Fahrbericht Opel Insignia Sports Tourer

Opel Insignia Sports Tourer Opel Insignia Sports Tourer

Fahrbericht Opel Insignia Sports Tourer

— 10.03.2009

Opels schöner Sportlaster

Opel hat den Wandel vom klassischen Lastesel zum Lifestyle-Kombi radikal vollzogen. Und das zum absoluten Kampfpreis. Der Caravan ist tot – es lebe der Opel Insignia Sports Tourer.

Tausche Form gegen Funktion – das könnte die Ursprungsidee des neuen Insignia Sports Tourer gewesen sein. Schließlich macht Opels neuer Kombi ganz den Eindruck, unbedingt alte Caravan-Spuren verwischen zu wollen. Bloß weg von der groben Caravan-Ästhetik, hin zum eleganten – und angesagten – Lifestyle-Laster. Ein radikaler Imagewechsel: Der kantige Insignia-Vorgänger Vectra spielte den praktischen Alleskönner mit rekordverdächtig großem Kofferraum und besten Kleinlasterqualitäten. Und der Neue? Klar, der ist schick, sportlich, stylish – aber mit seinem sanft abfallendem Dach, den kleinen Fenstern, der schräg stehenden Heckscheibe bestimmt kein Parade-Lastesel.

Verwandlung auf Knopfdruck

So krass ist es dann aber doch nicht. Mit 1430 Litern Kofferraumvolumen hängt der Insignia seinem Vorgänger zwar stolze 300 Liter hinterher, in dieser Klasse – in der sich reichlich Designer-Laster wie Audi A4, Honda Accord Tourer oder BMW 3er Touring tummeln – ist das aber immer noch ganz ordentlich. Zumal der Sports Tourer im Innenraum ein Raumriese geblieben ist. Vor allem im Fond haben die Passagiere üppig Platz. Dazu lassen sich die Transporteigenschaften des Sports Tourer noch per Niveauregulierung (635 Euro Aufpreis) und FlexOrganizer-System (150 Euro) aufmöbeln. Der neue Kombi will – der Name verspricht es schließlich – souveräner Gleiter sein. Hier hält Opel Wort. Speziell mit dem adaptiven FlexRide Premium Fahrwerk schafft der große Kombi einen Spagat zwischen gelassenem Dauerläufer und angriffslustigem Sprinter. Der Insignia verwandelt sich dabei auf Knopfdruck: Die Taste Sport schärft Gasannahme, spitzt die Lenkung, stählt die Stoßdämpfer. So eingestellt, saugt sich der Opel spurtstabil durch die Kurve, federt trocken ein. Auf Stellung Tour lässt er dagegen die schwere Limousine heraushängen, dämpft sanfter, lässt mehr Karosserieneigung zu.

Erster Vergleich: Sports Tourer gegen A4 Avant – Freitag in AUTO BILD 11/2009

Der Motor aus dem Corsa OPC hat mit dem Hüftspeck des Insignia seine Mühe.

Der 1.6-Liter-Turbomotor hinterlässt keinen derart entspannten Eindruck. Die Maschine befeuert ursprünglich den Corsa OPC, im massigen Insignia tut sich der hubraumschwache Vierzylinder entsprechend schwer. Zwar reichen die 180 PS für schnelle Sprints und satte 217 km/h Spitze. Beim Anfahren fehlt dem Turbo aber das letzte Quäntchen Druck aus dem Drehzahlkeller; zu unharmonisch setzt sich der Sports Tourer in Bewegung. Immerhin: Der Motor hängt spritzig am Gas, dreht gierig aus. Bei voll durchgetretenem Gaspedal liefert eine Overboost-Funktion noch zusätzliches Drehmoment – die Kraft steigt kurzfristig von 230 auf 266 Newtonmeter. Opel gibt den Verbrauch des 1.6ers mit 7,9 Litern an. Für 180 PS ist das ein respektabler Wert. Allerdings: Ein gleich starker Audi A4 Avant mit 180 PS starkem 2.0 TFSI kommt mit rund einem Liter weniger aus. Dafür ist der Insignia Sports Tourer 1.6 Turbo mit 31.245 Euro Grundpreis gut 2000 Euro günstiger – bei besserer Ausstattung. Selbst Klimaautomatik, DVD-Navigationssystem und 17-Zoll-Aluräder sind drin.

Autor: Jan Horn

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