Fahrbericht Seat Leon Cupra

Seat Leon Cupra Seat Leon Cupra

Fahrbericht Seat Leon Cupra

— 07.02.2007

Machtwechsel

Der neue Seat Leon Cupra will auf den Thron: In der aufgeladenen Kompaktklasse mischt er mit 241 PS ganz vorne mit. Steht dem Spanier die begehrte Krone zu?

Der König ist tot, es lebe der König: An der Spitze der Leon-Baureihe findet im Frühjahr die Wachablösung statt. Der 200 PS starke FR muss zurück ins Glied, der neue Cupra übernimmt mit stolzen 241 PS die Spitzenreiter-Rolle. Mit seiner Potenz geht das neue Oberhaupt nicht hausieren. Lediglich Details wie das ovale Endrohr und die schwarzen Spiegel unterscheiden den Cupra vom FR.

Unter der Haube tut sich mehr: Das bewährte TFSI-Aggregat wurde gründlich überarbeitet. Die 41 Mehr-PS gegenüber dem FR resultieren aus vergrößerter Laderturbine, verstärkten Pleueln, geänderten Steuerzeiten und Einspritzventilen mit größerem Querschnitt. Wer den Motor startet, kann die neue Herrlichkeit nur erahnen: Mit dem herzerwärmenden Röcheln eines Golf V GTI kann der Cupra nicht glänzen, zu zahm ist die Klangkulisse. Malträtiert man das Gaspedal, merkt man jedoch schnell, was die Stunde geschlagen hat: Lediglich 6,4 Sekunden benötigt der iberische Leitwolf, um auf das maximal erlaubte Landstraßentempo zu beschleunigen. Erst bei 247 km/h erlahmt der Vortrieb. Der famose Turbomotor begeistert einmal mehr mit linearem, turbolochfreiem Schub und harmoniert perfekt mit dem Sechsganggetriebe – dessen Schaltwege einen Tick zu lang sind. Das Direktschaltgetriebe DSG gibt es vorerst nicht.

Unten geht es los: Drehzahlmesser in der Mitte, weiße Instrumenten-Skala

Das Fahrwerk zeigt sich den gestiegenen Anforderungen gewachsen. Der Seat Leon Cupra kauert nochmals sieben Millimeter tiefer auf dem Asphalt als der durchaus dynamische FR. Um 7,5 Kilo erleichterte Alu-Achsschenkel und -Trapezlenker sollen störende ungefederte Massen reduzieren, während der Vorderachs-Stabilisator zum Wohle der Traktion geschrumpft wurde. Grip-Probleme sind denn auch kaum zu beklagen, die geschmeidige Federung wartet mit erfreulichem Komfort auf. Zudem fällt die neu kalibrierte elektromechanische Lenkung positiv auf. Auch die üppig dimensionierte Bremsanlage (345-Millimeter-Scheiben an der Voderachse, statt 312 beim Leon FR) weiß zu gefallen. Sie spricht giftig an und verzögert verlässlich. Angesichts dieses überzeugenden Auftritts bleibt uns nur zu konstatieren: Schade, dass die Menschheit nicht an allen Monarchen so viel Freude hat.

TECHNISCHE DATEN (Herstellerangaben) Seat Leon Cupra R4-Motor, vorn quer • 4 Ventile pro Zylinder • Turbolader mit Ladeluftkühler • Hubraum 1984 cm3 • Leistung 177 kW (241 PS) bei 5700–6300/min • Literleistung 121,5 PS/Liter • max. Drehmoment 300 Nm bei 2200–5500/min • Frontantrieb • 6-Gang-Schaltgetriebe • Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet • Reifen 225/40 R 18 • Länge/Breite/Höhe 4323/1768/1458 mm • Radstand 2578 mm • Leergewicht 1375 kg • Leistungsgewicht 5,7 kg/PS • Zuladung 570 kg • Tankinhalt 55l • Verbrauch 8,3l Super Plus • Beschleunigung 0–100 km/h in 6,4 s • Höchstgeschwindigkeit 247 km/h • Preis: 26.867 Euro.

Autor: Frank Wiesmann

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