Fahrbericht Kia Sportage

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Fahrbericht Kia Sportage

— 12.11.2004

Freizeit-Kletterer

Kia kommt gewaltig – und wie immer günstig. Mit der zweiten Auflage des Kompakt-SUV Sportage geht der steile Aufstieg der Koreaner weiter.

Kia wächst wie keine andere Marke in Europa

"Wir werden uns in Zukunft an Toyota orientieren." Haydan Leshl, frischgebackener Geschäftsführer von Kia Deutschland, traut seinem neuen Arbeitgeber offensichtlich eine Menge zu. Kann er auch, denn keine andere Marke wächst in Europa derzeit so rasant wie Kia. In Deutschland stiegen die Neuzulassungen in den ersten neun Monaten 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 27,5 Prozent.

Die Ursache dafür liegt unter anderem in einer stürmischen Modelloffensive. Nach Sorento, Picanto und Cerato startet Anfang Dezember 2004 der Nachfolger des kompakten SUV Sportage. Nächstes Jahr folgen dann ein Polo-Gegner und die Neuauflage des Magentis, 2006 die nächste Generation der Vans Carens und Carnival. Der Laden brummt also. Die erste Fahrt mit dem neuen Sportage soll klären, ob die Koreaner dabei wieder den richtigen Ton treffen.

Reden wir nicht über Optik. Mir persönlich gefällt das weitgehend baugleiche Schwestermodell Hyundai Tucson besser, andere werden den Kia wegen der flotten Linie von der Dachreling bis in die Heckleuchten eher mögen.

Gute Raumausnutzung und Variabilität

Fest steht: Auf 4,35 Metern Außenlänge zaubern die Asiaten viel Platz und eine tolle Variabilität. Vorn wie hinten müssen Gäste bis knapp zwei Meter keine Haltungsschäden fürchten. Die bequemen Sitze erlauben eine entspannte Sitzposition. Perfekt wäre sie, wenn das Lenkrad auch noch in der Weite, und nicht nur in der Höhe, verstellbar wäre.

Uneingeschränktes Lob verdient sich dagegen die geteilt klappbare Fondbank. Einfach Lehne entriegeln und nach vorn fallenlassen – schon entsteht eine komplett ebene Ladefläche. Die Sitzbank taucht dabei nach unten ab, die drei voll versenkbaren Kopfstützen können an Ort und Stelle bleiben. Genauso soll es sein. Und wem das noch nicht reicht, der darf sich zusätzlich über die nach vorn umlegbare Beifahrersitzlehne und das separat öffnende Heckfenster freuen.

Die dynamischen Talente des Sportage fallen dagegen nicht so berauschend aus. Der von uns gefahrene 2.0 CRDi 4WD muß seine 113 PS ordentlich quälen, um flott unterwegs zu sein. Fast 1700 Kilo Leergewicht fordern ihren Tribut. Immerhin geht der 2,0-Liter-Common-Rail-Diesel kultiviert zu Werke, soll sich zudem mit 7,1 Litern begnügen. An die Urlaubsfahrt mit voller Zuladung (immerhin 523 Kilo) oder Anhänger (bis 1600 kg) möchten wir dennoch nicht denken. Ebensowenig an das schlechte Gewissen und den wohl enttäuschenden Wiederverkauf aufgrund des fehlenden Partikelfilters und der Euro-3-Einstufung. Doch die Koreaner arbeiten daran.

20 cm Bodenfreiheit für Wald und Wiese

Erfreulicher, daß es den 2.0 CRDi nicht nur als Handschalter, sondern auch mit Automatik gibt. Gegenüber dem manuellen Fünfganggetriebe mit den langen Wegen ist die Automatik – obwohl mit nur vier Fahrstufen ausgestattet – durchaus eine Überlegung wert.

Der immer mit Automatik und Allrad kombinierte 2,7-Liter-V6 kommt wohl nur für Sechszylinder-Enthusiasten in Frage. Die 175 PS hinterlassen einen eher gemütlichen Eindruck, den das Getriebe noch verstärkt. Für alle Otto-Freunde dürfte der Zweiliter mit 141 PS die bessere Wahl sein. Bei kaum schlechteren Fahrleistungen spart er einiges an Geld. Fahrwerksseitig setzen die Kia-Ingenieure auf eine straffe, aber nicht unkomfortable Abstimmung. Zusammen mit dem ESP (Serie, nur 2.0 LX extra) fährt der Sportage so auf der sicheren Seite.

Vom elektronisch geregelten Allradantrieb (2.0 auch als Fronttriebler) merkt der Fahrer zunächst nichts. Erst wenn die Traktion der Vorderräder nachläßt, gehen bis zu 50 Prozent der Antriebskraft nach hinten. Zusammen mit den relativ kurzen Überhängen und 20 Zentimeter Bodenfreiheit reicht das für Wald und Wiese. Wer weiter will, kann die gleichmäßige Kraftverteilung per Knopfdruck fixieren (bis 30 km/h aktiv) – im schweren Gelände sollte der Sportage natürlich trotzdem nicht spielen.

Technische Daten, Preise und Ausstattungen

Die größten Erfolge feiert der Kia schließlich beim Bezahlen. Den 2.0 LX mit Frontantrieb gibt es bereits ab 18.150 Euro, also noch mal 240 Euro billiger als den schon günstigen Bruder Hyundai Tucson. Ein fünftüriger Toyota RAV4 4x2 mit 125 PS kostet satte 4450 Euro mehr. Nur gut, daß Toyota hier nicht Kias Vorbild war.

Autor: Gerald Czajka

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