Fahrbericht Mercedes SLK 55 AMG

Mercedes-Benz SLK 55 AMG Mercedes-Benz SLK 55 AMG

Fahrbericht Mercedes-Benz SLK 55 AMG

— 12.10.2004

Formel "Fun"

Bislang nur als Safety-Car auf der Piste zu bewundern, jetzt beim Händler: der bärenstarke SLK 55 AMG. 360 PS für alle Fälle.

V8 in dieser Klasse einzigartig

Okay, er hat keine 19-Zöller, keine Vierpunktgurte und weder Funk noch Monitore. Und auf die zugegebenermaßen imposante Lichtanlage auf dem Dach muß der zivile Mercedes-Benz-SLK-55-AMG-Käufer auch verzichten. Aber das sähe auf der Straße auch ein bißchen albern aus. Der AMG-Roadster, der in diesem Jahr als Safety-Car über die Rennstrecken der Welt rast, benötigt solches Equipment, um die Formel-1-Meute im Zaum zu halten.

Die Straßenversion hat alles, was der betuchte Feierabendschumi braucht: 360 PS aus acht Zylindern, die Speedshift-Automatik mit sieben Gängen sowie Lenkradschaltung und manuelles Fahrprogramm, langstreckentaugliche Sportsitze, 18-Zöller, Sportfahrwerk und eine Bremsanlage, die das alles zuverlässig zum Stehen bringt. Aus dem Status eines "kleinen" Roadsters ist der SLK damit endgültig raus: Ein V8 in dieser Klasse ist einmalig, 1540 Kilogramm Gewicht sind kein Pappenstiel, der Sprint in 4,9 Sekunden atemberaubend, der Preis von 63.974 Euro eine hohe Hürde.

Aber Fahrspaß in dieser Leistungsregion war noch nie billig. Und davon vermittelt der SLK AMG reichlich. Trotz des Motorengewichts von 167 Kilo (nur sechs Kilo mehr als der V6-Kompressor im Vorgänger) ist der SLK kein Stück kopflastig geworden, er läßt sich gutberechenbar in Kurven werfen. Selbst bei ausgeschaltetem ESP erkennen die Fahrdynamik-Systeme (ESP, ASR, Brems-Assistent) Schlupf am kurveninneren Rad und bremsen gezielt, aber ohne Leistung wegzunehmen. Das erhöht die Traktion an der Hinterachse – und garantiert ungetrübten Fahrgenuß auf der Rennstrecke.

Technische Daten und Preis

Aber das eigentliche Metier des SLK 55 AMG ist die Landstraße. Jeder Überholvorgang wird vom Fahrer mit breitem Grinsen begleitet. Der V8 spricht sofort an, das Getriebe setzt die Wünsche des Fahrers ohne Verzögerung um. Das manuelle Fahrprogramm erlaubt es, jeden Gang voll auszudrehen, ohne daß die Automatik selbständig hochschaltet.

Und das Ganze wird begleitet vom leicht gepreßten AMG-Sound, der zum freundlichen Hämmern mutiert, wenn richtig Gas gegeben wird. Die Akustik wirkt beeindruckender, wenn die Festdachkonstruktion nach einer 20 Sekunden dauernden Galavorstellung zusammengefaltet ist und 92 von insgesamt 300 Liter Kofferraumvolumen beansprucht. Auf so viel Freiheit muß Safety-Car-Pilot Mayländer verzichten – wegen der Lichtanlage auf dem Dach. Dafür haben die AMG-Ingenieure seinem Auto wesentlich mehr Sound mitgegeben: Dessen Röhren weckt selbst den gelangweilten Formel-1-Gast in der VIP-Loge.

Technische Daten V8 • drei Ventile je Zylinder • Hubraum 5439 cm³ • Leistung 265 kW (360 PS) bei 5750/min • max. Drehmoment 510 Newtonmeter bei 4000/min • Heckantrieb • Siebengangautomatik • vorn Dreilenker-, hinten Raumlenkerachse • Kofferraum 300/208 Liter • Tankinhalt 80 Liter • Länge/Breite/Höhe 4087/1794/1271 mm • Reifen 225/40 R 18 vorn, 245/35 R 18 hinten • Leergewicht 1540 Kilogramm • 0–100 km/h in 4,9 Sekunden • Spitze 250 km/h (abgeregelt) • Verbrauch 12,0 l S/100 km • Preis 63.974 Euro (alles Werksangaben)

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