Fahrbericht Mazda2

Fahrbericht Mazda2 (2008) Fahrbericht Mazda2 (2008)

Fahrbericht Mazda2 (2008)

— 28.09.2007

Fit dank Sushi-Diät

Mazda macht mit dem neuen 2 vor, dass die Rezeptur "weniger ist mehr" aufgehen kann: kleiner und leichter als der Vorgänger, trotzdem mehr Fahrspaß.

Downsizing mal anders: Vier Zentimeter weniger Länge (3,89 Meter) und rund 100 Kilo weniger Gewicht machen den Mazda2 agiler als den Van-artigen Vorgänger. Mit dem hat der neue 2er so viel zu tun wie ein Trolly mit einem Einkaufswagen. Die Sushi-Diät geht mit einem radikalen Designschnitt einher, statt  Ecken und Kanten servieren die Japaner üppige Rundungen. Das Menü passt: Gerade mit dem stärksten Benziner (103 PS) mutiert der kleine Mazda zum Sportler. Direkte Lenkung, eine knackige Schaltung mit weit oben platzierten Schalthebel und ein straffes, aber nicht überhartes Fahrwerk lassen schnell Fahrspaß aufkommen. Hier ist allerdings auch deutlich spürbar, dass ein stärkerer Motor durchaus passen würde, denn das Fahrwerk verkraftet eindeutig mehr Leistung. Geplant ist er leider nicht. Der verbaute 1,5-Liter ist mit 137 Newtonmeter Drehmoment ein wenig schwächlich, darüber trösten auch 188 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht weg. Besser und billiger ist der 1,3-Liter mit 86 PS, der sich außerdem mit bescheidenen 5,4 Litern Kraftstoff zufrieden geben soll und immer noch für 172 km/h gut ist. Bei der ersten Ausfahrt durch die Hügel der Toskana verbrauchte der 2er knapp sieben Liter Normal-Benzin. Gemeinsam ist beiden: Drehzahl macht die Musik, sonst ist der Durchzug mau. Die Geräuschkulisse bleibt trotzdem angenehm dezent, auch die Sitze wissen zu überzeugen. Große Fahrer werden die fehlende Längsverstellung der Lenksäule vermissen. Hinten sollten sich Erwachsene über 1,75 nicht länger niederlassen, sonst drohen Haltungsschäden, denn die schick abfallende Dachlinie kostet Kopffreiheit. Hier geht die Wertung an den Vorgänger, der auch 55 Millimeter mehr Höhe in die Waagschale warf.

Innen japanische Nüchternheit

Für sportliche Kunden haben die Japaner ein "Sports Appearance Package" aufgelegt, das den Schwerpunkt optisch nach unten zieht.

Der Japaner setzt bewusst auf Rundungen. Zwei Sicken betonen die kurvenreiche Seitenansicht. Trotz der nach hinten schmaler werdenden Fensterlinie ist die Rundumsicht ordentlich. Die kurvenreiche Linie birgt aber auch Nachteile. Das Ladevolumen ist mit 250 bis 787 Liter gering, die Ladekante hoch. Bei umgeklappter Rückbank bleibt eine Stufe im Kofferraum, die sich nur mit der aufpreispflichtigen "Trunk-Box" ausgleichen lässt. Dafür verschwinden dann kleine Gegenstände unter der Abdeckung. Der schicken Schale setzt Mazda einen eher schlicht gehaltenen Kern entgegen – hier wurde offenbar nicht nur am Gewicht gespart. Die Kunststoffe können mit denen der deutschen Platzhirsche aus Wolfsburg oder Rüsselsheim nicht mithalten. Hier regiert Hartplastik, der Kunststoff rund um die Radio- und Klimabedieneinheit scheint sehr kratzempfindlich. Dafür ist der Mazda ein Kompakt-Komplettpaket für 11.950 Euro, sechs Airbags, ABS, ESP (bei Mazda DSC) und Bremsassistent sind bereits in der Basis immer an Bord. Klassenprimus Polo kommt mit vergleichbarer Ausstattung auf fast 14.000 Euro, hat aber mit dem 1,2-Liter fünf PS weniger als der Japaner, der in der Basis "Impuls" bereits 75 Pferdchen loslässt. Außerdem sind dann bereits Zentralverriegelung und elektrisch einstellbare Außenspiegel an Bord, von der kompletten Sicherheitsausstattung ganz zu schweigen.

Komplettausstattung für 13.700 Euro

Meine Empfehlung gilt der Ausstattung "Independance", die zusätzlich eine Klimaanlage, ein CD-Radio, elektrische Fensterheber vorn und 15-Zoll-Aluräder bereithält und mit dem mittleren Benziner ab 13.700 Euro zu haben ist. Darüber rangiert die Version "Impression", die mit vier elektrischen Fensterhebern, Sitzheizung, Bordcomputer sowie Licht- und Regensensoren das Leben versüßt. Mit dem 86 PS-Benziner kostet sie 15.100 Euro. Ein Selbstzünder kommt erst im Frühjahr 2008. Die Japaner haben den bekannten 1,4-Liter-Diesel mit 68 PS überarbeitet, versprochene 4,3 Liter Verbrauch sollen Vielfahrer glücklich machen. Preise nennt Mazda noch nicht. Für die sportliche Kunden haben die Japaner ein "Sports Appearance Package" aufgelegt, das mit Spoilern und Seitenschürzen den Schwerpunkt des Fahrzeuges optisch nach unten zieht. Ein Tieferlegungssatz von Eibach (30 mm) ist ebenfalls optional erhältlich. Fazit: Die Diät ist dem Mazda2 gut bekommen. Er ist nicht nur optisch eine runde Sache, sondern überzeugt in der Summe seiner Qualitäten. Den Appetit steigert eine dreitürige Variante, die 2008 folgt. Der Fünftürer eröffnet die Menüauswahl am 20. Oktober 2007.

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