Fahrbericht Skoda Octavia II

Fahrbericht Skoda Octavia

— 31.03.2004

Ein echter Volkswagen

Skoda bietet viel Auto fr wenig Geld. Auch deshalb passt der neue Octavia haargenau in die Zeit. Der Tschechen-Golf startet bei 14.490 Euro.

Dieser Octavia drfte auch dem Golf wehtun

Es ist wie mit einem guten alten Bekannten, den man lange nicht gesehen hat: Kaum hockt man zusammen, ist alles wieder so, als htte man sich nie getrennt. Und wieso ist das beim vllig neuen Skoda Octavia so? Da ist zunchst die Form: Zwar neu gezeichnet, aber irgendwie doch die alte, nur moderner. Da ist die Technik: Fr Skoda neu, aber von VW bekannt. Denn der Octavia steht wieder auf der Plattform des Golf, in diesem Fall der aktuellen Nummer fnf.

Kaum einer wird das bemerken. Haben die Skoda-Techniker doch den Radstand beibehalten, aber den Wagen insgesamt um 37 Zentimeter verlngert. Gegenber dem Vorgnger-Octavia bedeutet das ein Wachstum von sechs Zentimetern. Designmeister Thomas Ingenlath vollbrachte dazu das Kunststck, dem Neuen die optischen Vorzge des Alten mitzugeben: Weder zu protzig noch zu mickrig, aber doch anders aussehen Mittelklasse im echten Wortsinn eben.

Und diese Gene drften auch dem Organspender Golf V wehtun. Denn der Preis des Basis-Octavia mit 75 PS (Verkaufsstart Juni 2004), vier Tren und Heckklappe soll genau 14.490 Euro betragen. Der Golf (mit Klimaanlage) kostet zweitrig 730 Euro mehr, viertrig sind es gar 1725 Euro.

Fahrwerk mit Prdikat obere Mittelklasse

Doch Autokauf hat zum Glck auch mit Emotionen zu tun. Wovon 75 PS aus 1,4 Litern in der 1235 Kilo schweren Basisversion naturgem wenig hervorkitzeln. Besser scheint da der 1.6 FSI mit 115 PS.

Er ist ein Tiefstapler, der gut zum Charakter des Octavia passt. Skoda verspricht: Spitze 198 km/h, 11,2 Sekunden bis Tempo 100. Auf Bummler kann der FSI aber auch durchaus beruhigend wirken: Schon ab Tacho 50 zieht er willig im fnften Gang los, im Leerlauf an der Ampel ist er unhrbar.

Die neue elektrische Servolenkung harmoniert gut mit dem fein abgestimmten Fahrwerk, dessen Komfort das Prdikat obere Mittelklasse verdient. Allerdings hat Skoda ihm eine grozgige Zuladung von 660 Kilo mitgegeben. Damit bepackt, drfte der 1,6-Liter-Motor mit Frontantrieb (Allrad wird derzeit nicht angeboten) so seine Last haben. Genaue Aussagen kann also erst ein richtiger Test liefern.

Die Octavia-Motorenpalette im berblick

Doch getreu dem Motto: "Die ersten Eindrcke sind immer die besten" machten wir einen Schnelldurchgang mit fnf der sechs Versionen, der 150-PS-Benziner soll erst Ende dieses Jahres kommen.

75-PS-Benziner, Basismodell: Der kleine 1,4-Liter bemht sich angestrengt, auf Tempo 170 zu kommen. Przises Fnfganggetriebe, dank 65er-Querschnitt weicheres Abrollen der 15-Zller, nur komplett umlegbare Rcklehne und die Erkenntnis: Im Flachland und bei geringer Zuladung voll alltagstauglich.

102-PS-Benziner: Der herkmmliche Einspritzmotor verbrennt weicher als die greren FSI-Modelle mit ihrer sparsameren Direkteinspritzung. Dadurch wirkt er komfortabler, der Leistungsnachteil wird subjektiv kaum gesprt. Erkenntnis: Guter Kompromiss fr Leute, die nur Super und nicht Super plus tanken wollen.

115-PS-FSI-Benziner: Passt am besten zum Octavia, drfte vermutlich der beliebteste Benziner werden.

105-PS-Diesel: Angenehmer Selbstznder, der sich etwas kultivierter als der strkere Diesel gibt.

140-PS-Diesel: Serienmig mit Sechsganggetriebe, ein echtes Zugpferd.

Kurzum: Die Qual der Wahl knnen sptere Tests erleichtern und eine komplette Preisliste. Denn auch die Ausstattungs-Vielfalt hat zugenommen, sogar ein Reifendruckwchter wird angeboten. Was er kostet, verkndet Skoda aber erst im Mai.

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