Fahrbericht Saab 9-3 SportCombi

Saab 9-3 SportCombi Aero Saab 9-3 SportCombi Aero

Fahrbericht Saab 9-3 SportCombi

— 08.06.2005

Der Turbo-Transporter

Zuwachs für den Saab 9-3: Von September an steht endlich die sportliche Version des schwedischen Frachters beim Händler.

Klare Linien, raffinierte Extras

Anders, Per, Magnus und Stig sind sich einig: "Der ist echt schwedisch." Die Studenten umringen den neuen Saab 9-3 SportCombi in der Innenstadt von Göteborg. "Schönes skandinavisches Design", findet Per. Stig mag die "Saab-typischen Speziallösungen", und Anders schwärmt für die doppelten Auspuffendrohre. Die Jungs bringen auf den Punkt, warum auch mir der seit 2003 angekündigte und nun endlich bestellbare Kombi gefällt.

Er ist anders als andere: Das Zündschloß sitzt zwischen den Sitzen. Der Schalter "Nightpanel" deaktiviert die Instrumentenbeleuchtung, und die Tachoziffern sind im unteren Bereich gespreizter als im oberen. Solche Details sind schön und schaffen Identität. Kritik ernten die Rückleuchten. "Zuviel Plastik", stöhnt Stig.

Geformt wie ein aufgeblähtes Segel, dominieren ihre milchigen Abdeckungen das Heck und verringern so die Verwechslungsgefahr mit dem größeren 9-5 Kombi. Sein kleiner Bruder ist ein typischer Lifestylelaster. Im knapp geschnittenen Laderaum ist edler Teppich verlegt. Die geteilt klappbaren Rücksitzlehnen erweitern das Ladevolumen von 419 auf 1273 Liter.

Erster Einsatz des GM-Motors mit Turbo

Der Einstieg beginnt mit dem 122-PS-Vierzylinder für 25.450 Euro. Dazu gibt es Turbos mit 150, 175 und 210 PS. Die beiden Diesel leisten 120 oder 150 PS. Spitzenmodell ist der Aero mit V6 und 250 PS, den Mutterkonzern GM auch im Cadillac CTS (215 PS) verbaut.

Damit aus dem Saab auch ein waschechter Saab wird, haben die Schweden das Triebwerk mit einem Turbolader von Mitsubishi aufgeladen. Die Turbine spricht sanft an, drückt mit maximal 0,6 Bar Luft in die Brennräume und sorgt für einen angenehmen Kraftaufbau, der bei 4500/min mit 350 Newtonmeter seinen Gipfel erreicht. Bravo: Viel harmonischer kann ein Turbomotor nicht abgestimmt werden.

Auch der Sound paßt. Ansaug- und Auspuffakustik erzeugen eine sportliche Note, die an der Drehzahlgrenze aggressiv kernig wird. Dann schießt der Saab wie ein hubraumstarker Sauger gewaltig nach vorn. Leider verdirbt die Sechsgang-Automatik etwas den Spaß. Sie schaltet weich, aber zu träge. Darum: Wer es zügig mag, sollte sich die knapp 2000 Euro sparen und den Handschalter kaufen. Der beschleunigt 1,4 Sekunden schneller auf 100 km/h und erreicht mit Tempo 245 auch die höhere Spitze.

Technische Daten und Preis

Das Fahrwerk trifft den richtigen Kompromiß: straff, aber nicht so hart, daß weniger sportliche Zeitgenossen übertriebenen Komfortverzicht bemängeln könnten. Weniger schön ist das heftige Zerren in der Lenkung, das die 18-Zoll-Breitreifen bei voller Beschleunigung verursachen. Tip: 17-Zöller bestellen.

Der Innenraum hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck. So springen die silbernen Türöffner mit einem satten "Klack" zurück, der Kunststoff von Blinker- und Wischerhebel dagegen wirkt für ein Premiummodell viel zu billig. Von einem fast 40.000 Euro teuren Auto darf man mehr erwarten.

Technische Daten V6-Motor vorn quer • Turbolader • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 2792 cm³ • Leistung 184 kW (250 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 350 Nm bei 2000/min • Frontantrieb • Sechsgang-Automatik • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Kofferraumvolumen 419 Liter (1273 Liter bei umgeklappter Rückbank) • Tankinhalt 62 Liter • Reifen 225/45 R 18 • Leergewicht 1690 kg • Spitze 240 km/h • 0-100 km/h in 8,3 s • Verbrauch 10,6 l/100 km • Preis 38.870 Euro

Autor: Jörg Maltzan

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