Opel Antara GTC

Opel Antara GTC Opel Antara GTC

Fahrbericht Opel Antara GTC

— 19.10.2005

Opels große Show

Von der IAA auf die Straße: AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan durfte als erster ans Steuer des Opel Antara GTC – und war begeistert vom Frontera-Nachfolger.

Mit der Spannkraft eines Spitzenathleten

Das soll ein Opel sein? Bullig und mit der Spannkraft eines Spitzenathleten fährt der Antara GTC um die Kurve. Stolz glänzt der Blitz in der Sonne. Der Allradler ist ein Konzeptfahrzeug, mit dem Opel auf der IAA 2005 einen Coup landete und das Appetit auf den Serien-Antara, den Frontera-Nachfolger, machen soll. Ein überzeichnetes Showauto also. Trotzdem fährt es und ist nicht wie sonst oft üblich ein reiner Salonlöwe.

Für AUTO BILD hat Opel das zwei Millionen Euro teure Einzelexemplar von Frankfurt nach Südfrankreich verfrachtet, wo ich den Messestar exklusiv die ersten Kilometer auf öffentlichen Straßen fahren durfte. Beeindruckend ist vor allem die optische Präsenz, die der Dreitürer in alle Richtungen abstrahlt. Unter freiem Himmel sieht er noch schöner aus als in der Messehalle. Ob von vorn oder hinten, von der Seite oder oben – der Antara GTC ist eine automobile Skulptur, die bei mir einen unwiderstehlichen "Will-ich-haben-Reflex" auslöst. GTC steht in diesem Fall für Gran Turismo Crossover. Die Studie ist eine Mischung aus SUV und Coupé.

Erzielt wird dieser Effekt durch die fehlende B-Säule und die abfallende Dachlinie. Als vielseitig talentierter Zwitter könnte er eine neue Marktlücke finden. Auch den Vorgänger Frontera (1992 bis 2002) gab es als Dreitürer, und daß Opel ein Gespür für Modellnischen hat, bewies die GM-Tochter nicht nur mit Zafira und Meriva. Rüsselsheims richtiger Riecher macht Hoffnung, daß auch dieser stimmige Design-Wurf kommt. Noch schütteln die Opel-Oberen zwar den Kopf, doch der IAA-Applaus war so laut, daß sie nach Markteinführung des fünftürigen Serien-Antara Ende 2006 noch mal über den GTC nachdenken sollten.

Nie war ein Opel-Showcar besser verarbeitet

Nur Mut, Jungs, traut euch. Erstmals hat eine 70köpfige Stylisten-Crew im Rüsselsheimer Designzentrum ohne Beteiligung von Fremdfirmen ein fahrfertiges Konzeptauto auf die Räder gestellt. Glückwunsch: Noch nie war ein Opel-Showauto hochwertiger verarbeitet. Die Paßgenauigkeit von Fugen und Dichtungen ist erste Sahne. Der 4,53 Meter lange Crossover rollt auf wuchtigen 20-Zoll-Alurädern. Eingerahmt werden sie von schwungvoll nach außen modellierten Radhäusern. Alle Proportionen sind stimmig. Nirgendwo stolpert das Auge über optische Brüche.

In den vorderen Kotflügeln sowie auf der Motorhaube setzen in Chrom gefaßte Lufteinlässe Glanzpunkte. Die Abgase werden über Sidepipes entsorgt. Eine Lightshow strahlt aus den Heckleuchten. In den runden Rückfahrscheinwerfern sind gleichzeitig gelbe LEDs für den Blinker integriert. Darunter sitzen die Leuchtdioden fürs Rücklicht zweireihig auf langen Stäben. Ein besonderer Clou ist die Heckklappe. Sie öffnet und schließt elektrisch mittels eines sogenannten Pantograph-Scharniers.

Das aufwendige Gelenk sitzt mittig auf dem Dach, hat zwei Drehpunkte und schwenkt die Klappe nach vorn und oben. So ist es nicht mehr nötig, beim Öffnen der Klappe einen Schritt zurückzutreten. Noch mehr Zukunftsmusik spielt innen. Der edle Materialmix aus Leder, Alu, Carbon und Klavierlack versprüht technoiden Charme. "Die Mischung soll die 4x4-Robustheit mit Premiumlook verbinden", sagt der federführende GTC-Designer Kurt Beyer (45).

Der Antara GTC sollte dem Astra GTC folgen

Ein Hingucker sind auch die beiden gegenläufigen Rundinstrumente. Sie schweben hinter einer Scheibe und leuchten im Dunkeln türkis. Vorn fahren die Sitze auf Sockeln elektrisch vor und zurück. Auch hinten gibt es Einzelsitze. Ihre Lehnen klappen per Knopfdruck und machen Platz für einen verschiebbaren Ladeboden. Maximales Stauvolumen: 1400 Liter.

Näher am Serienmodell präsentiert sich die Front. Sie ist geprägt vom Opel-Gesicht mit breitem Grill und Bügelfalte in der Motorhaube. Erlkönigfotos belegen: Die GTC-Front ist nicht weit weg vom Fünftürer, der in der Erprobung ist. Seine Marken-Identität ist trotz Gleichteilestrategie unübersehbar. 40.000 bis 50.000 Einheiten will Opel pro Jahr in Europa absetzen. Die Rüsselsheimer haben gerade einen Lauf und sind für positive Überraschungen gut. Hoffentlich auch beim dreitürigen Antara. Wie schnell aus einer Showeinlage ein Produktionsmodell wird, belegt der Astra GTC. Opel hat den Flitzer weitgehend unverändert zur Serienreife gebracht. Nur weiter so.

Autor: Jörg Maltzan

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