Fahrbericht Renault Modus

Renault Modus Renault Modus

Fahrbericht Renault Modus

— 13.09.2004

Der richtige Van-Modus?

Renault scheint die Werbung für den neuen Mini-Van wörtlich zu nehmen: Der Modus macht vieles anders, aber nicht alles besser.

Kleinwagen mit verblüffendem Platzangebot

"Tu nicht so erwachsen" – so originell wirbt Renault für den Modus. Und der TV-Spot, in dem der Chef beim Verlassen des proppevollen Lifts noch schnell alle Stockwerke drückt, besitzt auch eine gewisse Komik. Dennoch drängt sich im Modus die Einsicht auf, daß die Entwickler diesen Werbeslogan allzu wörtlich genommen haben.

Dabei stimmt die Richtung der französischen Créateure durchaus. Auf die Basis von Micra und kommendem Clio stellen sie einen freundlichen Kleinwagen mit verblüffendem Platzangebot. Mit 3,79 Metern zwar elf Zentimeter kürzer als ein Polo, ragt das Dach (Höhe 1,59 m) 13 Zentimeter weiter auf, fällt der Radstand zwei Zentimeter länger aus (2,48 m). Hier reisen selbst lange Kerls erhobenen Hauptes und ohne Knoten in den Beinen.

Als besonderen Clou feiern die Franzosen die um 17 Zentimeter verschiebbare Rückbank – doch genau hier fehlt die nötige Reife. Auf den ersten zwei Rasten nach hinten bleibt der Modus vollwertiger Fünfsitzer – mit gemütlicher Beinfreiheit. Für die letzten beiden Rasten müssen das Mittelpolster hochgeklappt und die äußeren Sitzkissen nach innen verschoben werden (Lehne und Kopfstützen bleiben fest). Erst dann paßt die Bank zwischen die Radhäuser, entsteht ein Viersitzer mit gewaltigem Knieraum. Zwei-Meter-Mannen wissen das wohl zu schätzen – stoßen mit dem Kopf aber an das abfallende Dach.

Schokoladenseiten: Motor und Fahrwerk

Halbgar wirkt auch der Klapp-Trick der Fondsitze. Wer erst die geteilte Lehne und dann die ganze Bank vorklappt, schafft zwar 1283 Liter Stauraum, engt den Fahrer aber massiv ein. Ursache: Die zweite Reihe läßt sich nur hinter die Vordersitze falten, wenn diese ein ganzes Stück nach vorn geschoben werden. Einfach nur anders erscheint der Extra-Eingriff am Heck. Im unteren Teil der Klappe öffnet eine separate Luke nach unten. Kleinere Taschen rutschen über diese Schräge problemlos (hinterlassen jedoch unschöne Kratzer) in den Gepäckraum. Beim Herausholen sind aber lange Arme gefragt. Was spricht eigentlich gegen das separat zu öffnende Heckfenster?

Die Schokoladenseiten des Renault stellen Motor und Fahrwerk. Der 1,2-Liter-Basis-Benziner mit 75 PS braucht zwar ein bißchen Anlauf, dreht dann aber munter hoch und reicht als Grundversorgung allemal. Deutlich durchzugsstärker, naturgemäß aber weniger drehfreudig, schmeichelt sich der 1.5 dCi mit 86 PS sanft säuselnd in unsere Herzen.

Technische Daten und Preise

Schnelle Kurven und fiese Straßenschäden nimmt der Modus gleichermaßen gelassen. Die Federung bewahrt uns nicht nur vor schlimmen Schlägen, sondern auch vor übergroßer Schlagseite. Das agile und weitgehend problemlose Handling profitiert dabei von der präzisen E-Servolenkung. Modus steuert sich erheblich angenehmer als ein Twingo oder gar der kompakte Mégane.

Preislich bleibt der Micro-Van der Kleinwagenklasse treu. Bei 12.200 Euro und damit fast 1000 Euro unter einem fünftürigen Polo startet der noch recht karge Modus 1.2 Authentique, für 2500 Euro mehr gibt es ihn mit fast kompletter Privilège-Ausstattung (Klima, CD-Radio). Und solche Preise sind garantiert werbewirksamer als jeder noch so kreative Slogan.

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