Fahrbericht Mitsubishi Colt

Fahrbericht Mitsubishi Colt Fahrbericht Mitsubishi Colt

Fahrbericht Mitsubishi Colt

— 12.04.2004

Ein Colt für alle Fälle

Smart forfour auf Japanisch heißt Mitsubishi Colt. Der Bruder des Smart ist vielleicht nicht so süß, aber praktischer. Und billiger.

Am 5. Juni startet der neue Colt

Das Anzeigenmotto für den neuen Colt lässt Raum für Spekulationen: "Colt, wohin bringst du uns?" Klingt irgendwie nach "Colt – quo vadis?". Wohin geht die Reise? Darüber gibt es zumindest bei Mitsubishi keinen Zweifel. Kann es gar nicht geben. Wenn das erste Baby, das vollständig unter dem Dach der DaimlerChrysler-Allianz geboren wurde, am 5. Juni an den Start rollt, ist es zum Erfolg verdammt. 20.000 Stück sollen pro anno bei uns verkauft werden, 11.000 noch dieses Jahr. "Der Colt ist das wichtigste Modell, das wir je auf den Markt gebracht haben", beschwört Europa-Chef Thomas Weigand den Stellenwert für die Company.

Für den Erfolg des kompakten Japaners sollen in erster Linie Kunden sorgen, die bislang bei Honda (Jazz), Peugeot (206) oder etwa Toyota (Yaris) eingekauft haben. Mitsubishi plant eine Eroberungsrate von 85 Prozent. Kein Wunder, sind Großteile der eigenen Kundschaft mangels moderner Alternativen doch längst abgewandert – der alte Colt ist schließlich acht Jahre alt.

Gemeinsam mit dem Smart forfour läuft der Hoffnungsträger bei NedCar im niederländischen Born vom Band. Rund 60 Prozent der Technik-Komponenten teilen sich die beiden brüderlich, sind aber völlig unterschiedliche Typen: Während der trendige Smart auf der Lifestyle-Welle surft, will Mitsubishi in die praktische Opel-Meriva-Ecke fahren. Das Colt-Motto: Viel Platz und Ideen auf wenig Raum. Die Japaner verweisen auf die jeweils größte Außenbreite (1,69 m) und Innenraumlänge (1,70 m) der Klasse.

Hintere Sitze einzeln verschiebbar

Machen wir die Sitzprobe. Tatsächlich: Das Raumgefühl ist super. Vorn und hinten sitzen selbst 1,80-Meter-Passagiere auf festen Polstern erstaunlich luftig, mit genügend Platz vom großen Zeh bis zur obersten Haarspitze. Größtes Plus gegenüber Klassenkameraden aber ist die Flexibilität des 3,87 Meter kurzen Japaners: Die hinteren Sitze sind einzeln je 15 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbar, lassen sich umklappen, zusammenfalten oder ganz herausnehmen – geht beim Smart übrigens nicht). Zudem kann man die Lehne des Beifahrersitzes nach vorn klappen und so sperrige Sachen bis zu einer Länge von rund 2,30 Metern einladen. Das bietet so keiner in der Polo-Klasse. Wirklich ein Colt für alle Fälle.

Dieses Urteil hat auch nach den ersten Testkilometern Bestand. Im Gegensatz zum betont straff abgestimmten Smart hat sich Mitsubishi für die gemütlichere Variante entschieden, die – wie ich finde – auch viel besser zu einem Stadtauto passt (zumal die Schlaglöcher bestimmt nicht weniger werden ...). Der Colt rollt deutlich komfortabler ab als der forfour, bekommt aber keine weichen Knie, wenn er mal in Kurven härter rangenommen wird.

Mit von der Partie bei unserer ersten Ausfahrt war der 1,3-Liter-Benziner (95 PS). Der künftige Volumenmotor, gebaut im thüringischen Kölleda, ist allerdings nicht so der Hit. Ein drehfreudiges Bürschchen, aber beim Gasgeben zu laut und auch nicht wirklich kräftig im Antritt. Alternativ startet der Colt mit zwei weiteren Benzinern (75 und 109 PS, alle erfüllen die Euro-4-Abgasnorm) sowie einem 1,5-Liter-Diesel (95 PS). Ein 68-PS-Diesel folgt Anfang 2005.

Technische Daten und Preise

Die Preisliste beginnt bei 11.990 Euro. Dafür gibt es (ab Oktober) den 75-PS-Fünftürer in der Ausstattungsvariante Inform inklusive vier Airbags (Front und Seite), ABS sowie elektrischer Fensterheber vorn.

Wer allerdings ESP haben möchte (heißt hier MASC und lässt sich nicht abschalten), muss mindestens den 1.3 Invite für 14.990 Euro bestellen – und weitere 800 Euro für das Sicherheitspaket inklusive Kopfairbags anlegen. Eine fragwürdige Paket-Politik – die leider nicht annähernd so modern ist wie das Konzept des Colt.

Autor: Tomas Hirschberger

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