Fahrbericht Mini Cooper Cabrio

Fahrbericht Mini Cooper Cabrio Fahrbericht Mini Cooper Cabrio

Fahrbericht Mini Cooper Cabrio

— 14.05.2004

Mini in Bestform

Darauf haben wir drei Jahre gewartet: Der Mini kommt jetzt oben ohne. Kein billiges Vergnügen. Doch die Sonne gibt es ab sofort gratis dazu.

Viersitzer ist schamlos übertrieben

Es sind diesmal exakt 25 Sekunden bis zum Glück. Genau so lange dauert es, bis sich leise surrend das Verdeck des Mini Cabrio zusammengefaltet hat. Knopfdruck genügt: Sommer, Sonne, Strand und See gibt es jetzt auch im Mini-Format.

Die Kurtaxe sparen wir uns aber – die Elemente erleben wir im offenen Mini viel besser als in jedem Strandkorb. Auf Wunsch auch dosiert – denn zuerst schiebt sich nur der vordere Teil des Daches 40 Zentimeter weit zurück, als eine Art Schiebedach. Genial. Wer mehr möchte, muss lediglich länger den kleinen Knopf drücken. Dann tanzt das Gestänge weiter sein Ballett, und die Kapuze legt sich komplett hinter der Rückbank ab – fertig. Eine Persenning oder ähnliches Gezurre ist nicht nötig.

BMW behauptet, dass es sich beim Mini Cabrio um einen Viersitzer handelt. Das ist schamlos übertrieben. Für zwei Erwachsene ist es hinten eindeutig zu eng. Aber andererseits, wir reden hier über ein 3,63 Meter kurzes Auto. Was dürfen wir da erwarten?

Easy Load "bremst" die Heckklappe

Zumal sich die Bayern beim Gepäckraum ungewöhnlich viel Mühe gegeben haben. Das Mini Cabrio soll eben auch als echtes Erstauto durchgehen. Es fängt damit an, dass die Rücklehne geteilt umzuklappen ist – beachtliche 605 Liter Stauraum sind das Ergebnis.

Besonders stolz sind die bayrischen Verpackungskünstler aber auf eine Easy Load genannte Funktion: Bei geschlossenem Dach lässt sich der untere Teil etwas anheben, ebenso die Ablage. So kann das Abteil leichter beladen werden, vergrößert sich von 120 auf 165 Liter. Noch ein kleines Detail am Rande: Die Heckklappe fällt nicht einfach herunter wie früher, sondern senkt sich ganz langsam heraus. Zwei Stahlkabel mit integrierter Dämpfung machen es möglich.

Auch sonst beweist BMW eine fast schon liebevolle Sorgfalt im Detail. An der Frontscheibe etwa klebt oben eine kleine Gummilippe. Man bemerkt sie kaum, die Wirkung ist aber umso größer: Unter anderem deshalb zieht es im Cockpit bemerkenswert wenig. Bei niedrigem Tempo streicht der Fahrtwind sanft übers Haar, und auch bei hohem Tempo stürmt er nicht etwa erbarmungslos, sondern – sagen wir mal – mit kräftig massierender Wirkung.

Kein ausgemachtes Temperamentsbündel

Viel schneller sollte es sowieso nicht werden. Einerseits sind Cabrios ja nicht zum Rasen da, andererseits ist der bei den ersten Testfahrten gefahrene Cooper kein ausgemachtes Temperamentsbündel.

Der 1,6-Liter mit seinen 115 PS hat etwa 100 Kilo mehr zu schleppen als bei der Limousine. Das spürt man deutlich, er wirkt einfach müder. BMW verspricht zwar 9,8 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und 193 km/h Spitze, doch so recht glauben können wir diese Werte (noch) nicht.

Auf der Straße fühlt sich der Mini ohnehin wohler, wenn man ihn nicht scheucht. Kurvige Strecke, zügiges, aber nicht hetziges Tempo – und schon läuft er zu großer Form auf. Dann geht er messerscharf um die Ecken, liegt straff und knackig, lenkt präzise. Wenn es dann noch heiser aus dem Auspuff bollert – klappt nur bei offenem Verdeck –, kann unser von vielen grauen Wintermonaten gequältes Gemüt aufatmen.

Technische Daten, Preise und Ausstattung

Ab 3. Juli 2004 steht das Mini Cabrio bei den Händlern, zuerst als One mit 90 PS für 18.300 Euro und als Cooper mit 115 PS für 20.000 Euro. Den Cooper S mit 170 PS gibt es erst ab August für 24.000 Euro.

Gegenüber der Limousine sind das Aufschläge von 3700 (One), 3500 (Cooper) und 4100 Euro (Cooper S) – also heftige Ansagen. Auch wenn die Serienausstattung relativ komplett ist: unter anderem mit Kopfairbags, Alus, Funk-Plip auch fürs Verdeck, Einparkhilfe und Zentralverriegelung. ESP, das bei BMW DSC heißt, kostet allerdings 470 Euro extra. Mittelfristig rechnet BMW mit einem Cabrio-Anteil von etwa 25 Prozent. Schöne Aussichten für den Mini in Bestform.

Technische Daten • Reihen-Vierzylinder • vier Ventile je Zylinder • Hubraum 1598 cm3 • Leistung 85 kW (115 PS) bei 6000/min • maximales Drehmoment 150 Nm bei 4500/min • Frontantrieb • Fünfganggetriebe • vorn McPherson-Federbeine • hinten Mehrlenkerachse • Kofferraum 120–165 l • Tank 50 l • Länge/Breite/Höhe 3635/1688/1415 mm • Reifen 175/65 R 15 • Leergewicht 1175 kg • 0–100 km/h in 9,8 s • Spitze 193 km/h • Verbrauch 7,3 l SP/100 km • Preis 20.000 Euro

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