Fahrbericht Suzuki Alto

Fahrbericht Suzuki Alto Fahrbericht Suzuki Alto

Fahrbericht Suzuki Alto

— 13.03.2009

Einfach zum Knuddeln

Knutschkugel mit Babyblick, Frauenauto, Stadtflitzer – der Suzuki Alto ist alles in einem. Vor allem aber ist er billig: Im April rollt er ab 8900 Euro zu den Händlern. autobild.de-Autor Stephan Bähnisch war mit ihm in Rom unterwegs.

Dieses Auto passt perfekt in diese Stadt. In Rom herrscht Dauerchaos auf den Straßen, Parkplätze sind so rar wie Tage ohne Pasta. Hier wuselt der Suzuki Alto perfekt durchs Getümmel, mit 3,50 Meter Kürze und Mini-Wendekreis punktet er im Kampf um die kleinste Parklücke. Und er kann die Herzen der Signorinas erobern, denn sein süß-verträumter Babyblick erinnert Mütter daran, wie knuddelig ihr Nachwuchs in den ersten Monaten seines Lebens doch war. Dass der Alto dabei schamlos die Rundungen des Fiat 500 zitiert, lässt ihn auf Roms Straßen fast schon heimisch erscheinen. Die Römer lieben kleine Autos, immerhin ist Rom ist die Smart-Haupstadt Europas. Kein Wunder also, dass auch der Alto bei einem kurzen Stopp am Supermarkt zur Attraktion wird. Gleich drei Damen schenken dem Japaner ihr Lächeln – in einer Minute. Zugegeben, ich bin schon ein bisschen neidisch.

Der Kofferraum ist winzig

Ob der Alto auch dann noch Herzen bricht, wenn er in Fahrt gerät, ist eine andere Frage. Zumindest verursacht er keinen Infarkt. Der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und 68 PS ist absolut ausreichend für die Stadt, der Nähmaschinen-Sound lässt die Ohren nicht feiern, aber er nervt auch nicht. Dazu flutscht der Schalthebel locker durch die Fünfgang-Box, die Lenkung ist leichtgängig, wenn auch wenig präzise. Rundum regiert Hartplastik, immerhin schimmert kein nacktes Blech durch. Dazu sind die Sitze erstaunlich gut. Wirklich billig wirkt der Alto nicht. Hinten fordern dünne Polster ihren Tribut ans Sitzfleisch, ab 1,70 Meter Größe ist der Scheitel in Gefahr. Der Kofferraum schluckt 129 Liter – das ist eher bescheiden – und wächst auch nach dem Wegklappen der Rücksitze nur auf 367 Liter. Der Testwagen vibrierte beim Ampelstopp im Leerlauf merklich, bei einer Sitzprobe in einem zweiten Alto trat das Problem nicht auf.

Der Motor braucht hohe Drehzahlen

Hinten wird es für langbeinige Schönheiten schnell zu eng.

Raus aufs Land, die Hügel der ewigen Satdt locken. Dort verliert der Motor seine zurückhaltende Art und offenbart seine Durchzugsschwäche bis oberhalb 3500 Touren. Wie im Splash braucht der Dreizylinder reichlich Drehzahl, um in Schwung zu kommen, dann zieht er entschlossen los. Dabei wirkt das Aggregat angestrengt und lässt das auch die Passagiere akustisch spüren, ohne zu strapazieren. Weil der Alto aber gerade mal 855 Kilo wiegt, erledigt er Spurt-Aufgaben deutlich entspannter als der 22 Zentimeter längere Bruder. Auf der Autobahn ist der Japaner für immerhin 155 km/h gut.

Komplettpaket für 10.000 Euro

Nach Swift und Splash ist der Alto der dritte Kleinwagen, den Suzuki binnen weniger Jahre auf den Markt wirft. Der Alto ist nicht nur für Rom gemacht: Er ist ein Weltauto, das überall auf dem Globus Mobilitätsträume erfüllen soll. Dafür braucht es vor allem eines: einen kleinen Preis. Und genau da toppt er seine größeren Brüder nochmals, denn die Einstiegsversion "Basic" kostet gerade mal 8900 Euro. Das Nötigste ist mit einer Servolenkung, vier Airbags und ABS bereits an Bord. Trotzdem sollte man lieber 1000 Euro drauflegen, denn im "Club" sind ESP und Klimaanlage Serie. Das absolute Volumenmodell und laut Suzuki "das günstigste Auto auf dem Markt, das sechs Airbags mit ESP für weniger als 10.000 Euro kombiniert". Für weitere 1000 Euro gibt es im "Comfort" zusätzlich 14-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfer und ein MP3-fähiges CD-Radio mit sechs Lautsprechern.

Sparversion kommt später

Hartplastik regiert, immerhin farblich abgesetzt. Ein geschlossenes Handschuhfach fehlt.

Natürlich hat Suzuki mit dem Alto das Rad nicht neu erfunden, bei einigen Details zeigt sich deutlich, wo der Rotstift regiert hat. So ist das Lenkrad nur in der Höhe verstellbar, der Kofferraum öffnet nur mit Hilfe des Schlüssels. Die dünne Matte im Gepäckteil wirkt wie mit der Nagelschere zurecht geschnitten, die Fenster der hinteren Türen haben keine Kurbeln, sondern lassen sich nur ausstellen. Handschuhfach? Fehlanzeige! Doch dann wirft der Alto – der gemeinsam mit dem Nissan Pixo in Indien vom Band rollt – das nächste Kaufargument in den Ring: 4,4 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer, das entspricht 103 Gramm CO2 pro Kilometer. Selbst wenn der Minimotor gefordert wird, dürften nicht mehr als 5,5 Liter durch die schmalen Leitungen fließen. Mit dem ersten Facelift soll auch noch eine Sparversion mit Start-Stopp-Automatik kommen, die nur 95 Gramm CO2 herausbläst.

Fazit Der Suzuki Alto trifft den Nerv der Zeit. Er ist ein ordentlich ausgestattetes Auto mit ESP und sechs Airbags für 10.000 Euro – und punktet zusätzlich sogar mit einem gewissen Flirtfaktor. Ein stimmiges Paket.

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