Fahrbericht Toyota Yaris

Toyota Yaris 1.0 Sol Toyota Yaris 1.0 Sol

Fahrbericht Toyota Yaris

— 20.12.2005

Alles Gute zum Yaris-Wechsel?

Mit reichlich Vorschußlorbeeren startet der neue Toyota Yaris: Kaum gewachsen soll er trotzdem geräumig und sicher sein wie ein Großer.

Raumgefühl wie in einem Kompakten

Der neue Yaris ist mir auf Anhieb sympathisch. Ohne auch nur einen Meter gefahren zu sein, ahne ich, der paßt bestimmt. Und das aus ganz einfachen Grund: Er ist (fast) nicht gewachsen. Gegen den Trend zu "immer größer, immer fetter" hat Toyota am Ur-Maß der ersten Generation (seit 1999) nahezu festgehalten. Heißt: 3,75 Meter lang (plus elf Zentimeter), 1,70 breit (plus 3,5) und 1,53 hoch (plus 3,0). Der Fortschritt muß sich also in engen Grenzen halten.

Nicht so leicht, da sich die Konkurrenz mittlerweile auf vier Meter streckt (Fiat Grande Punto 4,03, Renault Clio 3,99, VW Polo 3,92 Meter). Ich finde das prima. Weil ein Kleinwagen auch klein sein muß. Ich möchte das kompakte, wendige Auto, um in der Stadt alle Trümpfe auf meiner Seite zu haben. Dafür muß ich nicht die Größe und das Mehrgewicht eines Kompakten mit mir herumschleppen. Dafür gibt es schließlich Corolla & Co. Um so erstaunlicher, was Toyota aus dem kleinen Yaris gemacht hat. Nach dem Einsteigen (endlich hat er richtige Bügel-Türgriffe!) fühle ich mich tatsächlich wie in einem viel größeren Kompakten.

Die Windschutzscheibe steht weit vorn, das Raumgefühl ist üppig. Das liegt natürlich auch an dem klar gezeichneten Cockpit mit der schlanken Mittelkonsole. Die Sitze sind gut geformt, allerdings werden hier Großgewachsene mehr Schenkelauflage fordern. Die Sitzfläche ist etwas zu knapp bemessen. Das gilt auch für die Sitzposition. Punkt eins: Das Lenkrad ist nur in der Höhe verstellbar. Die Längsverstellung gibt es erst ab der Ausstattungsversion "Sol". Und die kostet stolze 2800 Euro Aufpreis. Punkt zwei: die Gurthöhe. Auch die läßt sich beim Grundmodell nicht individuell einstellen.

Technische Daten, Motoren und Preise

Diese Politik verstehe ich nicht. Und das ganz besonders deshalb, weil Toyota für den Yaris ein sehr umfangreiches Sicherheitspaket geschnürt hat. Dazu gehört richtiges Sitzen genauso wie Airbags und Gurtstraffer. Bereits das Basismodell hat bis auf ESP alle Sicherheitsfeatures inklusive sieben Airbags an Bord. Honoriert wurde das auch durch fünf Sterne und die derzeit höchste Wertung von 35 Punkten in dieser Klasse beim Euro NCAP-Crash (zum Vergleich: VW Polo 28 Punkte).

Wahre Größe zeigt der neue Yaris auch auf der Straße. Er läuft sehr ruhig, das Fahrwerk filtert die Stöße fein heraus. Und auch die Windgeräusche bleiben dezent im Hintergrund. Beim kleinen Dreizylindermotor mit 70 PS ist das auch keine Kunst. Denn der lärmt unter Last doch ganz gehörig. Er muß sich hier viel mehr anstrengen als im kleineren Aygo, in dem er für gute Fahrleistungen sorgt. Im Yaris dagegen wirkt er bei kleinen Anstiegen bereits überfordert. So taugt die Einstiegsmotorisierung wirklich nur für gemütliches Rollen in der Stadt oder über Land.

Wer mehr will, sollte zum 1,3-Liter-Benziner oder besser noch zum teuren 90-PS-Diesel greifen. Der wirkt in allen Lagen souverän, ist nicht nervig laut und braucht wenig Sprit. Spartalent beweist der Yaris auch bei den Kosten. Niedrige Kaskoeinstufungen (11/15/13 für VK/TK/Haftpflicht) für den 1,0-Liter sowie lange Wartungsintervalle (24 Monate/30.000 km) schonen den Geldbeutel. Dieser Yaris-Wechsel paßt also ideal in unsere Sparzeit. Bereits für 10.950 Euro ist der neue Japan-Polo ein richtig ausgewachsener Kleinwagen.

Autor: Jürgen von Gosen

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