Fahrbericht Rinspeed Chopster

Fahrbericht Rinspeed Chopster Fahrbericht Rinspeed Chopster

Fahrbericht Rinspeed Chopster

— 09.03.2005

Schweizer Kracher

So konsequent tiefergelegt wie der Chopster wurde noch kein Cayenne: sieben Zentimeter – nicht das Fahrwerk, sondern das Dach.

Riesenhintern mit dicken Backen

Im Firmenmuseum verstauben – dieses Schicksal bleibt dem Rinspeed Chopster erspart. Denn die Fahrmaschine auf Basis des Porsche Cayenne turbo soll tatsächlich als Kleinstserie gebaut werden. Drei von zehn Exemplaren sind angeblich schon verkauft, nicht schlecht bei einem Grundpreis von 325.000 Euro.

Allerdings hat der Chopster auch einiges zu bieten. Beginnen wir beim Dach. Die A-, B- und C-Säule werden um satte 70 Millimeter gekappt, Fachbegriff: "gechopt". Durch aufwendige Versteifungsmaßnahmen soll der Chopster laut Rinderknecht sogar verwindungsfester sein als das Serienpendant von Porsche: "Der Wagen ist derart stabil, er könnte sich viermal überschlagen, und du würdest es ihm nicht ansehen."

Das gekappte Dach hat weitreichende Folgen: Sämtliche Innenverkleidungen und Scheiben werden modifiziert. Die Frontscheibe verläuft nun in einem etwas flacheren Winkel. Das Heck wird komplett überarbeitet. Hier gibt es nun einen straffen Riesenhintern mit dicken Backen. Kleiner funktioneller Nachteil: Die Heckklappe ist nun aus einem Stück und kann nicht mehr geteilt geöffnet werden. Was soll's, im Innenraum warten dafür vier Cobra-Schalensitze.

Aussicht wie im Bergepanzer

Durch den schwarzen Alcantara-Dachhimmel wirkt der neue Frontscheibenrahmen nochmals niedriger. Die eingeschränkte Sicht nach vorn erinnert an die Aussicht in einem Bergepanzer. Egal, geben wir Gas. Der Schub ist gewaltig. In nur 4,4 Sekunden sprintet der Doppelturbo von null auf Tempo 100. Erst bei 290 km/h soll der Vortrieb enden.

Eigens für den Chopster wurde das 4,5 Liter große Porsche-Triebwerk überarbeitet: Zwei große KKK-Turbolader samt wassergekühlten Ladeluftkühlern, Metallkatalysatoren sowie eine komplett neuabgestimmte Motorelektronik pushen die Leistung von 450 auf 600 PS. Damit der Antriebsstrang bei soviel Power nicht schlappmacht, hat Rinspeed auch die Sechsstufenautomatik verstärkt: Sie verträgt jetzt 1000 Newtonmeter. Das sollte reichen, der Chopster kommt auf 790 Newtonmeter bei 2500 Umdrehungen.

Für die zuverlässige Verzögerung aus Tempo 290 bekam der knapp 2,5-Tonner eine überdimensional große Bremse verpaßt: Die gelochten und geschlitzten, 32 Millimeter dicken Bremsscheiben haben vorn 410, an der Hinterachse 380 Millimeter Durchmesser. Acht Kolben je Bremssattel übertragen die Bremskraft. Die Radgröße grenzt an Muldenkipper-Format: 315/25er in 23 Zoll.

Fazit und technische Daten

Zugegeben, der Chopster macht überhaupt keinen Sinn. Doch wer die Extreme mag, für den ist der jüngste Rinspeed-Gag wohl genau das richtige. So wie für Formel-1-Teamchef Flavio Briatore. Als er den Chopster vor dem Casino in Monte Carlo parken sah, ließ er es sich nicht nehmen, ihn minutenlang unter die Lupe zu nehmen. Und wenn das einer macht, der wirklich alles hat, dann ist es der eindeutige Beweis: Frank Rinderknecht hat mal wieder eine Nische gefunden. Eine, von der wir gar nicht ahnten, daß es sie gibt.

Rinspeed Chopster V8-Motor, zwei Turbolader • vorn längs eingebaut • vier Ventile pro Zylinder • zweimal zwei obenliegende Nockenwellen • Hubraum 4511cm³ • 556 kW (600 PS) bei 6700/min • 790 Nm bei 2500/ min • Sechsstufenautomatik mit Tiptronic • Allradantrieb • Stahlkarosserie mit GFK-Beplankung • Luftfederung • rundum Scheibenbremsen, belüftet und geschlitzt • Reifen 315/25 R 23 • Länge/Breite/ Höhe 4898/2038/1630 mm • Radstand 2855 mm • Leergewicht 2480 kg • Tankinhalt 100 l • Beschleunigung 0–100 km/h in 4,4 s • Höchstgeschwindigkeit 290 km/h • Preis 325.000 Euro

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