Fahrbericht Opel Ampera

Fahrbericht Opel Ampera

— 01.10.2009

So fährt der Elektro-Blitz

Auch wenn er erst in zwei Jahren kommt, gilt der Ampera doch als Hoffnungsträger von Opel. AUTO BILD durfte die Technik – eigebaut in einen Chevy Cruze – schon jetzt fahren.

Reinsetzen und Losfahren sind manchmal zwei ganz verschiedene Dinge. Der Ampera, so wie er 2011 zum Händler kommen soll, steht vor mir – aber nur als bloße Hülle. Der große Hoffnungsträger ist halt noch nicht ganz fertig. Um zu erfahren, was das E-Auto des angeschlagenen Autobauers wirklich kann, muss ich mich in einen Chevrolet Cruze setzen, dem die Technik des Ampera eingepflanzt wurde. Und die funktioniert anders als beim Hybriden oder beim reinen Elektroauto. Als Antrieb dient im Ampera ein 111-kW-Elektromotor, der seinen Strom aus einer Lithium-Ionen-Batterie bezieht. Das geschieht – typisch für E-Autos – nahezu geräuschlos. Nach dem Drücken des Startknopfes erklärt eine Leuchtanzeige im Cockpit, dass die Fahrt beginnen kann. Weil das Drehmoment von 370 Nm bei einem E-Antrieb sofort verfügbar ist, beschleunigt der Ampera im Cruze-Kleid bei der Testfahrt in weniger als zehn Sekunden auf Tempo 100. Lediglich Abrollgeräusche und ein Surren der Elektronik sind zu hören; auch bei Landstraßentempo 100. Rund 60 Kilometer weit reicht die Energie, dann muss an einer Steckdose drei Stunden lang aufgeladen werden.

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Doch der Opel Ampera soll kein Zweitwagen werden, der für die Reise nach Italien ungeeignet ist. Deshalb springt, wenn der Akku zu zwei Dritteln leer ist, der Vierzylinder-Benziner an, der nicht die Räder antreibt, sondern die Reichweite verlängern soll (Range Extender). Über einen Generator erzeugt er Strom für weitere rund 440 Kilometer. Das geschieht angeblich so leise, dass man es nur auf dem LCD-Bildschirm sehen kann. Doch so weit ging die erste Probefahrt noch nicht. Kein Nischenmodell, sondern ein alltagstauglicher Erstwagen für die Familie soll der neue Elektro-Viersitzer sein. "Unser Weg ist der richtige für Opel-Kunden", sagen sie in Rüsselsheim. Anfang 2010 soll der erste fahrende Prototyp des Ampera fertig sein. Dann erleben wir, wie Nachladen und Alltagseinsatz funktionieren. Und wie Auto und Technik endlich eins werden.

Technische Daten Opel
Ampera Elektromotor • Leistung 111 kW (150 PS) • Drehmoment 370 Nm • 1,4-Liter-Vierzylinder- Benzinmotor als Stromgenerator • Vorderradantrieb • Lithium-Ionen-Batterie (Ladekapazität 16 kWh; Betriebskapazität 8 kWh) • Reichweite 60 km im reinen Elektrobetrieb, mit Range Extender 500 km • L/B/H 4404/1798/1430 mm • Radstand 2685 mm • Beschleunigung 0–100 km/h 9,0 s • Höchstgeschwindigkeit 161 km/h • Geschätzter Preis: 37.000 Euro
Hauke Schrieber

Hauke Schrieber

Fazit

Wenn der Ampera Ende 2011 kommt, kann er zwei große Probleme lösen, die die E-Mobilität jetzt noch bremsen: die geringe Reichweite und die Untauglichkeit als Erstwagen. Die Technik mit dem Range Extender ergibt heute noch mehr Sinn als ein reines E-Auto. Aber wird das auch in mehr als zwei Jahren noch so sein? Oder gibt es dann schon E-Autos, die ähnlich viel können? Zum gleichen (hohen) Preis.

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