Fahrbericht Renault Mégane Sport 2.0 16V

Fahrbericht Renault Mégane Sport 2.0 16V Fahrbericht Renault Mégane Sport 2.0 16V

Fahrbericht Renault Mégane Sport 2.0 16V

— 05.04.2004

Der Mega-Mégane

Renault lässt die Muskeln spielen: Stramme 224 PS im Mégane RS versprechen Fahrspaß im Überfluss.

18-Zoll-Walzen bändigen die 224 PS

Jungväter, die sich aus Nachwuchsgründen schweren Herzens nun auch noch von ihrem sportlichen Auto verabschieden müssen, können sich wieder die Hände reiben – zumindest, wenn die Marke Renault auf ihrer Einkaufsliste steht. Denn im französischen Montagewerk Dieppe, Kennern der Szene durch Namen wie Alpine, R 5 Turbo oder Clio V6 seit langem ein Begriff, fährt ein weiteres Sportgerät vom Band: der Renault Mégane Sport, kurz RS genannt.

Vermutlich merkt die eigene Frau nicht mal, was da vor der Tür parkt – so dezent tritt der Mégane auf, so anstandslos schluckt er Kindersitz und Babykarre. Wer genauer hinschaut, erkennt vorn größere Lufteinlässe, schwarze Plastikwabengitter sowie integrierte Nebellampen. Und natürlich die dicken 18-Zoll-Räder. Doch die könnte als Zubehörteil ja auch jeder brave Normal-Mégane tragen.

Der RS braucht diese Walzen allein schon, um die 224 PS seines Zweiliter-Turbomotors auf die Straße zu bekommen. Doch wer bei so viel Leistung jetzt denkt, hier mutierte ein braver Kompaktwagen zur brutalen Krawallkiste, liegt vollkommen daneben. Dieser Mégane ist äußerst gut erzogen. Kein Dröhnen, kein Rappeln, kein spätpubertäres Gehabe. Alles läuft leise und ungewöhnlich komfortabel ab. Schon die ersten Kilometer liefern Fahrfreude pur. 

Ohne Turboloch geht's in die Vollen

Zwischensprints und Überholmanöver scheinen die Lieblingsdisziplinen des Franzosen zu sein. Ohne das sonst übliche Turboloch zieht der Vierzylinder seidig hoch, die Schaltvorgänge flutschen locker aus dem Handgelenk. Dabei muss der Motor nicht einmal wild gedreht werden. Schon bei 3000 Touren stehen 300 Nm bereit. Im Nu ist man auf 180 km/h, die sich wegen des niedrigen Geräuschpegels nicht einmal wie 130 anfühlen. Wer alle sechs Gänge ausdreht, endet laut Renault schließlich bei 236 km/h – was auf der linken Spur für Verblüffung sorgen dürfte.

Aber Tempo ist nicht alles. Welch sportliches Potenzial im Mégane RS tatsächlich steckt, konnten wir auf einer abgesperrten Rennstrecke ausprobieren. Auch extrem gefahrene Kurven bringen das Auto nicht aus der Ruhe. Die Lenkung reagiert feinfühlig, der RS bleibt lange Zeit sauber in der Spur, zeigt eine leichte Tendenz zum Untersteuern und ist dabei gut zu kontrollieren. Auch das sonst nervige Gezerre der Antriebsräder (typisch für potente Fronttriebler) haben die Renault-Ingenieure ihrem Schützling weitestgehend ausgetrieben – wobei sich unsere Aussagen auf trockene Pisten beschränken. Dazu ein ESP, das wirklich nur im äußersten Notfall eingreift und den Fahrer in keiner Weise bevormundet.

Zum gelungenen Erlebnis Mégane RS tragen auch die gut konturierten Sitze und die bequeme Position hinter dem Lenkrad bei (in der Höhe und längs verstellbar). Motor, Schaltung, Abrollkomfort und das sportliche Handling machen den RS zu einem überraschend harmonischen und fahraktiven Auto, an das Konkurrenten wie Leon Cupra (225 PS) oder Civic Type-R (200 PS) nicht heranreichen. Allenfalls der 147 GTA (250 PS) oder Audis A3 3.2 (250 PS) können dem Mégane RS das Wasser reichen – doch diese Hochleistungs-Kompakten kosten dann gleich einige tausend Euro mehr.

Technische Daten, Ausstattung, Preise

Hohe Verkaufsziele setzt sich Renault nicht. Nur rund 400 Exemplare sollen auf den Straßen Europas unterwegs sein, zum Stückpreis ab 27.900 Euro (als Fünftürer 28.600 Euro).

Nicht gerade ein Schnäppchen, doch dafür gibt es neben Topfahrleistungen auch reichlich Ausstattung (Klimaanlage, Xenonlicht, CD-Radio, Regensensor, Teilleder, sechs Airbags) sowie familienfreundliche fünf Sterne (Höchstwertung) in der Euro-NCAP-Crashsicherheit. Sieht ganz so aus, als wenn sich Papi jetzt nur noch mit dem eigenwilligen und gewöhnungsbedürftigen Heck des Mégane anfreunden müsste.

Technische Daten • Reihenvierzylinder, vorn quer • Turbo • zwei oben liegende Nockenwellen • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1998 cm3 • Leistung 165 kW (224 PS) bei 5500/min • maximales Drehmoment 300 Nm bei 3000/min • Frontantrieb • Sechsganggetriebe • Einzelradaufhängung vorn • Verbundlenkerachse hinten • Scheibenbremsen • ABS • ESP mit ASR • Bremsassistent • Reifen 225/40 R 18 • Tank 60 Liter • Kofferraum 330 bis 1190 Liter • L/B/H 4228/1777/1437 mm • Leergewicht 1430 Kilo • Beschleunigung 0–100 km/h in 6,5 s • Spitze 236 km/h • Verbrauch 8,8 l SP • Preis 27.900 Euro

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