Fahrbericht Seat Exeo ST

Fahrbericht Seat Exeo ST

— 11.06.2009

Ein Audi namens Seat

Seat bringt den Exeo als Kombi. Der "ST" kostet 23.290 Euro, basiert auf dem alten Audi A4 Avant und wurde vermutlich zum besten Seat aller Zeiten. Ab 7. August 2009 steht er beim Händler.

Sparen in Deutschland geht nicht selten ins Auge. Man fusioniert Unternehmen, die wie Nagel und Schraubenmutter zusammenpassen, kündigt dem produktivsten Mitarbeiter oder erhofft sich Subventionen vom Staat. Die Autobranche, nie um Hochzeiten im Himmel verlegen, hatte in den vergangenen Monaten nur wenig Jubelmeldungen im Nachrichten-Ticker. Nur in einem kleinen Dorf 35 Kilometer entfernt von Barcelona gibt es gute News, genauer gesagt: in der Zentrale von Seat. Wirklich eigenständig war Seat noch nie. In den vergangenen Jahrzehnten wechselte die Marke wiederholt ihre Besitzer, vom spanischen Staat über Fiat bis zu Volkswagen erlebte man hier nicht nur gute Zeiten. Der neue Seat Exeo ST darf als Höhepunkt in der Firmengeschichte angesehen werden, vielleicht sogar als bester Seat aller Zeiten. Gut, er ist keine taufrische Schöpfung und frei von Innovationen. Sondern baut am alten Audi A4 Avant auf, der Baureihe B6. Kritiker sehen hier einen Ansatz für lange Vorträge, andere erkennen im Exeo ST eines der interessantesten Kombi-Angebote am Markt.

Kinderkrankheiten? Fehlanzeige!

Wie siehst Du denn aus? Die Lüftungsdüsen sind nicht mehr rechteckig, das Lenkrad bemüht sich um Seat-Flair

Natürlich hat eine neun Jahre alte Konstruktion kein Abo auf Vergleichstest-Siege. Aber auch keine Kinderkrankheiten. Kurz: bewährte Technik mit aufgefrischtem Design. Ob einem der Seat Exeo ST gefällt oder nicht, das kann nur jeder für sich selbst beantworten. Bei der ersten Testfahrt überzeugte er in jeder Kurve. Etwas weicher abgestimmt als der alte Audi A4, kam Seat hier vom Trend nach gnadenloser Fahrwerkshärte ab. Das ist vernünftig, denn rausgekloppte Plomben haben nichts mit Sportlichkeit zu tun. Wer es unbedingt wissen will: Das ESP setzt sehr weich ein und erinnert den Fahrer sanft an die Gesetze der Physik. Lenken, Bremsen, Schalten – in der Blindverkostung würde niemand auf Seat tippen, alles ist sehr harmonisch aufeinander abgestimmt.

Aua fürs Auge: Bicolor vom Schlimmsten

Wie harmonisch der Innenraum aussieht, bleibt dem Neuwagenkäufer überlassen. Der erste Testwagen trug eine Kombination aus hellem Beige und Schwarz. Bicolor vom Schlimmsten, selbst die sich um Natürlichkeit bemühenden Holzleisten kommen hier nicht gegen an. Wählen Sie schlichtes Schwarz, damit macht man nichts falsch.

Verarbeitung? Seat lernt nicht nur aus den eigenen Fehlern, auch die Patzer von Audi passieren dem Exeo nicht. Nervte der alte Audi A4 noch mit klemmenden Dosenhaltern im Cockpit, laufen hier alle Fugen perfekt ausgerichtet. Klappern gibt es nicht. Die Oberflächen der Türverkleidungen und am Armaturenträgen wirken zwar bemüht billig, sind sie aber vermutlich gar nicht. Doch der Volkswagenkonzern will auch weiterhin den Passat Variant, den Skoda Octavia Kombi und natürlich auch den Audi A4 Avant verkaufen.
Nikolaus Eickmann

Nikolaus Eickmann

Fazit

Auf die Zukunft von Seat darf man gespannt sein. Von der Wiederauferstehung des A3 als Leon bis hin zum Cabrio – nach dem Exeo ST scheint vieles möglich.

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