Fahrbericht Mercedes ML 320 BlueTec
— 03.07.2008Das neue Grün ist blau
Die USA sind reif für den Diesel, findet Mercedes. AUTO BILD fuhr in Übersee den sauberen ML 320 BlueTec, der im Herbst 2009 auch bei uns an den Start geht. Facelift inklusive.
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Vollgas mit (fast) reinem Gewissen
Vollgas mit (fast) reinem Gewissen: Aus dem Auspuff des ML 320 CDI BlueTec kommen weder Rußpartikel noch Stickoxide.
Und der Fahrer merkt nichts von alledem
Um die bereits gültigen strengen US-Abgasgesetze sowie künftige Emissionsregeln in Europa zu erfüllen, musste Mercedes handeln. Ergebnis sind die BlueTec-Modelle. Schon seit Ende 2006 verkauft Mercedes in den USA den E 300 BlueTec, der leichter ist und darum mit einem Nox-Speicherkat auskommt. GL/ML/R 320 BlueTec gehen einen Schritt weiter und arbeiten statt mit einem Nox-Speicherkat mit einem SCR-Kat (Selective Catalytic Reduction). Dabei wird eine wässrige Harnstofflösung (AdBlue) in den Abgasstrang eingespritzt und so in einem chemischen Prozess die Nox-Emissionen um 80 Prozent reduziert. Der 28 Liter fassende Vorratsbehälter für das AdBlue befindet sich in der Reserveradmulde des ML 320 CDI und wird nur bei den regulären Werkstattbesuchen nachgefüllt. Der ML-Kunde soll sich nicht um das System kümmern müssen.ANZEIGE
Parallel gibt's das ML-Facelift
Gleichzeitig mit der BlueTec-Einführung erhalten alle ML-Modelle ein kleines Facelift. Front und Heckpartie wurden sanft überarbeitet. Der Grill ist nur ein paar Millimeter höher, wirkt jetzt aber deutlich prägnanter. Für die Rückleuchten gibt es jetzt als Option LED-Technik, die Außenspiegel sind größer, und innen wurde das Lenkrad neu gestaltet. Außerdem gibt es eine neue HiFi-Anlage mit Musikfestplatte, SD-Kartenschlitz und iPod-Schnittstelle, wie sie bereits im SL und SLK zum Einsatz kommt – eine nette Spielerei. Wichtiger ist da schon, dass für alle ML jetzt PreSafe und aktive Kopfstützen serienmäßig sind.Hehres Ziel: 14 Prozent Dieselanteil in den USA
Trotz der überzeugenden Fahreigenschaften, Laufkultur und Verbrauchsvorteile der BlueTec-Modelle ist es für Mercedes ein Kraftakt, die Amis vom Diesel zu überzeugen. Erst wenn es Werbung und Verkäufern gelingt, Mercedes-Kunden für eine Probefahrt in einen ML 320 CDI statt in einen ML 350 oder ML 500 zu locken, dürften die Selbstzünder-Vorteile mehr Käufer ins Diesel-Lager wechseln lassen. Entsprechend vorsichtig ist Mercedes mit Prognosen: Bis 2017 streben die Schwaben einen Dieselmodell-Anteil von 14 Prozent in den USA an. Möglicherweise geht es aber auch schneller. Speziell dann wenn die Spritpreise weiter so rasant steigen wie zurzeit. Momentan liegt der Galonenpreis für Benzin schon bei rund 4,50 Dollar. Tendenz weiter steigend – für Amis eine Katastrophe.
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