Fahrbericht Seat Toledo

Fahrbericht Seat Toledo Fahrbericht Seat Toledo

Fahrbericht Seat Toledo

— 28.09.2004

Form vollendet?

Der forsche Look des Altea vorn, hinten mit kecker Stufe im Heck. Sieht so die Familien-Limousine von morgen aus? Bei den Spanien schon.

Geniales Sitzkonzept und massig Platz

Der Auto-Geschmack der werten Kundschaft wandelt sich ständig. Ein Problem für die Designer, die entweder (zufällig) einen Trend machen oder ihn (weniger zufällig) nachmachen müssen. Die Seat-Designer zählen zu beiden Kategorien. Der Altea leitete im letzten Herbst mutig eine optische Trendwende ein. Futuristisch rund, verkörperte er die geballte Kraft eines Design-Neuanfangs unter Walter de Silva. Der jetzt vorgestellte Toledo dagegen versucht im Rückwärtsgang, konservative Käufer mit einem schüchternen Stufenheck zu ködern.

Im Pressetext-Wortgeklingel hat der Toledo plötzlich das "... Stufenheck-Konzept einer attraktiven Mittelklasse-Limousine mit sportlich elegantem Charakter neu definiert". Heckmeck! Denn was hinten dranhängt und die Altea-Karosse um 18 Zentimeter verlängert, besitzt verblüffende Ähnlichkeit mit dem Renault Vel Satis. Sieht also schon mal auf keinen Fall bieder aus. Da wurde der Heckdeckel genial gequetscht, gebogen und gefaltet – um unter den blechernen Verwerfungen einen Kofferraum freizugeben, der mit 500 Litern genauso groß ist wie der des zwei Zentimeter kürzeren Vorgängers.

Immerhin, den Gepäckraum des Altea übertrifft er um 91 Liter. Seine pfiffige Variabilität blieb auch erhalten. So werden die asymmetrisch umlegbaren Rücksitze einfach in den Fußraum geklappt. Rückenlehne nur nach vorn ziehen, die Sitzfläche verschwindet dabei im Fußraum, die Kopfstützen können sogar an Ort und Stelle verbleiben. Leichter geht es nicht. Leider ist die breitere Seite des Rücksitzes links, der dritte Mann an Bord hat sie in Rechtsverkehrländern lieber auf der rechten Seite.

Motoren von 102 bis 140 PS

An den Vorderrädern der vom Golf V abstammenden Plattform ziehen wahlweise zwei Benziner (102 PS und 150 PS) oder zwei Diesel (105 PS und 140 PS). An die beiden "schwachen" Motoren sind Fünfgang-Getriebe geflanscht, an die beiden "starken" Sechsgang-Schalter. Wahlweise gibt es den Benziner auch mit Sechsgang-Automatik und Tiptronic-Schaltung, den Diesel sogar mit dem DSG-Direktschaltgetriebe. Da alle Teile aus dem Wolfsburger Regal stammen, hält die Toledo-Gesamtkomposition beim Fahren keine bösen Überraschungen bereit.

Alle Modelle bremsen zu forsche Fahrweise serienmäßig mit dem Schleuderschutz ESP ein. Interessant bei unseren Spritpreisen sind natürlich die Diesel-Versionen, die aber erst 2005 Partikelfilter bekommen sollen. Ein Sprecher gibt den rußigen Peter nach Wolfsburg: "Wir folgen hier der Volkswagen-Strategie." Schade, machte der von uns am meisten gefahrene 140-PS-Diesel doch unbändigen Spaß dank hohem Drehmoment und verhältnismäßig geringem Verbrauch.

Wer danach auf Benziner umsteigt, meint plötzlich, auf nervösen Rennpferden zu sitzen, die ständig nach der Drehzahl-Peitsche wiehern. Was sich dann wiederum an den Verbräuchen meßbar festmacht. Die Preise für den neuen Toledo beginnen bei 17.690 Euro für den 1.6 Reference, das Topmodell ist der 2.0 TDI PD Stylance mit 6-Stufen-DSG für 25.090 Euro.

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