Fahrbericht Suzuki Splash

Suzuki Splash Suzuki Splash

Fahrbericht Suzuki Splash

— 12.02.2008

Splash? Wow!

Splash – das klingt nach Wasser, Urlaub, Spritzigkeit. Oder nach dem neuen Suzuki, der im April 2008 startet. autobild.de-Autor Stephan Bähnisch fuhr den Kleinen bereits in Südfrankreich.

"Der neue Suzuki Splash soll mit seinem Auftritt auf der Straße ein 'Wow' kreieren." Guido Hannich, Director European Marketing bei Suzuki, erklärt die Marketing-Welt des kleinen Japaners. "Wir wollen die Kirche im Dorf lassen, mit dem Splash wurde die Welt nicht neu erfunden", raunt mir ein Nachbar zu. Aber Suzuki hat einen erstaunlich kompletten Kleinwagen auf die Räder gestellt und führt konsequent weiter, was vor drei Jahren mit dem Swift angefangen hat: Suzuki will ein Global Player werden. Der Swift bildet auch die Basis für den Splash, der zwei Zentimeter länger (3,72 Meter) und drei Zentimeter höher (1,59 Meter) als sein Markenbruder ist. Das Ergebnis: erstaunlich viel Platz. Selbst im Fond kneift es erst bei Personen jenseits der 1,85 Meter. Vorne sitzen die Passagiere höher als im Swift, das ist gut für die Übersicht. Das Plastik im Innenraum sieht erstmal ganz passabel aus. Nach der ersten Tuchfühlung folgt Ernüchterung: Alles ist hart und klingt hohl. Aber irgendwoher muss der Einstiegspreis von unter 10.000 Euro ja kommen.

Innen stand der Mini Pate

Gefällig aus jeder Perspektive: Der Splash überzeugt wörtlich mit spritzigem Design.

Die Sitze sind ordentlich, auch wenn das Türkis der Sitzbezüge das männliche Auge anstrengt. Meiner Beifahrerin gefällt es, immerhin sollen 60 Prozent Frauen den Splash kaufen. Es gibt ihn in vier unterschiedlichen Innenfarben, da werden auch die Männer den richtigen Farbton für sich finden. Der große Tacho erinnert mich irgendwie an den den Mini, der aufgesetzte Drehzahlmesser an einen alten Smart. Aber alles ist am richtigen Platz, die Bedienung ist sehr einfach. Leider lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe verstellen. Auf Wunsch schluckt der Splash bis zu 1050 Liter Gepäck, die Rücksitze klappen kinderleicht und nahezu eben. In den Ausstattungen Club und Comfort versteckt sich ein doppelter Kofferraumboden im Heck, dann passen nur noch bescheidene 178 Liter Gepäck hinter die tief herunter gezogene Klappe. Für den Großeinkauf der Kleinfamilie zu wenig.

Vom Kleinlaster zum Kurvenjäger

Die Höhe schafft vorn wie hinten Kopffreiheit. Selbst im Fond kneift es erst bei Körbchengröße C.

Für die erste Ausfahrt wähle ich das Volumenmodell mit einem neu entwickelten 1,2-Liter-Benziner, der mit 86 PS durchaus die gewünschte Spritzigkeit vermittelt. 12,7 Sekunden braucht der Japaner bis zur 100-km/h-Marke, erst bei 175 ist Schluss. Dabei soll er nur 5,6 Liter Kraftstoff konsumieren, 131 Gramm CO2 schlagen dann pro Kilometer zu Buche. Noch sparsamer kann das der 1,0-Liter-Dreizylinder, der sich mit fünf Litern zufrieden geben soll. Für Vielfahrer hat Suzuki einen 1,3-Liter-Selbstzünder mit 75 PS entwickelt, der nur 4,5 Liter Diesel schluckt, dafür aber mit üppigen 190 Newtonmeter Drehmoment punktet. Auch wenn er etwas brummig arbeitet und die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h wenig Sportpotenzial vermuten lässt, ist er die spritzigste Antriebs-Alternative im Programm. Den Rußpartikelfilter liefert Suzuki serienmäßig mit.

Wer den Vorgänger Wagon R kennt, der wird verwundert sein, wie flott sich der Splash um die Ecken zirkeln lässt. Die Lenkung arbeitet zielgenau, der Komfort ist für einen Kleinwagen gut. Auffällig der Ton des Blinkertaktgebers: Er ist höher als bei anderen Autos, tockt irgendwie weiblich. Auch von der Kastenform des Vorgängers ist wenig übrig. "Dicke Backen" durch weit ausgestellte Radkästen, die ansteigende Gürtellinie, scharf gezeichnete Scheinwerfer signalisieren: Hier rollt ein zeitgemäßer Vertreter seiner Zunft an den Start. Auch, was den Preis angeht. Die Basis Classic ist mit 9990 Euro als Kampfangebot einzustufen. Dann hat der Splash nur vier Airbags, weder ESP noch Klimaanlage oder Radio ab Bord. Der technische Zwilling Opel Agila hat den Einstiegspreis vor einigen Wochen bereits vorgegeben: Sechs Airbags und vor allem ESP kosten in der Club-Version samt Klima 12.200 Euro, der empfehlenswerte 1,2-Liter-Benziner belastet den Etat mit 500 Euro zusätzlich. Für 1300 Euro mehr baut Suzuki noch ein CD-Radio mit Lenkradfernbedienung und 15-Zoll-Alus ein. In dieser "Comfort"-Version ist auch eine Viergangautomatik lieferbar, die weitere 1300 Euro kostet. Dieselfahren beginnt bei 14.700 Euro in der Club-Version.

Fazit Auch wenn der Splash nicht jedem auf Anhieb ein "Wow" entlockt, so ist er für Suzuki ein weiterer Quantensprung. Ein zeitgemäßer Kleinwagen mit optischen Qualitäten und reichlich Platz zum fairen Preis. Das schmeckt nicht nach teurem Markenchampagner, eher wie leckerer Prosecco für kleines Geld. Doch auch der perlt ordentlich und belebt das Gemüt. Ab April 2008 steht die neue Suzuki-Spritzigkeit bei den Händlern.
1,0-Benziner, 65 PS 1,2-Benziner, 86 PS 1,3 DDiS, 75 PS
Classic 9990 Euro - -
Club 12.200 Euro Club 12.700 Euro Club 14.700 Euro
Comfort 13.500 Euro Comfort 14.000 Euro Comfort 16.000 Euro

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