Fahrbericht Mazda MX-5 2009

Mazda MX-5 Facelift 2009 Mazda MX-5 Facelift 2009

Fahrbericht Mazda MX-5 2009

— 05.05.2009

Der pure Spaß

Fans wird's freuen: Der neue MX-5 ist ganz der alte. Mazda hat seinem Dauerbrenner nur ein leichtes Facelift verpasst. autobild.de-Autor Stephan Bähnisch ist ihn gefahren.

1988 kam in den USA ein neuer Roadster auf den Markt. Schlicht gemacht, leicht gebaut, günstig. Und mit dem Namen Miata. Ein Jahr später durfte er hier als Mazda MX-5 die Herzen im Sturm erobern – mit großem Erfolg. 100.000 deutsche Kunden haben seitdem den Japaner gekauft, der als Synonym für puristischen Fahrspaß gilt. Jetzt kommt Generation Nummer 3 (seit 2005) mit einem dezenten Facelift. So dezent, dass selbst Kenner genau hingucken müssen, um Unterschiede zum Vorgänger auszumachen. Schauen wir genauer hin: Eine neue Frontschürze wie beim Mazda3 soll aggressiver wirken und aerodynamische Vorteile bringen, dazu rollt der Japaner mit frisch gestalteten Scheinwerfereinheiten mit weißen Blinkerleuchten sowie dreieckigen Einfassungen der Nebelscheinwerfer vor. Und der Popo wirkt durch den stärker intergrierten Stoßfänger etwas kräftiger, das war's auch schon.

Keiner klappt schneller

Spätestens wenn das Hinterteil des Fahrers tief nach unten in enge Sitze fällt, kommt das MX-5-Gefühl. Immerhin ist das Gestühl mittlerweile in der Höhe verstellbar, sonst passt alles – zumindest für Menschen bis 1,85 Meter Größe. Ein paar Chromringe peppen den Innenraum auf, das Kombiinstrument ist leicht verändert, sonst ist der neue MX-5 ganz der alte – und das ist gut so. Beispiel Verdeck: Knopf drücken, Hebel ziehen, Verdeck nach hinten werfen, Klappe runter drücken, fertig. Umgekehrt geht's ähnlich schnell, gefühlte drei Sekunden vergehen bis zum Cabrio-Gefühl. Wer braucht ein fünffach klappendes Elektro-Verdeck? Und genauso einfach geht es beim Fahren weiter. Denn der MX-5 lenkt nach der Überarbeitung des Fahrwerks noch zackiger ein, die Lenkung ist gewohnt präzise, das ESP (bei Mazda DSC) lässt viele Freiheiten. Die Schaltung gehört noch immer zum knackigsten, was für Geld zu kaufen ist – die Sechsgang-Automatik, die Mazda erstmals für 1800 Euro samt Schaltpaddles am Lenkrad anbietet, ist nur was für gemütliche Naturen.

Sound für den Innenraum

Für 2400 Euro Aufpreis gibt es weiter das Roadster Coupé mit Metall-Klappdach.

Bei den Motoren hat sich auf den ersten Blick nichts getan. Der 1,8-Liter MZR leistet 126 PS und reicht, mehr Spaß bringt der 2,0 MZR mit 160 PS, zumal er jetzt 500 Touren höher dreht (bis 7500/min) und noch giftiger am Gas hängt. Beim Zweiliter-Benziner mit manueller Sechsgang-Box ist ein neu entwickelter Induction Sound Enhancer (ISE) verbaut, der den Motorensound über spezielle Kanäle in den Fahrzeuginnenraum leitet. Das lässt den Motor durchaus kehliger klingen, ohne das es lauter wird. Im Gegenteil: Der neue MX-5 ist leiser als vorher. Trotzdem sind beide Aggregate etwas sparsamer als vorher, verbrauchen 7,0 (1,8) bzw. 7,6 Liter (2,0) im Drittelmix. Genießer greifen zum Sportpaket mit Recaro-Sportsitzen in Leder und Bose-Soundpaket, die bei der Kurvenhatz Hinterteil und Ohren gleichzeitig jubilieren lassen.

Offen ist die Föhnwelle ab Tempo 120 trotz Mini-Windschott latent gefährdet, ab 160 km/h stehen die Zeichen auf Sturmfrisur. Wer jetzt alte Schwächen wie den Mini-Kofferraum (150 Liter) bemängelt, sitzt im falschen Auto. Zum Glück nichts Neues bei den Preisen: Los geht die offene Fahrt bei 22.000 Euro für den 1.8 MZR, der stärkere Motor ist ab 24.000 Euro zu haben. Wer auf ein festes Klappdach nicht verzichten möchte, legt 2400 Euro für das Roadster Coupé drauf und fährt genauso beschwingt. Fazit: Der Mazda MX-5 ist wie ein guter Wein, er reift mit dem Alter. Bei richtiger Lagerung ist er extrem wertstabil. Im Gegensatz zu edlen Tropfen bringt er er auch im Alltag Spaß und ist kein einmaliges Vergnügen.

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