Test Mercedes E 63 AMG

Fahrbericht Mercedes E 63 AMG

— 02.07.2009

E-Klasse mit Eilzuschlag

V8-Triebwerk, 525 PS, 630 Newtonmeter Drehmoment – das sind die Eckdaten der schnellsten Mercedes E-Klasse. In 4,5 Sekunden auf Tempo hundert, 300 Spitze – AUTO BILD ist den E 63 AMG schon gefahren.

Ist das noch ein Dienstwagen? Oder schon ein Rennwagen? Beides. Der 525 PS starke Mercedes E 63 AMG sprengt die Businessclass. Den Sprinter unter den Firmenwagen genehmigt kein Controller, den muss der Chef sich selbst gönnen. Dreht der am Zündschlüssel, bricht Getöse los: Der 6,2 Liter große V8 bollert aus vier Endrohren. Senkt sich der Fuß unvorsichtig fest aufs Gas, zieht das Panorama draußen wie im schnellen Vorlauf vorbei: 630 Nm drücken den Mercedes in 4,5 Sekunden auf Tempo 100, und würde bei 250 nicht wie üblich abgeregelt, wären locker noch mal 60, 70 Sachen drin. Auf speziellen Wunsch lässt AMG seinem wichtigsten Pferd im Stall deshalb Auslauf bis Tempo 300 (für 3927 Euro extra inklusive Fahrertraining).

Der E 63 kommt mit AMG Drive Unit

AMG Drive Unit: Schaltpaddel hinterm Lenkrad, auf der Mittelkonsole sitzen Tasten für die Fahrmodi.

Was den Reiz des Boliden ausmacht, ist neben dem bärenstarken Achtzylinder die sogenannte AMG Drive Unit auf der Mittelkonsole. Wo sonst der Automatikwählhebel am Lenkrad sitzt, gibt es beim AMG-Modell nur Schaltwippen und dafür auf dem Getriebetunnel einen Schaltstummel. Daneben vier Tasten, die die vier Fahrprogramme von Komfort bis Spitzensport regeln, den Einfluss der elektronischen Schutzengel bremsen und die Härte des Fahrwerks verstellen. Neu sind nicht nur Elektronik, Motor und Getriebe, sondern auch die Vorderachse mit ihrer um fast sechs Zentimeter breiteren Spur. Die ausgestellten Kotflügel muss der Chef mögen.

12,6 Liter Normverbrauch – zwölf Prozent weniger als bislang

Der V8 stemmt 630 Newtonmeter. Über eine Siebenstufenautomatik gelangt die Kraft an die Räder.

Auch der E 63 musste sich einer strengen Spritspar-Diät fügen. Wie bei den zahmen E-Klasse-Typen werden Nebenaggregate im E 63 AMG bedarfsgerecht gesteuert, Bremsenergie wird zurückgewonnen, und im Komfortmodus werden die Drehzahlen des Achtzylinders um bis zu 30 Prozent gesenkt. Mit Erfolg: Obwohl der E 63 AMG elf PS zugelegt hat, geht der Normverbrauch um zwölf Prozent zurück auf 12,6 Liter. Eine respektable Leistung für 1840 Kilo, 525 PS und 105.791 Euro Grundpreis. Wer den E 63 jetzt ordert, der kennt keine Krise.

Technische Daten V8, vorn längs • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 6208 cm³ • Leistung 385 kW (525 PS) bei 6800/min • max. Drehmoment 630 Nm bei 5200/min • Hinterradantrieb • Siebenstufenautomatik • 0–100 km/h in 4,5 s • Spitze 250 km/h • Tankinhalt 66 l • EU-Mix 12,6 l SP/100 km • CO2 295 g/km • Preis ab 105.791 Euro.
Autor:

Thomas Geiger

Fazit

Der Business-Bomber mit brutalem Schub fasziniert, der Klang begeistert. Gut, dass Mercedes auch an der Verbrauchsreduzierung – erfolgreich – gearbeitet hat. Wer sich die teuerste aller E-Klassen leisten kann, darf so wenigstens sein Gewissen (etwas) beruhigen.

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