Fahrbericht Porsche 911 Carrera — 13.06.2008
Zeit ist Geld
Doppelkupplungsgetriebe, Benzin-Direkteinspritzung und Multimedia-Technik – Porsche macht den 911er zukunftsfähig, sparsamer und natürlich schneller. autobild.de zu Besuch beim Klassiker.
Neue Boxer-Motoren mit Benzindirekteinspritzung
Die Zusammenfassung der Umbauarbeiten klingt beeindruckend. Im Heck wummert künftig eine komplett neue Motoren-Generation mit Benzin-Direkteinspritzung (DFI). Die neuen Boxer sind stärker, leichter und sparsamer als ihre Vorgänger, kommen mit weniger Bauteilen aus und schaffen locker die zukünftigen EU5-Grenzwerte. Neu im Team ist auch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das bei Porsche PDK heißt. Ein Carrera mit PDK an Bord wechselt die Gänge ohne Zugkraftunterbrechung, hängt im Sprint alle Vorgänger ab und senkt Verbrauch (minus 12 Prozent) sowie CO2-Ausstoß (minus 14 Prozent).Das letzte Stündlein der Wandler-Automatik hat geschlagen
Eine Sekunde für 4604 Euro
Die Qualitäten des PDK sind messbar. Auf der Strecke. An der Tankstelle. Und leider auch im Geldbeutel. Carrera (345 PS) und Carrera S (385 PS) sind mit PDK und Sport Chrono Plus-Paket beim Sprint von null auf 100 genau eine Sekunde schneller als das Vorgängermodell mit der herkömmlichen Tiptronic-S-Automatik. Verbrauch und CO2-Ausstoß sinken um über zwölf, beziehungsweise mindestens 14 Prozent. Das Problem: Zeit ist Geld. PDK (3510 Euro) und das Sport Chrono Plus-Paket (1094 Euro) sind finanziell dicke Brocken. Und so können Porsche-Fahrer in Zukunft nicht nur die Frage beantworten, was die Welt kostet, sondern auch, wie viel man für eine Sekunde investieren muss: 4604 Euro. Mindestens.Bluetooth-Telefon und iPod müssen nicht mehr draußen bleiben
Zusätzlich Luft im Budget sollten Fans mobiler Kommunikation einplanen. Porsche hat nämlich nicht nur unterm Blech die Zeichen auf Zukunft gestellt, sondern auch in Sachen Elektronik. Das in die Jahre gekommene Navi- und Kommunikationsmodul PCM muss sich endlich nicht mehr hinter der Konkurrenz verstecken. Touchscreen-Display, Festplatten-Navigation, iPod-Schnittstelle, TV-Tuner und Bluetooth-Freisprechanlage sind zwar nicht ab Werk an Bord, können aber separat geordert werden. Dass dabei der Gegenwert eines gut erhaltenen Gebrauchtwagens in der Mittelkonsole verschwindet, dürfte Porsche-Fans nicht schocken. Solide Preise haben in Zuffenhausen Tradition. Für die 8032 Euro, die der Porsche-Händler für die sensationellen Keramikbremsen (PCCB) berechnet, bekommt man bei anderen Herstellern ein ganzes Auto.Fazit von autobild.de-Redakteur Jochen Knecht: Willkommen in der Gegenwart. Natürlich ist auch der 997/2 wieder der beste Porsche aller Zeiten. Die neuen Direkteinspritzer sind eine Wucht und passen perfekt zum neuen Doppelkupplungsgetriebe. Der direkte Vergleich mit dem Vorgänger zeigt aber auch, dass sich die Schwaben aber vielleicht ein paar Jahre zu lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben. Der Entwicklungsschritt ist gewaltig.
| Porsche 911 Carrera – die Preise | |
|---|---|
| Porsche 911 Carrera | 83.032 Euro |
| Porsche 911 Carrera Cabriolet | 93.980 Euro |
| Porsche 911 Carerra S | 93.980 Euro |
| Porsche 911 Carrera S Cabriolet | 104.928 Euro |

































