Fahrbericht Toyota Prius Plug-in — 17.03.2008

Ein kurzes Vergnügen

AUTO BILD ist Toyotas Genfer Ausstellungsstück schon gefahren: den Hybriden für die Steckdose. Ein Fortschritt, der klein erscheint – aber sehr wichtig werden kann.

Alle reden vom Elektroauto, Toyota zeigte in Genf seine Antwort: den Prius Plug-in, einen Hybriden für die Steckdose. Erster Fahreindruck: so unscheinbar – aber verdammt wichtig. Der Unterschied zum normalen Prius ist ein kleiner Schalter, links vom Lenkrad: EV (für Electric Vehicle) schaltet in der Fahrt jederzeit den Benziner aus. Dann fährt dieser Prototyp nur mit Strom weiter. Nicht zwei Kilometer mit maximal 60 km/h – wie der normale Prius –, sondern 13 Kilometer weit, bis zu 100 km/h schnell. Leise und abgasfrei, das Umschalten klappt reibungslos. Schön, aber das soll alles sein? Zweifellos, der Fortschritt scheint zu schleichen. Mitsubishi verspricht für seinen i-MiEV bis zu 100 Kilometer Reichweite. Doch der ist eine Nummer kleiner und bei leerer Batterie für 14 Stunden ans Ladekabel gefesselt. Der Prius Plug-in dagegen fährt dann mit seinem 78-PS-Benziner einfach weiter.

Das hält Toyota für alltagstauglicher – und besser zu verkaufen. Zudem ist die Technik bewährt. Das Laden des Plugin funktioniert so: Rechts im Heck wird das beigelegte Stromkabel angeschlossen. Das andere Ende passt in jede übliche Haushalts-Steckdose, dort tankt der Prius in 90 Minuten 2,5 Kilowattstunden. Von der Zusatz-Technik unterm Blech ist nichts zu sehen. Der Plug-in hat eine zusätzliche Batterie, wie die erste 6,5 Ah groß und 39 Kilo schwer, die in der Reserveradwanne liegt. Damit leistet der Steckdosen-Toyota 136 statt 112 Pferdestärken wie der normale Prius und beschleunigt flotter. Aber im E-Prius geht's ja ums Sparen, und das führt der "Energy Monitor" in der Mittelkonsole bildhaft vor: Wie viel man elektrisch gefahren ist, wie weit die Batterie noch reicht. Verbrauch und CO2-Austoß: rund 20 Prozent niedriger (3,5 Liter, 81 g CO2/km) als im Prius.

Toyota testet 100 Vorserienautos in Japan und Kalifornien. 2010 soll der Plugin im nächsten Prius in Serie gehen, "mit Lithium-Ionen-Batterien", so Peter Wandt, Toyotas Hybrid-Experte. Reichweite: 30 Kilometer. Batterie-produzenten erzielen längst bessere Ergebnisse, doch für Toyota geht Zuverlässigkeit vor: Die Batterie soll so lange halten wie das Auto. Der Erfolg gibt recht. Im AUTO BILD-Dauertest war der Prius das zweitbeste Auto hinter dem Mazda6. Fazit von Joachim Staat: 30 Kilometer? Klingt nicht viel, reicht aber für jede Umweltzone, für jeden Pendler. Und der fährt ein Vollwert-Auto mit erprobter Technik und Garantie. Toyota hat mal wieder die Nase vorn.

Social Media

Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google übertragen und unter Umständen gespeichert.

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Anzeige

Versicherungsvergleich

Vergleichen Sie kostenlos über 180 kfz-Tarife und sparen Sie bis zu 500 Euro!

Neuwagen

Porsche 911

Neuwagen deutlich
unter Listenpreis

Porsche 911 Neuwagen-Angebote

Gebrauchtwagen

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Gebrauchtwagen-Angebote
Anzeige