo. Ganz klar, wer jetzt mit einem übergewichtigen Geländemops mitten in die aktuelle CO2-Diskussion platzen würde, hätte per se schon mal schlechte Karten. Deshalb dreht sich beim Sorento natürlich alles erst einmal darum, den Verdacht, des falschen Autos zur falschen Zeit, auszuräumen. Ganz oben auf der Argumentations-Skala rangiert darum der neue 2,2 Liter-Diesel. Der Vierzylinder soll mit seinen fast 200 PS im Schnitt gerade mal 6,5 Liter verzehren, was einem CO2-Wert von nur 171 g/km entspräche. Ein Spitzenwert. Wenn es denn stimmt.

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Verarbeitung und Materialauswahl im Sorento-Cockpit sind deutlich hochwertiger als im Vorgängermodell.

Auf jeden Fall wird der Sorento groß rauskommen. Was wörtlich zu nehmen ist. Zehn Zentimeter hat er in der Länge zugelegt, dafür duckt er sich in der Höhe um drei Zentimeter. Wobei wir bei der Optik wären. Hier hat Designchef Peter Schreyer den kantigen Kerl ordentlich entstaubt. Deutlich moderner (aber auch ein Stück verwechselbarer), mit neuem Familiengesicht und klar gezeichnetem Heck, wird schnell deutlich, wo die Reise hingeht. Die Rabaukentage des markigen Offroaders sind vorbei, jetzt soll das Großstadtabenteuer beginnen. Dafür hat Kia im Innenraum ordentlich Platz gemacht. Für 900 Euro extra lässt sich jetzt eine dritte Sitzbank ordern, ausreichend für zwei Kinder. Wird sie nicht benötigt, zieht sie sich ruck, zuck in den Laderaumboden zurück. 528 Liter Gepäck dürfen dann vollgepackt werden. Wer alle Sitze umlegt, kann hinten stattliche 1582 Liter unterbringen (20 Prozent mehr als bisher).

Das Ausstattungsniveau ist ebenfalls üppig. Sechs Airbags und ESP sind Standard, ebenso Klimaanlage, Audio-System mit Ipod-Anschluss, Bordcomputer und Aluräder. Extras wie Rückfahrkamera (350 Euro) oder Glasschiebedach (900 Euro) können einzeln geordert werden. Im Detail präsentiert sich der Sorento deutlich hochwertiger als bisher. Verarbeitung, Materialauswahl, Sitze und Sitzposition, Geräuschdämmung und Bedienung, das alles hebt den Korea-Tiguan, der sich die Basis mit dem Hyundai Santa Fe teilt, auf ein Qualitätsstandard, der Vergleiche mit den Besten der Klasse standhalten sollte. Denn auch im Komfort fährt Kia nun eher den vernehmlichen Schmusekurs. Die neue gemütliche Abstimmung gefällt, ohne dass die Fahrstabilität Wackelpudding-Feeling am Steuer vermittelt. Okay, die Lenkung könnte eine Spur direkter sagen, was da unten an den Rädern Sache ist, damit lässt sich aber insgesamt gut leben.

Die Eintiegsversion ist satte 2000 Euro günstiger als das Vorgängermodell

Die gemütliche Abstimmung gefällt, allerdings könnte die Lenkung eine Spur direkter sein.

Neben dem neuen Diesel bietet Kia einen ebenfalls neuen 2,4 Liter Benziner mit 174 PS an. Kein schlechter Motor, im Vergleich zum Selbstzünder, aber klar die zweite Wahl. Der Turbodiesel kann einfach alles besser. Durchzug, Temperament, Laufruhe und natürlich der Verbrauch sprechen für ihn. Am besten versteht er sich übrigens mit der optionalen 6-Stufen-Automatik (1135 Euro), die klare Vorteile gegenüber dem Sechsgang-Schaltgetriebe hat, das sich auf zu langen Wegen gerne mal verläuft und je nach Modell mal mehr, mal weniger hakelt. Preislich ist Kia zwar nicht mehr der Discounter von früher, hebt aber auch nicht ab. Dank Frontantrieb beginnt der Sorento nun bei 28.505 Euro (Benziner, Schalter) und unterbietet das bisherige Modell glatt um 2000 Euro. Der preiswerteste Diesel kostet 30.770 Euro, Allradantrieb jeweils 1510 Euro mehr. Und fürs Vertrauen in die neue Stärke der Marke, gibt Kia fünf statt drei Jahre Vollgarantie ohne Kilometerbeschränkung sowie zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung statt bisher sechs.

Autor: Tomas Hirschberger

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