Fahrbericht Opel Astra Caravan

Fahrbericht Opel Astra Caravan Fahrbericht Opel Astra Caravan

Fahrbericht Opel Astra Caravan

— 30.09.2004

Dieser Astra ist rekordverdächtig

Vorn bekannt, hinten durchdacht: Der neue Astra Caravan dürfte der Konkurrenz schwer zu schaffen machen.

Im Laderaum steckt ordentlich Hirnschmalz

Zielstrebig befiehlt die Stimme des Navigationsgeräts: "... bitte folgen Sie der Straße für einige Kilometer." Hä, "für"? Pisa-Probleme? Okay, eine Diskussion mit der Synthetik-Dame würde ich ohnehin verlieren, also folge ich ihr. Auch bin ich in England, genauer in Devon, nahe Dartmoor. Ich muß höllisch aufpassen. Der Linksverkehr nervt, Wildpferde galoppieren, kahlgeschorene Schafe stehen herum. Opel heißt auf der Insel Vauxhall, der Beiname aber wie bei uns Astra. Hier auf den winklig-engen Straßen soll der neue Caravan zeigen, daß er am Ende groß rauskommt.

Heißt erst mal in knappen Daten: Oberhalb des Radstands von 2703 mm (89 mm mehr als bei der Limousine) und auf einer Gesamtlänge von 4515 mm (plus 266 mm) bietet sich ein maximales Laderaumvolumen von bis zu 1590 Liter. Das sind 90 mehr als im "alten" Astra Caravan B. Vor allem aber steckt viel Hirnschmalz im Heckabteil. Da klappt der Rücksitz variabel (60:40) um. Doch das ist heute normal. Gegen Aufpreis (180 Euro) aber läßt sich die Lehne 40:20:40 umlegen. Wer weitere 120 Euro investiert, bekommt das "FlexOrganizer-Paket" mit Schienen seitlich im Gepäckraum, Trenn-Netz und verschiebbaren Befestigungspunkten für Gepäckhalter.

Im nächsten Jahr soll auf Wunsch auch noch eine um 10,5 Zentimeter in der Länge verschiebbare Rückbank zu haben sein. Einfacher geht es, wenn Kunden gleich die 700 Euro teurere Enjoy-Version wählen. Opel scheint damit zu rechnen, spendiert noch eine Steckdose im Laderaum und die 40:20:40-Lehne. Beides kostet in den besseren Varianten (Elegance, Sport, Cosmo) komischerweise Aufpreis. Mit 16.695 Euro steht der empfehlenswerte Enjoy 1.4 in der Liste. Frühbucher erhalten allgemein Extras im Wert von 2000 Euro für nur 995 Euro.

Technische Daten und Preise

Mich als Testfahrer interessiert jetzt aber erst mal das Motoren-Angebot. Von den neun Astra-Varianten (fünf Benziner von 66 kW/90 PS bis 147 kW/200 PS und vier Diesel von 59 kW/80 PS bis 110 kW/150 PS) können hier in England drei erprobt werden: Diesel mit 100 und 150 PS sowie der 200-PS-Turbo-Benziner. Ich steige ganz oben ein. 200 PS, hier zeigt sich die Grenze des Frontantriebs und das Können der Fahrwerkingenieure. Alle Achtung! Die Antriebseinflüsse sind in der Lenkung nur schwach zu spüren. Das in allen Astra serienmäßige ESP verhindert Durchdreh-Orgien. Das in dieser Version enthaltene Performance-Paket (sonst ab 1160 Euro) mit seiner elektronischen Dämpferregelung sorgt für sportlich-straffe Federung.

Ab in den 150-PS-Selbstzünder. Auch hier sind sechs Gänge Standard. Dank hoher Durchzugskraft von 320 Nm schon bei 2000 Umdrehungen kann eigentlich sehr schaltfaul gefahren werden. Das leise Nageln des 100-PS-Diesel holt mich wieder aufs Bodenblech zurück. Die elektrohydraulische Lenkung meldet durch indirekteres Arbeiten, daß sie keine Kennfeld-Steuerung besitzt. Die Standard-Sitze sind gut, die bisherigen Sport-Versionen haben mich aber schon sehr verwöhnt.

Ich komme ans Ziel der Dartmoor-Rundfahrt. Der Navigator befiehlt: "Rechts abbiegen in 500 Metern." Das passendere "nach" will ich ihm jetzt noch einmal nachsehen. Vielleicht läßt sich Kollege Computer bis zur Händler-Premiere am 23. Oktober noch umstimmen.

Autor: Diether Rodatz

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