Fahrbericht VW Concept C

Fahrbericht VW Concept C Fahrbericht VW Concept C

Fahrbericht VW Concept C

— 05.03.2004

Der Star von Genf

AUTO BILD-Autor Georg Kacher hat die Wolfsburger Windmaschine bereits gefahren. Lange vor allen anderen.

Schöne Grüße vom nächsten Passat

Zwischen Coupé und Cabriolet liegen ein Knopfdruck und rund 25 Sekunden. So lange braucht der elektrohydraulisch betätigte Fünfteiler, um sich ganz klein zusammenzufalten – oder in voller Länge die Fahrgastzelle zu überdachen.

Wir schließen das Verdeck und nehmen Platz hinter dem zweifarbigen Multifunktionslenkrad. Das Cockpit wirkt vertraut: vier Rundinstrumente im Stil des künftigen Golf GTI, Klimaautomatik, großes Navigationssystem mit Farbmonitor. Neu sind die Belüftungsdüsen mit den breiten Alurahmen, die Dekoreinlagen aus mattem Holz und Leichtmetall, die bestickten Sportsitze und die mutig geschwungenen Türtafeln – der nächste Passat lässt schon mal grüßen ...

Hinter der Handbremse warten zwei ungleich große Hebeklinken darauf, bedient zu werden. Die äußere betätigt das Verdeck, die innere das elektrische Schiebedach. Kurz antippen bringt den Deckel in Belüftungsstellung, lange ziehen lässt das breite Glaselement nach hinten wegsurren. Durch das große Dach fällt viel Licht, aber es wird bei direkter Sonneneinstrahlung auch ganz schön heiß. Deshalb sind später beim Serienauto beide Einsätze in Wagenfarbe lackiert. Der getönte Blickkontakt mit dem siebten Himmel kostet Aufpreis.

Hinten hilft auch kein Drei-Wetter-Taft

Höchste Zeit für die erste Probefahrt: anschnallen, Kragen hochstellen, Hut aufsetzen – und natürlich Verdeck öffnen. Ab sofort sollte man jedes Gepäckstück zweimal umdrehen. Mit versenkter Kapuze halbiert sich das Kofferraumvolumen von 400 auf 200 Liter. Obwohl das zusammengefaltete Dach relativ viel Platz beansprucht, reicht die verbliebene Höhe für den später hoffentlich serienmäßigen Skisack. Ein Windschott wäre ebenfalls angebracht, denn auf den Rücksitzen hilft schon bei mittlerem Tempo nicht mal mehr Drei-Wetter-Taft.

Vorn bleibt viel Platz für lange Beine und hohe Scheitel. Im Gegensatz zum Peugeot 307 CC, dessen Windschutzscheibe sich wie ein Dach über das Cockpit wölbt, ist der VW eine rollende Sonnenbank in Reinkultur. Im Fond geht es allerdings relativ eng zu. Das liegt zum einen am seitlich weit herumgezogenen Verdeckkasten, unter dessen Abdeckung sich die voluminösen Dachholme verbergen. Außerdem ist der Radstand, der gegenüber dem Golf nur geringfügig auf 2,60 Meter zugenommen hat, für ein echtes Raumwunder ein paar Zentimeter zu kurz.

Obwohl die Designstudie noch keine 100 Kilometer auf dem handgedengelten Blechbuckel hat, fährt sich der Concept C schon so souverän wie ein Vorserienauto. Motor, Getriebe, Vorderachse und Lenkung stammen aus dem Golf, Hinterachse und Bremse sind ein Vorgriff auf den nächsten Passat.

Serienstart für Frühjahr 2006 geplant

Reinen Showcar-Charakter haben dagegen die mehrteiligen Chromräder, auf die vorn 19-Zöller (235/35) und hinten sogar 20-Zoll-Gummis (245/35) aufgezogen sind. Trotz der spröde abrollenden XXL-Walzen verkneift sich die Karosserie sowohl im offenen als auch im geschlossenen Zustand Polter- oder Klappergeräusche.

Am Erscheinungsbild des Concept C ändern sich bis zum Serienanlauf im Frühjahr 2006 nur noch einige wenige Details. Scheinwerfer und Rückleuchten erhalten ein schlichteres Innenleben, die Ladekante wird um 40 Millimeter abgesenkt, die Karosseriebreite geringfügig reduziert und die Dachlinie entsprechend angepasst. Innen entfallen das zweifarbige Leder und die auffälligen Ziersteppnähte.

Als Motorisierung sind vier verschiedene Benziner (1.6 FSI/115 PS, 2.0 FSI/150 PS, 2.0 GTI/200 PS, R32 VR6/250 PS) sowie der 140 PS starke 2,0-Liter-TDI vorgesehen. Geschaltet wird entweder manuell, sequenziell (DSG) oder automatisch. Zu Preisen ab 30.000 Euro soll sich der VW CC pro Jahr rund 50.000 Mal verkaufen – eine lösbare Aufgabe, denn in dieser Klasse gibt es neben den offenen Peugeot- und Renault-Versionen mittelfristig keine echten Alternativen.

Interview mit dem Concept C-Designer

Was will uns der Concept C sagen? Murat Günak, VW-Designchef: Dieses Auto ist die dritte Stufe in einem Vierstufenplan. Sein Ziel ist es, eine neue Formensprache und ein neues Gesicht für die Marke VW einzuführen.

Was ist die vierte Stufe? Nach Concept R, T und C ist wohl die Zeit reif für das erste Serienauto im neuen Look. Dabei könnte es sich ums Coupé-Cabriolet handeln oder um den nächsten Passat.

Am stark verchromten Wappengrill scheiden sich die Geister. Braucht VW wirklich eine derart ornamentale Front? Ja. Das neue Gesicht steht für Aufbruch und Wertigkeit. Außerdem verkörpert es Selbstbewusstsein und eine starke Persönlichkeit.

Das Interieur ist für ein Showcar ungewohnt konservativ... ... aber dadurch ist es auch realistisch und seriennah. Die liebevollen Details und die wertvolle Anmutung sind ganz typisch für die Marke.

Welche Stilelemente des Concept C werden wir bei anderen VW-Modellen wiederfinden? Merken sollte man sich die Leuchtengraphik, den Wappengrill und die stark skulpturierten Flächen.

Gibt es ein Showcar-Thema, das Sie besonders interessiert? Ein begeisterndes Auto im unteren Preissegment.

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