Fahrbericht Mercedes-Benz SLK

Fahrbericht: Mercedes-Benz SLK 200 K/SLK 350 Fahrbericht: Mercedes-Benz SLK 200 K/SLK 350

Fahrbericht Mercedes-Benz SLK

— 18.03.2004

Hier kommt der neue Klassiker

Vorn Formel 1, dahinter alles, was süchtig macht. Der neue SLK ist Mercedes-Benz pur. Und doch so anders.

Nackenföhn verwöhnt SLK-Fahrer

Wir kennen Heizung. Normal. Wir kennen Klimaautomatik, elektrisch angewärmten Sitz und Lenkrad. Besser. Doch als das Windschott im Cabrio Mode wurde, da polterten die Puristen: Pfui, das ist jetzt das Gelbe vom Weichei! Von wegen! Mercedes-Benz setzt im SLK noch eins drauf: Der Nackenföhn ist da. 458 Euro kostet Airscarf. Doch getreu schwäbischer Aufpreis-Tradition müssen für den wärmenden Luftschal 2018 Euro aufgewendet werden, weil die Preisliste ihn mit beheizbaren Ledersitzen verkuppelt. Allein deshalb lohnt es sich, einfach den Kragen hochzuschlagen.

Mit dem Fahrtwind pustet uns der SLK dann aber alle kleinlichen Gedanken aus dem Hirn. In dieser vollverzinkten Hülle, die gegenüber dem Vorgänger 72 Millimeter länger und 65 Millimeter breiter wurde, wartet auch schon in der kleinsten Version großer Fahrspaß. Drei Motoren sind im Programm: • SLK 200 Kompressor, 120 kW/163 PS • SLK 350, 200 kW/272 PS • SLK 55 AMG, 265 kW/360 PS. Der AMG-Motor kommt erst im vierten Quartal, stand für Probefahrten noch nicht bereit.

Stolz präsentieren die Schwaben den neu konstruierten 3,5-Liter-V6 im SLK 350. Zu Recht. Einmal aufs kleine Pedal getreten – wer dabei nicht süchtig wird, der sollte besser Strichachter-Diesel fahren. Was Mercedes-Benz für den 350 (der bald auch in die Limousinen kommt) nüchtern in Zahlen meldet: 5,6 Sekunden auf 100, Spitze abgeregelte 250 – das sorgt in der Praxis für feuchte Hände, leuchtende Augen und gelegentliche Rückfälle in urinstinktives Fahrverhalten. Überholen? Ach, war da eben was? Tempobegrenzung? War das etwa 'ne Punktlandung in Flensburg? Haarnadelkurve? Wieso schleichen die anderen eigentlich alle so?

Vom Kart-Gefühl nicht mehr weit entfernt

Kurzum: Gegenüber dem alten SLK glänzt der neue mit noch mehr komfortabler Straffheit und mit präziserer Lenkung, womit das Gesamt-SLK-Kunstwerk vom Kart-Gefühl nicht mehr weit entfernt ist. Zumal man mit dem Hinterteil ja auch fast auf der Hinterachse sitzt. Zum sportiven Fahrstil gesellt sich der Ohrenschmaus der zwei Endrohre. Sie dezibellen die Leistungs-Lust des SLK so gekonnt aggressiv hinaus, dass man am liebsten immer nahe dem Drehzahlbegrenzer fahren möchte, den Super-Spritpreis dabei völlig verdrängend.

Bei echter Freude am Fahren gibt man dem Hebel der neuen Automatik (plus 2169 Euro) dann seitliche Backpfeifen, und die sieben (!) Gänge werden blitzartig durcheilt. Häkkinen-Verehrer müssen für Schalttasten am Lenkrad allerdings noch mal 232 Euro in die Hand nehmen. Unser Tipp: Automatikmodus S wie Sport (es gibt noch C wie Komfort und M wie manuell) waltet besser, als jeder Schalter es je könnte.

Doch horchen wir kurz mal bei (in 22 Sekunden) geschlossenem, genial gefaltetem Dach in den SLK hinein: Da klappert kein Blechlein, da rauscht kein Wind. Irgendwo vorn stellt der Motor gedämpft brummend die Leistung für den Hinterradantrieb bereit, lädt zum ganz entspannten Cruisen ein.

Technische Daten und Preise im Überblick

Und plötzlich meldet sich die Stimme der Vernunft: Was ist eigentlich mit dem Einstiegsmodell, dem 200 Kompressor? Ratio, du hast ja Recht. Die 163 PS reichen völlig, denn auch der "kleine" Zweiliter ist in knapp acht Sekunden auf 100 und läuft 230 Spitze. Auch seine zwei Endrohre tröten fröhlich, je mehr sich die Nadel den erlaubten 6200 Umdrehungen nähert. Auch er hat die gute Verarbeitung sowie serienmäßig Kopf- und Thorax-Seitenairbags, ESP und Bremsassistent, Sechsgangschaltgetriebe, Aluräder, Nebellicht und Zentralverriegelung.

Ach ja, auch der Kofferraum des SLK wurde dank neuer Klapptechnik größer. 300 Liter passen rein, bei geöffnetem Dach sogar 208 (Vorgänger 144 Liter). Für die schönen Fahrstunden zu zweit reicht das allemal.

Technische Daten Mercedes-Benz SLK 200 K/SLK 350 • Vierzylinder mit Kompressoraufladung (V6) • vier (drei) Ventile pro Zylinder • zwei oben liegende Nockenwellen • Hubraum 1796 (3498) cm3 • Leistung 120 kW/163 PS (200 kW/272 PS) bei 5500 (6000)/min • maximales Drehmoment 240 Nm bei 3000/min (350/2400) • Hinterradantrieb • Sechsgangschaltgetriebe • Einzelradaufhängung • ESP • Kofferraumvolumen 300 Liter (208 Liter Liter bei geöffnetem Verdeck) • Tank 70 Liter • Länge/Breite/Höhe 4082/1777/1296 (1298) mm • Reifen 205/55 R 16 V (225/40-245/40 R 17 W) • Gewicht fahrfertig 1390 (1465) kg • Zuladung 315 kg • Radstand 2430 mm • Beschleunigung 0 bis 100 km/h in 7,9 (5,6) s • Spitze 230 (250) km/h • Verbrauch 8,7 (10,6) l S/100 km • Preis 33.524/43.384 Euro

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