Fahrbericht Tazzari Zero — 09.02.2010
Elektro-Pionier mit Racetaste
Abgasfrei durch die Stadt stromern? Da denken viele an den noch nicht verfügbaren E-Smart. Dabei ist die Alternative schon da: der Tazzari Zero. AUTO BILD hat den 2,88-Meter-Floh bereits ausprobiert.
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Der Zero kommt aus Italien, aus Imola, wo das Industrieunternehmen Tazzari es fertigt und über die Smiles AG in Aub nach Deutschland vertreibt. Eine unbekannte italienische Firma macht das, was deutsche Autobauer erst in zwei Jahren schaffen – ein E-Auto auf den Markt zu werfen. Andererseits: warten wir nicht lieber noch zwei Jahre auf den Elektro-Smart, bevor wir in eine Italo-Kiste steigen, die den Komfort einer Dose Tomaten hat und deren Zuverlässigkeit in den Sternen über Capri steht? Und wieder andererseits: Ich bin einer der ersten, die ein bei uns zu kaufendes E-Auto auf deutschen Straßen bewegen. Sich mit Pionieren einzulassen war noch nie bequem. Die Tür des Zero schließt mit einem Peng, ich (1,91 Meter) habe erstaunlich viel Platz in dem Zweisitzer und das Cockpit neben der üblichen Anzeige des Ladezustandes ein paar nette Details zu bieten: Zwei Knöpfe, einer mit einem Pfeil nach vorn, einer mit einem Pfeil nach hinten – mehr braucht man im Tazzari nicht.Überblick: News und Tests zu allen Marken
Fast nicht. Es gibt noch vier bunte Knöpfe zum Einstellen der Fahrmodi: Gelb bedeutet Standrad, Grün Economy zum Erreichen der maximalen Reichweite von 140 Kilometern, Blau zum Fahren bei schlechter Bodenhaftung (Regen, Schnee) und Rot für maximale Leistung – die Racetaste. Rot muss ich auch schon wählen, damit der Tazzari von der roten Ampel flott wegsprintet. Sonst sind 15 kW doch ganz schön wenig, auch wenn der 2,88 Meter kurze Zero nur 542 Kilo leicht ist. Aber Spaß macht er. Man flitzt auch mit dem italienischen Außenseiter prima im Stadtverkehr mit, von 0 auf 50 km/h sind angeblich keine fünf Sekunden nötig. Das Verhältnis von Spur zu Radstand ist vergleichbar mit einem Toyota iQ und macht den Zero sehr wendig.Nur das Bremsen verlangt starke Wadenmuskeln. Die werden aber noch verbessert, da sei das Auto hier noch Vorserie. Hoffentlich. ABS gibt es aber erstmal trotzdem nicht. Wie ESP. Wie Airbags. Der Zero ist so eigentlich schon viel zu günstig. Ein Einführungspreis quasi. Dafür gibt es ein E-Wägelchen, das mehr ist als dieses Öko-Leichtfahrzeuge mit besseren Fahrradreifen. Aber eben auch weniger als die ersten E-Autos großer Hersteller, die Ende 2010 auf den Markt kommen. Aber ein Mitsubishi i-MiEV dürfte auch rund das Doppelte kosten – und sieht spießiger aus. Wahrscheinlich werden sich bei uns nur ein paar Dutzend solvente E-Auto-Fans einen Tazzari kaufen, aber ich bleibe dabei: schön, dass es solche Pioniere gibt. Hab' ich Anfang 2007 übrigens nach meiner ersten Testfahrt im Roadster auch von der Firma Tesla gesagt …
Technische Daten Tazzari Zero • Asynchroner Drehstrommotor 15 kW, 150 Nm Drehmoment • Heckantrieb • Lithium-Ionen-Akku, Ladezeit 9 Stunden • Reichweite 140 km • Gewicht 542 kg • Aluminium-Rahmen • Vmax 90 km/h • Preis: 23.990 Euro
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Kommentare zum Artikel (27)
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Hallo allerseits,
Ich habe den Wagen 25.09.2010 in Aub Probegefahren, ist schon ne coole Kiste,
geht richtig gut ( im Race Modus ).
Beim beschläunigen oder abbremsen Strassenbahn bzw. U-Bahn ähnliche Gereusche,
Go-Kartmässiges Fahrverhalten, sehr direkte Lenkung
Wenn meine Frau nicht so dagegen wäre, hätte ich schon so ein Fahrzeug Zuhause.
Ich finde es toll , wenn mir die Ölkonzerne nicht mehr vorschreiben können, was ich für das Tanken Bezahlen soll.
Gruß Tom
Lediglich 14 Prozent der geplanten Fahrten konnten die Studienteilnehmer nicht antreten.
In 54 Prozent dieser Fälle war der vorhandene Stauraum zu gering, ....das sind absolut dann 7.5% ....
28 Prozent eingeschränkten Passagieranzahl, ....das sind dann 7% ....
in 14 Prozent der Fälle war die Reichweite des Fahrzeuges entscheidend ....das sind absolut dann 2% ....
lediglich vier Prozent konnten nicht angetreten werden, weil die Batterie nicht ausreichend geladen war ....was dann weniger als ein % ...
Trau keiner Statistik die du nicht selber gefäscht hast. frei nach Churchill.
Zero Emission schreibt:Ein Lithium Eisen Phosphat Akku hat so Kapazitäten zwischen 1000 - 3000 Wh/kg.
Zu Deutsch: 3kW / kg. Das wären bei 100 kg Akkugewicht 300kWh Energie!!!
Lieber Zero Emission: Ich möchte so einen Akku kaufen!
Da käme ich ja mit einem Cityel der 5kwh pro 100km verbraucht 6000 km weit!
Sind alle Ihre Angaben so glaubhaft?
Mit freundlichen Grüßen , Frank
Diese ewigen Nörgler, die die ewigen Argumente von gestern und vorgestern wieder und wieder gegen den Elektroantrieb anführen, langweilen mich allmählich. Immerhin gibt es noch Menschen, die wenigstens den Versuch starten, diese technische Welt ein wenig umweltverträglicher zu gestalten. So oder so dürfen wir uns bei unserem derzeitigen Umweltverhalten noch getrost zum tiefsten Mittelalter zählen. Und ich weiß, warum der Strom aus der Steckdose kommt.
Als Smart cdi Fahrer finde ich den Vergleich eines Elektro-Smart mit dem Tazzari reichlich daneben. Ich verstehe dennoch beide dargestellten Positionen. Was ich aber zugunsten von Zero Emission rechne, ist die Bemühung um eine Alternative zu fossilen Brennstoffen. Wenn wir Verbraucher immer nur die Techniken akzeptieren, die uns vorgesetzt werden, wird sich in absehbarer Zeit gar nichts ändern.