Fahrbericht Opel Astra
— 15.07.2009Wieder ein Retter in der Not
Von wegen düstere Zukunft für Opel: Nach dem Insignia könnte uns auch der neue Astra überraschen. AUTO BILD durfte den kompakten Rüsselsheimer bereits unter die Lupe nehmen und war ziemlich angetan.
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Das adaptive Fahrwerk des neuen Opel Astra zeigt sich ausgewogen
Allerdings war der Testwagen bis unter das früh nach hinten abfallende Dach mit Extras vollgestopft. Das Flex-Ride-Fahrwerk ist im "Touring"-Modus geschmeidig und in "Sport" nicht zu hart. Die elektrische Servolenkung arbeitet verbindlicher, und sie wirkt weniger künstlich als im Insignia. Der Abrollkomfort verdient selbst in Verbindung mit den breiten 18-Zöllern das Prädikat gut. Das AFL+-Lichtsystem macht die Nacht zum Tag. OpelEye erkennt Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen – frei nach dem Motto: Fahrer schläft, Auto wacht. Zu viel des Lobes? Na klar, ein paar Kritikpunkte finden sich allemal. So hat im Astra der Platz und vermutlich auch das Geld leider nicht für ein zeitgemäßes Ein-Knopf-Bediensystem gereicht. Auch auf Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb müssen die Opel-Kunden verzichten. Und der Einstieg in die zweite Sitzreihe wird trotz sieben Zentimeter längeren Radstands durch die relativ schmalen Türen erschwert.Bei den Motoren wachsen die Bäume zunächst nicht in den Himmel
Doch das große Ganze passt und ist außerdem hübsch anzusehen. Immer wieder drängt sich der Vergleich mit dem Insignia auf, immer wieder schneidet der Astra gefühlt noch eine Spur besser ab. Das gilt auch für das Getriebe und die Kopffreiheit im Fond. Bei den Motoren (Benziner mit 100-180 PS, Diesel 95-160 PS) wachsen die Bäume zunächst nicht in den Himmel. Ein wirklich kräftiger Diesel kommt wohl erst 2011, der Astra OPC mit 270 Turbo-PS wurde hinter vorgehaltener Hand für Ende 2010 angekündigt. Unser Testwagen hatte den 1,6-Liter-Turbo mit 180 PS unter der Haube. Der ist spritzig (0–100 km/h in 7,5 Sekunden), durch zugsstark (230 Nm), sparsam (Mixverbrauch 6,9 l/100km) und relativ sauber (164 g CO2/km). Dafür muss man auf den zähen letzten km/h bis zur Spitze von 220 ebenso leichte Abstriche machen wie bei Geräusch und Laufkultur oberhalb von 4500/min. Gleiten statt Hetzen heißt die Devise auf der Autobahn, Stabilität statt schwammige Schaukelei die Ansage für kurvige Landstraßen. Der neue Astra liegt nicht nur satt auf dem Asphalt, er lenkt auch willig ein und hält sauber die Spur. Selbst im Grenzbereich wirkt der Opel neutral, problemlos beherrschbar, harmonisch.ANZEIGE
Technische Daten Opel Astra Vierzylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1598 cm³ • Leistung 132 kW (180 PS) bei 5500/min • maximales Drehmoment 230 Nm bei 1750/min • Vorderradantrieb • manuelles Sechsganggetriebe • Kofferraumvolumen 380 Liter • L/B/H 4419/1814/1510 mm • 0–100 km/h in 7,5 s • Spitze 220 km/h • EU-Mix 6,9 l Super/100 km • CO2 164 g/km.
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... "So hat im Astra der Platz und vermutlich auch das Geld leider nicht für ein zeitgemäßes Ein-Knopf-Bediensystem gereicht."
wurde ich erst so richtig neugierig:
Neben einem groß gewachsenen und hübschen Auto also endlich nochmal eines ohne Ein-Knopf-Bedienung. Wenn man erst einmal jeden Knopf findet, kann das ziemlich ergonomisch sein. Selbst BMW hat aus seinem i-Drive wieder einiges ausgelagert und erlaubt für wichtige Funktionen wieder eine (zusätzliche) direkte Bedienung.
Den neuen Astra werde ich sofort ausprobieren, wenn er zu den Händlern rollt.