Fahrbericht Mitsubishi Lancer Sportback

Mitsubishi Lancer Sportback Ralliart Mitsubishi Lancer Sportback Ralliart

Fahrbericht Mitsubishi Lancer Sportback Ralliart

— 20.07.2008

Der Evo light

Ab Anfang 2009 lässt es sich günstiger auf Rallyespuren lustwandeln. Die abgespeckte Technik des Lancer Evo, etwas weniger Leistung und günstiger, klingt, als würde bald eine Wallfahrt zum Mitsubishi-Händler fällig.

Motorsportfans aus aller Welt huldigen den Lancer-Evolutionen seit Generationen. Daran wird sich wahrscheinlich nichts ändern. Wohl aber, dass man ab Anfang 2009 günstiger auf den Rallyespuren lustwandeln kann. Und zwar mit dem Lancer Ralliart. Zum Preis eines VW Golf R32 quasi der Evolution light. Denn abgespeckt wurde in der Leistung (240 statt 295 PS) und bei technischen Details wie der Giermomentregelung des Allradantriebs. Verzichten muss man jedoch nicht auf die per Tastendruck variable Kraftverteilung. Je nach Bodenbeschaffenheit lässt sich das ideale Setup wählen – Asphalt, Schotter oder Schnee. Und selbst die Evo-Optik ist dabei – zumindest vorn, durch die unveränderte Evo-Haube.

Das TC SST konnte auf der ersten Ausfahrt noch nicht überzeugen

Grau lackierte Leichtmetallräder sind bereits ab Werk dabei.

Darunter arbeitet der bereits bekannte Vierzylinder mit Turbolader, der sich nur in wenigen Details vom Topmodell unterscheidet. Die Kraftübertragung übernimmt immer das TC SST genannte Doppelkupplungsgetriebe. Wirklich überzeugen konnte es uns auf der ersten Ausfahrt nicht. Im Normal-Modus noch unauffällig funktionierend, fehlt dem Getriebe bei Kickdown die nötige Entschlossenheit und vor allem Tempo. Der Sport-Modus ändert daran nur wenig, abgesehen von der Tatsache, dass man im Stadtverkehr im zweiten Gang fährt, da die Elektronik nur bei bestimmten Drehzahlen hoch- oder runterschaltet. Daher lieber selbst Hand anlegen, an den herrlichen Alu-Paddeln hinterm Lenkrad ziehen, die Gänge passend reinzippen und sich über kurvige Landstraßen peitschen. Auf trockener Straße bleibt der Lancer dabei lange neutral, beginnt erst ganz spät, über die Vorderräder zu schieben.

Unglaublich: die Traktion. Wer nicht widersteht und den Lancer über Schotter prügelt, wird das Grinsen nicht mehr los. Spielerisch lässt sich der Ralliart vor Kurven anstellen und leicht übersteuernd durch Biegungen treiben – sensationell. Weniger gut: Die Lenkung verhärtet bei schnellen Lenkmanövern, erfordert dann extrem hohen Kraftaufwand. Kritik müssen sich auch die Bremsen gefallen lassen, die bereits nach einer scharf gefahrenen Bergabpassage Hotspots bildeten. Zudem bieten die Sitze zu wenig Seitenhalt und Auflagefläche. Und warum das Lenkrad nur höhen- aber nicht weiteneinstellbar ist, weiß man wohl auch bei Mitsubishi nicht. Eine ideale Sitzposition findet sich so nur schwer. Einfacher ist es auch nicht, sich für ein Modell zu entscheiden. Anders als der Evo gibt es den Ralliart als Limo und als Sportback genanntes Schrägheck. Beide zum gleichen Preis.

Technische Daten

Mitsubishi Lancer Sportback Ralliart R4, vorn quer • 4 Ventile pro Zylinder • Turbolader mit Ladeluftkühler • Hub raum 1998 cm³ • Leis tung 177 kW (240 PS) bei 6000/min • Literleistung 120 PS/Liter • max. Drehmoment 343 Nm bei 2500-4750/min • permanenter Allrad • Sechsgang- Doppelkupplungsgetriebe • Scheibenbremsen rundum, vorn innenbel. • Reifen 215/45 R 18 v./h. • Länge/Breite/Höhe 4585/1760 /1515 mm • Radstand 2635 mm • Leergewicht 1595 kg • Leistungs- gewicht 6,65 kg/PS • Zuladung 450 kg • Tankvol. 55 l • Verbrauch 10,2 l Super Plus • Beschl. 0–100 km/h in 7,1 s • Höchstgeschw. 220 km/h • Preis ca. 35.000 Euro

Autor: Dietrich Erben

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