Fahrbericht Skoda Superb Combi

Fahrbericht Skoda Superb Combi

— 19.10.2009

Greift der Superb Combi nach den Sternen?

Mit dem Superb Combi wagt sich Skoda ins Segment der Oberklasse-Kombis vor – und die (Preis-)Attacke auf den Lademeister Mercedes E-Klasse T-Modell: Bereits ab 23.950 Euro ist der große Tscheche zu haben. Erster Fahrbericht.

Immer wieder Skoda. Wenn sich einer nicht an die gängige Hierarchie im Autospektrum hält, dann ist es der tschechische Ableger von VW. Die Technik besorgen sich die Skoda-Leute weitgehend aus dem Konzernlager. Und sie bauen damit Autos, die für weniger Geld mehr bieten als ihre Wolfsburger Brüder. Autos wie den Superb: Er ist größer als ein VW Passat, gleich motorisiert, ähnlich gut verarbeitet, hat mehr Platz und kostet weniger. Und nun gibt es ihn zu allem Überfluss auch als Großraumkombi – so groß, dass die Tschechen sogar dem Lademeister auf die Pelle rücken: Der neue Superb Combi ist gerade mal 5,7 Zentimeter kürzer als das neue T-Modell der Mercedes E-Klasse. Und auch innen nicht viel kleiner, denn hinten stehen bis zu 1865 Liter Ladevolumen zur Verfügung (Mercedes: 1950 Liter). Sind die Rücksitze in Gebrauch, bleiben immer noch mindestens 633 Liter (Mercedes: 695 Liter). Dagegen wirkt das Angebot im Passat Variant fast schon kümmerlich (1731/603 Liter).

So fährt der Konkurrent mit Stern: Fahrbericht E-Klasse T-Modell

Das füllige Kombiheck steht dem großen Skoda gut. Die stärkere Neigung der Heckscheibe
beeinträchtigt aber die Kofferraumgröße.

Das alles gibt es in der gefahrenen Variante mit einem 1,8-Liter-Turbo-Benziner (160 PS) bereits ab etwa 26.200 Euro (700 Euro mehr als bei der Limousine, genaue Beträge erst im November) – ein starkes Stück, wenn man an die Mercedes-Preise denkt. Zugegeben, der direkte Vergleich mit dem T-Modell zeigt, dass Skoda immer noch etwas kleinere Brötchen backt: Die Ladefläche ist kürzer (191,6 cm), die Hecktür schmaler, die Ladekante etwas höher und das Umklappen der Rücksitze umständlicher (zuerst muss die geteilte Sitzbank vorgeklappt werden). Auch im Fond geht es ein wenig beengter zu.

Mehr News und Infos zum Skoda Superb auf der Modellseite

Ungeahnter Luxus im Skoda-Cockpit: Die Materialqualität erreicht durchaus VW-Standard.

Aber viel fehlt nicht, und praktisch ist dieser Kombi allemal. Ein doppelter Kofferraumboden lässt sich gegen Aufpreis nach außen schieben, was das Einladen erleichtert. Auch die üblichen Halte- und Verzurr-Einrichtungen fehlen nicht, ebenso wenig die Dachreling (Serie). Als Gag findet sich hinten eine Taschenlampe mit Magnethalterung. Sogar mit einer Halterung zum Transport eines Fahrrads kann der Skoda auf Wunsch dienen, eine elektrisch betätigte Heckklappe gibt es als Extra. Ein echter Vollwertkombi mithin, mal abgesehen von der fehlenden Niveauregulierung an der Hinterachse. Die sollte bei einem solchen Auto nicht fehlen.

Alles Weitere zum neuen Skoda Superb Combi und zum Rivalen E-Klasse T-Modell erfahren Sie in der Bildergalerie!
Skoda Superb Combi: Technische Daten und Preise
Motorisierung 2.0 TDI 2.0 TDI 1.4 TSI 1.8 TSI 3.6 FSI V6 4x4
Hubraum 1968 cm³ 1968 cm³ 1390 cm³ 1798 cm³ 3597 cm³
kW (PS) bei U/min 103 (140)/4000 125 (170)/4200 92 (125)/5000 118 (160)/4500 191 (260)/6000
max. Drehmoment 320 Nm/
1800 min
350 Nm/
1750 min
200 Nm/
1500 min
250 Nm/
1500 min
350 Nm/
2500 min
Getriebe Sechsgang manuell Sechsgang manuell Sechsgang manuell Sechsgang manuell Sechsgang-DSG
0–100 km/h 10,3 s 8,9 s 10,6 s 8,7 s 6,6 s
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h 220 km/h 199 km/h 218 km/h 247 km/h
Verbrauch (EU-Mix) 6,1 l D/100 km 5,9 l D/100 km 6,9 l S/100 km 7,3 l S/100 km 10,2 l S/100 km
CO2-Ausstoß 160 g/km 155 g/km 159 g/km 171 g/km 237 g/km
Preis in Euro ca. 26.900 ca. 28.300 ca. 24.000 ca. 26.200 ca. 36.200
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Wenn es die großen, praktischen, bequemen Kombis nicht gäbe, sollte man sie erfinden. In der Summe ihrer Qualitäten stellen sie alles, was sich SUV oder MPV nennt, locker in den Schatten. Deshalb kann ich Mercedes und Skoda zu ihren jüngsten Kombis nur beglückwünschen, anderenorts sind sie im Aussterben begriffen. Citroën, Opel, Peugeot, Volvo begnügen sich heute mit Schmalspur-Modellen, verbrämt als Lifestyle. Dass der Superb Combi in seinen Qualitäten dem E-Klasse T-Modell näher kommt, als es der Preisunterschied vermuten lässt, kann nicht überraschen. Schließlich handelt es sich um einen neu eingekleideten VW. So viel Kombi fürs Geld bietet sonst niemand. Zur Ehrenrettung von Mercedes: Wer den Preis verkraftet, der bekommt den zurzeit besten Kombi. Noch komfortabler, noch geräumiger und der einzige, in dem auch mal sieben Personen Platz finden. Dass er in Sachen Sicherheit genau wie die Limousine Maßstäbe setzt, ist ja auch sein Geld wert.

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