Fahrbericht Tango T600

Tango T600 Tango T600

Fahrbericht Tango T600

— 26.01.2010

Tanz mit dem Tango

Der zweisitzige Tango sieht komisch aus und kostet ein Vermögen – löst Staus aber schnell und sauber. Erste Ausfahrt mit der 800 PS starken E-Zigarre durch Kalifornien.

Hoppla. So was kannte ich bisher nur aus Rom oder Madrid. Wie ein Roller quetscht sich mitten in Los Angeles plötzlich ein Toastbrot auf vier Rädern zwischen meinen Focus und den Truck nebenan. Dabei rollt der Fahrer in einer geschlossenen Kabine ohne jedes Geräusch dem Stau davon. Hallo Schmalhans, wer bist du denn? Hier kommt die kalifornische Antwort auf das allgegenwärtige Stop-and-go-Chaos amerikanischer Großstädte. Das ungewöhnliche Gefährt heißt Tango, fährt elektrisch und ist kleiner als ein Motorrad. Auf die Grundfläche eines Golf passen so locker zwei der 2,57 Meter langen und gerade mal 99 Zentimeter schmalen Flitzer.

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Von 0 auf 100 km/h in sensationellen vier Sekunden, Schluss ist erst jenseits von 200 km/h.

Das E-Mobil lockt mit zwei Elektromotoren, die zusammen 800 PS leisten und ein Drehmoment von rund 1400 Nm stemmen. Von 0 auf 100 km/h tanzt der Tango so in sensationellen vier Sekunden, Schluss ist erst jenseits von 200 km/h. Die rollende Salamischeibe, in die man geschickterweise von beiden Seiten einsteigen kann, sieht zwar aus wie eine aufrechte Sardinenbüchse auf Rädern – aber der Fahrer hat, festgeschnallt in einer engen Rennschale, überraschend viel Platz. Hinten dagegen geht es arg eng zu, und für mehr als zwei Einkaufstüten reicht der Kofferraum nicht.

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Ungewohnte Perspektive: Das Cockpit ist kaum breiter als das Lenkrad, die Rundumsicht dafür ausgesprochen gut.

Beim Tritt aufs Fahrpedal schießt der Tango davon wie der Blitz. Wer da nicht aufpasst, steht dem Vordermann gleich im Kofferraum. In Kurven lässt man es erst einmal langsamer angehen. Aber mit jedem Meter wächst die Zuversicht. Weil der über 900 Kilo schwere Batteriesatz im Boden den Schwerpunkt senkt, liegt der Tango überraschend satt auf der Straße. Mit Lithium-Ionen-Akkus sollen 240 Kilometer nonstop drin sein. Klingt verlockend – der Preis von 150.000 Dollar (gut 100.000 Euro) weniger. Weshalb auch erst gut ein Dutzend verkauft sind.
Technische Daten:
ein Elektromotor pro Hinterrad • max. Drehmoment 1356 Nm • 350-V-Lithium-Ionen-Batterien • vier Scheibenbremsen • Länge/Breite/Höhe 2565/990/1524 mm • Reifen 195/45 R 14 vorn, 215/45 R 15 hinten • Gewicht 1364 kg • Spitze 217 km/h • 0–100 km/h in 4,0 s • Reichweite 60–240 km • Preis ca. 100.000 Euro
Autor:

Thomas Geiger

Fazit

Das Konzept des Tango scheint nicht nur witzig, sondern tatsächlich auch hochinteressant. Für die tagtäglichen Pendlerströme in den Metropolen dieser Welt könnte der schmale Schnellstromer eine deutliche Verbesserung bedeuten. Fürs Klima sowieso. Doch vorher muss der Preis natürlich halbwegs akzeptable Dimensionen erreichen.

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