Test Skoda Octavia Facelift

Test Skoda Octavia Facelift Test Skoda Octavia Facelift

Fahrbericht Skoda Octavia Facelift

— 16.10.2008

Geschliffenes Urgestein

Auf der Paris Motor Show zeigte er schon mal sein neues Gesicht. Zum Jahresstart 2009 hat sich der geliftete Skoda Octavia bei den Händlern angesagt. Erste Ausfahrt mit dem Erfolgsmodell.

Octavia war schon in den 50er-Jahren ein Erfolgsmodell bei Skoda. Was lag näher, als den ersten nach der Wende neu entwickelten Skoda Mittelklassewagen ebenfalls wieder Octavia zu nennen.  Ein guter Schachzug, denn seit 1996 wurden über zwei Millionen Octavia verkauft, er ist das Erfolgsmodell schlechthin in der Palette der VW-Tochter aus Mladá Boleslav (früher Jungbunzlau). Ende des Jahres steht der Octavia II (vorgestellt 2004) geliftet bei den Händlern. Die für Rechner wichtige Nachricht: Der erste Octavia, "Tour" genannt, soll noch bis 2011 parallel zum Neuen gebaut werden. Mit Basispreisen von unter 14.000 Euro konkurriert er durchaus mit seinen kleinen Geschwistern Fabia und Roomster, von der VW-Verwandtschaft gar nicht zu reden. Der neue Octavia II ist natürlich etwas teurer, wird als Limousine in der 80-PS-Basisversion wohl so um die 15.500 Euro, in der begehrten und wertstabileren Version Combi rund 16.500 Euro kosten. Die Preise werden noch kalkuliert, denn Marktstart ist erst Anfang Januar.

Spar-Anleihe von VW unter der Haube

Frisch gemacht: Front und Heck des Skoda Octavia wurden völlig neu gestaltet.

Interessanteste unsichtbare Neuerung: Erstmals wird auch VWs technisches Meisterstück, der 1,4-Liter TSI-Benziner, angeboten. Er leistet 122 PS, hat eine Charakteristik wie ein Dieselmotor und ist ähnlich sparsam: Er soll nur 6,6 Liter Super verbrauchen. Wenn er mit dem 7-Gang-DSG-Getriebe (erstmals gegen Aufpreis zu haben) kombiniert wird, sollen es noch 0,3 Liter weniger sein. In CO2-Zahlen: 154/147 Gramm. Zum Vergleich: Der dann abgelöste 115-PS-Benziner emittierte 158 Gramm. Interessanteste sichtbare Neuerung: Front und Heck von Limousine und Combi wurden völlig neu gestylt, da können die Geschmäcker lustig streiten. Die einen sehen das Facelift als zeitgemäße Modernisierung, konservative Käufer halten das aktuelle Modell für gelungener, weil klassischer gezeichnet.

Auch innen andere Ansichten: Lenkrad, Instrumente und Konsole stammen vom Topmodell Superb. Qualitativ gab es an den Materialien nicht viel zu verbessern, sie vermitteln schon in der Grundversion einen hochwertigen Eindruck. Das gilt auch fürs Fahrwerk, das bisher schon sehr harmonisch abgestimmt war, jetzt weiter verfeinert und noch etwas komfortabler wurde.

1,8-Liter TSI: sanft und sparsam

Vier Benziner stehen zur Wahl: 80, 102, 122 und 160 PS. Der 1,4-Liter Basismotor hat so seine Last mit den 1,2 Tonnen Leergewicht, spürbar besonders beim Einfädeln auf die Autobahn. Der 102-PS-Benziner (1,6 Liter) ist deutlich kräftiger aber auch lauter, sieht im Vergleich zum neuen 1,4 TSI aber alt aus und verbraucht über einen Liter Super mehr, sollte der 1,6er mit dem Sechsgang-Automatikgetriebe kombiniert werden. Empfehlenswert auch der 1,8-Liter TSI mit seinen 160 PS, der sehr sanft läuft und in Verbindung mit dem 7-Gang-DSG-Getriebe (Aufpreis) im Drittelmix sogar nur 6,6 Liter auf 100 Kilometer verbrennen soll. Wem das alles noch zu wenig ist: Im Mai soll die RS-Reihe mit dem bekannten 200-PS TFSI auf den Markt kommen. Zeitgleich kommt auch der 170-PS-Commonrail-Diesel wieder.

Stichwort Diesel: Noch stehen die 1,9- und 2,0-Liter mit 105 und 140 PS in den Datenlisten, die aber die nicht mehr ganz zeitgemäße Pumpe-Düse-Einspritzung besitzen. VW hat bei der Umstellung natürlich Kapazitäts-Probleme, der hochmoderne 1,6-Liter Commonrail-Diesel wird spätestens im nächsten Mai den 1,9-Liter ablösen, der Zweiliter soll schon etwas früher modernisiert werden. Das Warten lohnt sich also.

Ein Plus von elf Prozent

Überhaupt gibt sich Skoda-Chef Reinhard Jung gewohnt optimistisch. Während er in diesem Krisenjahr den Weltmarkt um vier Prozent schrumpfen sieht, erwartet er für sein Haus ein Plus von elf Prozent. In Tschechien arbeitet Skoda bereits an der Kapazitätsgrenze, Octavia werden jetzt sogar schon bei VW in Bratislava neben den Touareg gebaut. So hilft die Tochter der Mutter die weltweit sinkende Nachfrage nach SUV durch ein Erfolgsmodell auszugleichen.

Autor: Diether Rodatz

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