Fahrbericht VW Polo BlueMotion

Schon gefahren: VW Polo BlueMotion Schon gefahren: VW Polo BlueMotion

Fahrbericht VW Polo BlueMotion

— 01.07.2009

Das blaue Wunder

3,3 Liter sind tatsächlich machbar. Aber nur mit Umdenken: Schlendrian ist out, Disziplin ist in. Der VW Polo BlueMotion ist ein Sparmodell für Asketen. AUTO BILD lupfte den Gasfuß.

Nur nicht zu viel Gas geben. Ein einziger Überholvorgang, schon steigt der Verbrauch um ein halbes Zehntel. Auch hohe Drehzahlen sind nicht gut. 1200 Umdrehungen im hohen Gang klingen unschön, sind aber technisch kein Problem. Nur im Notfall zurückschalten, selbst wenn die Übersetzung im Fünften von Sardinien bis nach Korsika reicht – die Fahrtipps für den Polo BlueMotion klingen wie Regeln in der Rheumagruppe. Pfennigfuchser und Rabattmarken-Kleber werden diesen Volkswagen lieben, denn er macht Spritsparen zum Sport. Jeder Gaspedal-Lupfer wird belohnt. Und jedes Auskuppeln ist ein Triumph.

Serienstart ist im Frühjahr 2010

Mager-Mode: Power On heißt die zweifarbige Innenausstattung, die künftig in allen BlueMotion-Modellen zu finden sein soll.

Doch zumindest als Anfänger schaut man im BlueMotion mehr auf die Instrumente als auf die Straße. Vor allem aufs Verbrauchsdisplay. Beim Start waren es 4,7 Liter, kurz darauf sind's schon 3,6 Liter. Wer das unterbieten will, der muss schieben. Das zweite Digital-Diktat ist die Ganganzeige mit Hochschaltempfehlung. Schon bei 40 km/h den Dritten einlegen zu müssen, tut fast körperlich weh. Doch es funktioniert, und nach wenigen Kilometern stellt sich Gewöhnung ein. Die Laufkultur erinnert an die Schüttelhuber-Lehrjahre der Dieseltechnik. Doch man kommt voran und wird vom Zentralinstrument belohnt, das sich Zehntel um Zehntel dem Idealverbrauch entgegenzählt.

Der Sparer verlangt Gefühl

Kleine Ursache, große Wirkung: Neuer Schweller und verkleideter Unterboden verbessern die Aerodynamik.

Im BlueMotion stecken ein länger übersetztes Getriebe, der neue 1,2-Liter-Dreizylinder-TDI, Aerodynamik-Maßnahmen, Bremsenergie-Rückgewinnung, Leichtlaufreifen und ein Start-Stopp-System. Wenn ab 2010 alle Elemente ineinandergreifen und der Fahrer den Schalter im Kopf von Hetzen auf Gleiten umgelegt hat, dann verbraucht der Spar-Polo nur 3,3 Liter Diesel (entspricht 87 g/km CO2-Emission). Sieht so der Traumwagen von morgen aus? Ja und nein. Der Motor passt, aber der Umgang mit der neuen Defensiv-Technik erfordert viel Einfühlungsvermögen.

Technische Daten Dreizylinder, Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1,2 Liter • Leistung 55 kW (75 PS) • Start-Stopp-System • Vorderradantrieb • manuelles Fünfganggetriebe • 15-Zoll-Leichtmetallräder • Leergewicht circa 1080 Kilo • Verbrauch EU-Mix 3,3 l Diesel/100 km • CO2 87 g/km.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Zehn Jahre nach dem Spar-Lupo bringt VW ab 2010 ein neues Drei-Liter-Auto. Doch der Polo BlueMotion ist kein enger Kleinwagen mehr, sondern ein vollwertiges Familienmobil. Um im Alltag so wenig zu verbrauchen, wie VW verspricht, sollte man allerdings seinen Fahrstil umstellen und den Empfehlungen der Hochschaltanzeige folgen. Das nervt gelegentlich, doch am Ende des Tages dominiert der Spaß am Sparen.

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