Fahrbericht Maserati Quattroporte Automatica

Maserati Quattroporte Automatica Maserati Quattroporte Automatica

Fahrbericht Maserati Quattroporte Automatica

— 19.01.2007

Jetzt schaltet er richtig

Schluss mit dem Schubsen: Mit der neuen Automatik kommt die elegante Maserati-Limousine endlich richtig in die Gänge.

Die beiden Schaltpaddel hinterm Lenkrad können wir getrost vergessen. Es gibt sie zwar noch als Extra für den GT (Sport GT Serie), aber sie sind eigentlich überflüssig. Denn ab sofort wechselt man nur mehr in Ausnahmefällen mit den Zeigefingern die Gänge: zum Beispiel bei spontanen Überholmanövern oder vor steilen Bergabfahrten.

In der Regel dürften Quattroporte-Fahrer diese Arbeit künftig der Automatik überlassen, die aufpreisfrei angeboten wird und rund 90 Prozent des Bestelleingangs abdecken soll. Der von ZF zugelieferte Sechsstufen-Automat (eine siebenstufige Automatik wird demnächst folgen) macht all das richtig, was uns beim DuoSelect-Getriebe Fluchen auf Italienisch beigebracht hat. Rüde Gangwechsel gehören ebenso der Vergangenheit an, wie Kopfnick-Kunstpausen beim Hoch- und mittelschwere Erschütterungen im Antriebsstrang beim Zurückschalten. Die Automatik-Variante beweist schon bei der ersten Ausfahrt echte Hans-Dampf-Qualitäten. Sie arbeitet sanft und trotzdem aufmerksam, sie reagiert spontan, aber nicht hektisch auf Gaspedal-Befehle, und sie hat ihre Schaltcharakteristik ziemlich perfekt dem Drehmomentverlauf des sonoren Achtzylinders angepasst.

Das können die Italiener: elegant, aber nicht schwülstig - funktional, aber nicht streng.

Besonders viel Spaß macht die Automatik im Sport-Modus, in dem die Gänge mutig ausgedreht werden, der V8 gierig am Gas hängt – insbesondere in dem Bereich zwischen 4000 und 7000 Touren. Obwohl das Getriebe jetzt nicht mehr an der Hinterachse sitzt, sondern direkt mit dem Motor verblockt ist, glänzt der 1990 Kilo schwere Wagen immer noch mit einer ausgeglichenen Gewichtsverteilung von 49 zu 51 Prozent. Verzichten müssen Automatik-Fahrer aus Kostengründen auf die Trockensumpfschmierung. Dafür klettert die Drehmomentkurve des 400 PS starken V8 von 450 auf 460 Nm. Beim Spurt verliert der Automatica von null bis 100 km/h auf den DuoSelect 0,4 Sekunden (5,6 statt 5,2).

Doch dies ist ein eher theoretischer Wert, denn auch die Schalterei mit den Wippen will gelernt sein. Nicht ganz glauben können wir die 14,7 Liter, die Maserati als Durchschnittsverbrauch angibt – das wären neun Prozent weniger als bisher. Der engagiert bewegte Testwagen genehmigte sich im Schnitt aber immerhin 22,7 l/100 km. Das dürfte die Liebhaber eines Quattroporte Automatica weniger interessieren. Sie schauen vor allem auf die Form – finito. Wer dennoch auf den Benzinverbrauch schielt, hat sich das falsche Auto ausgesucht. Immerhin bekommt er mit dem neuen Getriebe aber auch ein Stück Technik, das den Verstand überzeugt. Sein Herz ist eh verloren – kein Wunder bei dem wirklich unglaublichen Ambiente.

Fazit

Dieses Auto kann nichts entstellen. Der Quattroporte strahlt vor Rasse.


Bildschön war dieser Maserati schon immer. Mit der Automatik bekommt der Achtzylinder jetzt endlich einen adäquaten Partner. So muss sich ein sportlich-eleganter Italiener benehmen!

TECHNISCHE DATEN* V8 vorn längs, vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 4244 cm3 • 295 kW/400 PS bei 7000/min • Drehmoment 460 Nm bei 4250/min • Hinterradantrieb • Sechsstufen-Automatik • Länge/Breite/Höhe 5050/1895/1440 mm • Radstand 3065 mm • Leergewicht 1990 Kilo • Kofferraumvolumen 450 Liter • Tankinhalt 90 Liter • Höchstgeschwindigkeit 275 km/h • Verbrauch 14,7 Liter SP/100 km *Werksangaben Preis: 112.060 Euro.

Autor: Georg Kacher

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