Fahrbericht Volvo XC90 V8

Fahrbericht Volvo XC90 V8 Fahrbericht Volvo XC90 V8

Fahrbericht Volvo XC90 V8

— 17.12.2004

Yamaha macht im Volvo Musik

Schöne neue Töne im XC90: Ein V8 aus Fernost gibt künftig den Takt an im Edel-SUV aus Schweden. Siebensitzer trifft Achtzylinder, inszeniert vom Klavier- und Motorradbauer.

In dem V8-Motor steckt wirklich Musik

Lateiner wissen, Volvo heißt: Ich rolle. Volvo XC90 bedeutet – frei übersetzt – demzufolge: Der Typ 90 rollt auch querfeldein, er ist ja ein Cross Country. Und XC90 V8 könnte kurz heißen: Hier rollt der Stärkste. Und Musikalischste. Denn in dem zusammen mit Yamaha (Klavierbauer seit 1887) entwickelten V8-Motor steckt wirklich Musik. 32 Ventile werden von vier Nockenwellen dirigiert, selbstverständlich sind die Ventil-Steuerzeiten dem jeweiligen Rhythmus angepaßt.

Für einen Paukenschlag aber sorgen die Abmessungen: Nur 75,4 Zentimeter streckt sich der Motor in die Länge, 63,5 mißt er in der Breite – womit er wie die übrigen Aggregate quer unter die XC90-Haube paßt, die bisher höchstens sechs Zylinder zu deckeln hatte. Volvo sagt, daß dies "der kompakteste Motor dieser Art auf dem Markt" sei. Und da er querliegt, werden die strengen Crashtests weiterhin bestanden. Beim Blick unter die Haube hört man schon den Mechatroniker meckern, kaum ein Maulschlüssel paßt noch zwischen Motor und Blechgehäuse.

Dazu ist dem 190-Kilo-Alublock ein ebenfalls sehr schmales Getriebe seitlich angeflanscht, es wechselt seine sechs Gänge vollautomatisch. Wobei der oberste Gang mit seiner Übersetzung von 0,69 als Overdrive gelten kann. Ganz stolz sind die Schweden auch auf die Motor-Akustik: Ein V8 muß kraftvoll klingen, das mögen die Amerikaner, die ja drei Viertel der jährlich 15.000 V8-Einheiten abnehmen sollen. Für den deutschen Markt sind nicht mal 1000 vorgesehen.

Technische Daten, Fahrleistungen und Preis

Gut, wecken wir den Ami in uns. Leise fauchend springt der Motor an, von niedertourigen Abgasresonanzen ist kaum was zu hören. Kalt ist er auch damit beschäftigt, möglichst schnell seine Kats aufzuheizen: Bereits 15 bis 20 Sekunden nach dem Start sollen die motornahen Reiniger anfangen zu arbeiten. Dank der dabei erhöhten Leerlaufdrehzahl und variabler Ventilsteuerung, erfüllt der Motor als erster V8-Benziner die strenge US-Vorschrift ULEV II (ähnelt Euro 5).

Kaum warmgefahren, zeigt sich der V8 den zwei Tonnen Leergewicht voll gewachsen: In 7,3 Sekunden auf 100, Spitze 210 – das vertieft garantiert die Freundschaft mit jedem Tankwart. Wer etwas bummeliger fährt, der sollte mit gut 13 Liter Super über die Runden kommen. Die durchaus auch auf den Acker führen können. Die XC haben ja Allradantrieb, das von Haldex speziell für den V8 entwickelte System kann sogar das Anfahr-Drehmoment elektronisch steuern.

Im Alltag wird der Fahrer dieses Schweden-SUV von der Technologie nicht viel spüren – er genießt hoch auf dem vielseitigen Wagen eine gute Übersicht, kann bis zu sieben Personen befördern und sogar 2250 Kilogramm ziehen. Bis März 2005 müssen ungeduldige Fans noch warten, erst dann rollt Volvos allererster V8 zu den Händlern. Mit 59.000 Euro sind Sie bei der Musik dabei – ein Volkswagen Touareg V8 (310 PS) ist 1500 Euro teurer. Konkurrenz belebt eben das Geschäft.

Technische Daten Achtzylinder-V-Motor vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • vier obenliegende Nockenwellen • Hubraum 4414 cm³ • Leistung 232 kW (315 PS) bei 5850/min • max. Drehmoment 440 Nm bei 3900/min • Allradantrieb • Sechsgang-Automatik • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Kofferraum 249 Liter (Siebensitzer) • Tank 80 Liter • Länge/Breite/Höhe 4798/1898/1743 mm • Verbrauch 13,5 l/100 km • 0-100 km/h in 7,3 Sekunden • Spitze 210 km/h • Preis 59.000 Euro

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.