Fahrbericht Mazda5 (Facelift 2008)

— 28.01.2008

Besser und billiger

Mazda hat seinen Kompaktvan überarbeitet. Weil die Retuschen technisch und optisch dezent ausfallen, servieren die Japaner weitere Argumente: Bei vergleichbarer Ausstattung wird der Mazda5 bis zu 600 Euro günstiger.

Von japanischer Bescheidenheit keine Spur: Mazda5-Programm-Manager Kenichi Funaga berichtet stolz, der 5er sei bereits das dritte Fahrzeug, das unter seiner Leitung entstanden ist. Deshalb sei er in Japan ein Meister. Meist würden sich die Verantwortlichen in seinem Fach nach zwei Modellen einem anderen Fach widmen, aber er mache weiter. Doch ist wirklich alles meisterlich im neuen Mazda5? Sowieso, "neuer Mazda5" – die Unterschiede zum erfolgreichen Vorgänger sind auf den ersten Blick gar nicht so leicht auszumachen. Die Scheinwerfer in Ellipsenform wurden wie der typische Fünfpunkt-Grill dem Markengesicht angepasst, die Stoßfänger gerieten vorn wie hinten etwas wuchtiger. Die neue Gestaltung der Rückleuchten mit etwas mehr Klarglas bekommt dem Japaner gut, das Ergebnis ist aber nicht außergewöhnlich oder gravierend markant.

Feinarbeit unterm Blechkleid



Markenzeichen Schiebetür: Der Zugang in den Fond des Mazda5 ist einfach – auf Wunsch auch elektrisch.

Markenzeichen Schiebetür: Der Zugang in den Fond des Mazda5 ist einfach – auf Wunsch auch elektrisch.

Auch unter dem Blech bleiben die Veränderungen übersichtlich: Mazda hat die Achsgeometrie und die Dämpferabstimmung modifiziert, das soll insbesondere bei voller Beladung mehr Komfort und Sicherheit bringen. Erfahrbar war der Fortschritt auf einer ersten Tour mit zwei Personen durch Sizilien allerdings nicht. Der 5er federt nach wie vor weich und komfortabel, ein Sportler-Gen hat er indes noch immer nicht. Neue Felgen werten nicht nur die Optik auf, sondern senken dank ihrer Härte auch den Geräuschpegel. All das wird aber noch keinen Kunden zum Kauf bewegen, auch nicht, dass der Zweiliter-Benziner jetzt mit einem elektrischen Gaspedal, einem Sechsgang-Getriebe oder einem erhöhten Bremsdruck für bessere Dosierbarkeit der Bremsen aufwartet. Wohl aber könnte das nochmals verbesserte Preis-Leistungs-Verhältnis den Käufer überzeugen. Zwischen 200 und 600 Euro weniger ruft Mazda für seinen Familientransporter auf.

Auf Wunsch jetzt auch mit Leder

Die Basisausstattung "Komfort" mit fünf Sitzen und 115 PS starkem 1,8-Liter-Benzine kostet mindestens 20.200 Euro, der fünf PS schwächere Diesel ist ab 22.500 Euro zu haben. Sieben Sitze und eine Klimaanlage gibt es in der "Exclusive"-Linie, die 21.900 Euro kostet. Wer den 146 PS starken Zweiliter-Benziner sein Eigen nennen will, muss 22.900 Euro anlegen. Er kann mit einer neuen Fünfgang-Automatik kombiniert werden, die 1380 Euro kostet, dem Motor aber gefühlte 30 PS raubt. Flott und sparsam ist der 5er mit dem 140-PS-Diesel, der gut mit einem knackig abgestimmten Sechsgang-Getriebe harmoniert und mit 24.900 Euro den Geldbeutel nicht über Gebühr belastet. Ein Hauch von Luxus hält mit der "Top"-Ausstattung Einzug in den Japaner: Für mindestens 25.900 Euro sind Ledersitze und Bi-Xenon-Scheinwerfer an Bord. In der Aufpreisliste stehen dann nur noch das Festplatten-Navigationssystem für 2470 Euro oder die neuen elektrischen Schiebetüren für 770 Euro. Wegen der Lederausstattung ist der Top als einzige Variante, die beim Preis geringfügig zugelegt hat. Wer sie weglässt, bekommt 500 Euro erstattet.

2010 kommt der Wasserstoff-Hybride

Neu ist die wuchtige Mittelkonsole mit großem Bildschirm. Die Materialien sind besser als beim Vorgänger.

Neu ist die wuchtige Mittelkonsole mit großem Bildschirm. Die Materialien sind besser als beim Vorgänger.

Seine Qualitäten hat sich der Mazda allesamt bewahrt: Die Sitze klappen dank des cleveren Karakuri-Sitzsystems kinderleicht weg und lassen Platz für maximal 1678 Liter Gepäck, die Bedienung ist einfach, und die Zahl der Ablagen (45 Stück!) beeindruckend. Eine überarbeitete Mittelkonsole mit großem Bildschirm und bessere Kunststoffe lassen den Van wohnlicher erscheinen, das Geräuschniveau ist erfreulich niedrig bis Tempo 160. Bei den Motoren hat Mazda keine Hand angelegt, gerade die Benziner wirken im Vergleich mit der Konkurrenz wenig spritzig, gelten aber mechanisch als absolut solide. 2010 soll dann ein besonderer Mazda5 für Furore sorgen: der RE-Hydrogen Hybrid kombiniert einen Wankelmotor mit Wasserstoffantrieb. Die ersten Leasing-Fahrzeuge werden in Japan und den USA laufen. Und Kenichi Funaga wird wieder sehr stolz sein.

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